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Interview

Neofarms: Dieses Startup bringt Nasa-Technologie in die Küche

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Das ist momentan noch schwierig einzuschätzen, weil wir immer noch dabei sind, Komponenten zu bewerten. Wir haben jetzt einen neuen Produzenten gefunden, von dem wir noch keinen Kostenvoranschlag haben. Aber wir haben von dem alten so eine ganz grobe Richtung, da liegen wir bei circa 5.000 bis 6.500 Euro. Das versuchen wir dann sukzessiv noch günstiger zu bekommen, um auch zukünftig auch eine größere Masse ansprechen zu können.

t3n: Ihr könnt jetzt folgerichtig auch noch nicht sagen, dass ihr schon Produkte verkauft habt?

Wir haben bereits Vorverträge mit Küchenvertrieben. Das ist alles noch verhandlungswürdig, wir können aktuell auch noch keine konkreten Lieferzeiten nennen. Aber wir haben ansonsten über unsere Website bereits viel Kaufinteresse bekundet bekommen. Da halten wir dann alle auf dem Laufenden.

t3n: Wie viele Interessenten habt ihr denn schon?

Über die Jahre gesammelt haben wir nun sicherlich um die 1.000. Da muss man schauen, wie viele davon in zwei Jahren noch interessiert sind. Aber wir sind da ganz zuversichtlich, diese erste Charge auf jeden Fall unter die Leute zu bringen.

t3n: Wie sieht euer Team heute aus?

Die Teamentwicklung hat sich glücklicherweise sehr positiv gestaltet. Wir haben jetzt ein professionelleres Team als noch vor einem Jahr. Damals haben hier viele Noch-Studenten und Absolventen gearbeitet. Jetzt haben wir auch Teammitglieder, die teilweise 40 oder Ende 30 sind und viel wertvolle Erfahrung mitbringen.

t3n: Wie habt ihr euch anfangs finanziert? Es stand ja niemand hinter euch.

Wir haben uns bislang selbst finanziert, bis auf die Finanzspritze durch das Startup-Bootcamp, das ist einer der größten Startup-Accelerator weltweit, der sich mit 15.000 Euro an uns beteiligt hat. Damit konnten wir allerdings noch nicht mal die Patentkosten decken. Henrik und ich haben bislang so um die 60.000 bis 65.000 Euro investiert.

 t3n: Was waren die höchsten Kostenpunkte?

Mit Abstand das Patent.

t3n: Was hat das in eurem Fall gekostet?

Da haben wir mittlerweile schon 20.000 Euro reingesteckt. Das ist aber auch immer eine Frage des Umfangs. In unserem Patent stecken recht viele Innovationen. Insgesamt haben wir 30 Ansprüche in ein Patent umgesetzt. Seit Anfang des Jahres haben wir ein Patent erteilt bekommen und haben das jetzt auch international angemeldet. Das heißt, wir können nun entscheiden, in welche Länder wir gehen wollen.

t3n: Welche sind in Planung?

Spannende Länder sind neben den europäischen zum Beispiel Japan. Das Land ist ganz vorne beim Urban Farming und ist natürlich auch eine Insel mit zunehmender Bevölkerungsanzahl. Die versuchen auf kleinstem Raum möglichst viel eigenständig aufzuziehen an Pflanzen und Lebensmitteln.

t3n: Wie finanziert ihr euch heute? Sucht ihr einen Investor?

Da sind wir bereits in Verhandlungen und weiterhin auf der Suche. Wir haben schon viele Gespräche geführt, aber es gestaltet sich grundsätzlich schwierig, einen Investor zu finden, der hardware-affin ist. Die meisten wollen Software finanzieren, weil sie dort schnell einen Return haben. Bei uns ist das eben ein längerfristig angelegtes Investment, weil natürlich die Investitionen der ersten Jahre erstmal in die Forschung und Entwicklung gehen.

t3n: Welche Investitionssumme benötigt ihr?

Die liegt bei 1,7 Millionen für unsere nächste Finanzierungsrunde. Das ist natürlich recht hoch. Für Venture-Capital-Geber, die dann doch über mehr Kapital verfügen, ist es wichtig, dass man bereits bestehende Kunden hat und da sind wir eben noch nicht.

t3n: Ihr wirkt sehr zuversichtlich und sicher, euch mit einem Investor weiterzuentwickeln und nicht alleine oder über andere Möglichkeiten wie Crowdinvesting oder -funding.

Crowdfunding ist natürlich auch noch eine Möglichkeit, da gibt es bloß das Problem, dass eine Gegenleistung erwartet wird. Wenn das nicht ein Produkt ist, dann zumindest ein Teil vom Produkt. Das ist bei einem Produkt in unserem Preissegment natürlich weit über dem, was üblicherweise gut läuft bei Crowdfunding-Projekten.

t3n: Und Crowdinvesting?

Crowdinvesting wäre dann wieder eine vielversprechendere Variante. Da sind wir auch hin- und hergerissen. Aber der Aufwand dahinter ist auch nicht zu unterschätzen. Die ganze Vorbereitung einer Kampagne mit Videoproduktion, hohe Provisionen der Anbieter. Da müssen wir noch mal genauer ausloten, wie es letztendlich weitergeht.

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Eine Reaktion
Martin

Es ist durchaus ein interessanter Ansatz jedoch habe ich bei so einer Entwicklung eher Bauschmerzen als Vorfreude auf die Zukunft. Was mich daran stört ist der Weg zur vermeintlichen Perfektion. Es ist erstmal und aktuell ein Luxusprodukt, das sich wahrscheinlich nur eine kleine elitäre Zielgruppe leisten kann. Dagegen finde ich die Aussage "das ein Ernährungsbewusstsein vorhanden sein muss" für absoluten Blödsinn. Hier möchte ich auch meine Kritik äußern, da gerade diese vermeintlich perfekte Nahrung (Pflanzen, Gemüse etc. ) meiner Meinung nach eher schlecht für den Menschen ist.

Das hat einerseits etwas mit den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen zu tun, die bei einer stressfreien Umgebung für die Pflanze, wahrscheinlich ausbleiben. Diese sind jedoch förderlich für diverse Stoffwechselprozesse beim Menschen. Außerdem bin ich der Meinung das so extrem "saubere" Nahrung eher schädlich für den Menschen ist, da sie sein Immunsystem verkümmern lässt. Das Immunsystem muss permanent gefordert werden (trainiert) damit es gut funktioniert (Sportmetapher), wenn dieses Training ausbleibt durch komplett "saubere" Ernährung zum Beispiel, kann sich unser Immunsystem gar nicht richtig entwickeln. Wir werden dann überempfindlich und sehr anfällig für Krankheiten.

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