Interview

Neofarms: Dieses Startup bringt Nasa-Technologie in die Küche

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Die haben uns schon ein paarmal angerufen.

t3n: Und es ist nichts zustande gekommen?

Ich war schon in Kontakt mit Ralf Dümmel und wir haben auch schon mit Maschmeyer, also Seed and Speed, gesprochen. Die waren auch superinteressiert, leider war das alles noch zu früh. Die Gespräche waren aber auch Mitte letzten Jahres. Jetzt sind wir an dem Stand, dass wir sagen können: „Mit erteiltem Patent, mit stehenden nächsten Prototypen, mit einem erfahreneren Team sind wir bereit, eine neue Runde zu starten.“

t3n: Die haben euch also angefragt, weil sie das Potenzial in euch sehen, groß zu werden?

Genau, wortwörtlich hieß es: „Total geiles Thema.“ Und sie hätten auf jeden Fall Lust, das zu bringen. Für uns war es nur einfach zu früh. Wir haben das jetzt vertagt auf – wenn überhaupt – die nächste Staffel. Das Thema Urban Farming ist auch einfach am Zahn der Zeit.

t3n: Die Gründershow scheint für euch ernsthaft ein Thema zu sein.

Die ist auf jeden Fall Thema. Ehrlich gesagt ist aber eher der Marketingfaktor interessant, weil die Deals, die da entstehen, in meinen Augen nicht besonders startup-freundlich sind.

t3n: Wie meinst du das?

Die Startups bei „Die Höhle der Löwen“ verkaufen sich häufig unter Wert. Es geht eher darum, dass man Kunden gewinnt oder auf sich aufmerksam macht für andere Investoren. Mit unserer Entwicklung wollen wir dann so weit sein, dass wir auch wirklich zeitnah nach der Ausstrahlung liefern können.

t3n: Max, ich weiß jetzt, dass Aeroponik eigentlich keine komplett neue Technologie ist und Gemüse und Kräuter wurden auch nicht erst heute erfunden. Warum wurde Neofarms und euer Konzept, diese zwei Elemente miteinander zu verknüpfen, erst jetzt gegründet?

Diese ganze Thematik des Vertical Farmings ist ja insgesamt noch nicht so alt. Das Thema keimt erst seit 2008 auf. Und in den letzten zehn Jahren ist schon viel passiert. Das ist auf jeden Fall ein Thema, das zunehmend an Relevanz gewinnt, auch mit Perspektive auf den Städtezuwachs. Das Ernährungsbewusstsein ist in den letzten Jahren total gestiegen, so auch die Ernährungstrends mit Vegetarismus und Veganismus und was es noch alles gibt. Was natürlich auch dazu beigetragen hat, sind all die Lebensmittelskandale.

t3n: Inwiefern spielten Skandale solcher Art in das Aufkommen von Vertical Farming ein?

Sie haben vielen Verbrauchern vor Augen geführt, was alles passiert zwischen der Ernte auf dem Feld und dem Verzehr zu Hause. Die Nahrungsmittel leiden enorm darunter. Das ist genau unser Ansatz: Wir versuchen, die nährstoffreichsten und frischesten Lebensmittel zu Hause selbst anbauen zu lassen.

t3n: Das heißt, euer Produkt könnte Supermärkte oder den Gemüsehändler eines Tages in die zweite Reihe verdrängen?

Nein, das würde ich nicht sagen. Es wäre natürlich schön, aber es wird aber immer ein Addon sein. Es wird nie so sein, dass jemand Mais zu Hause in einem Formatschrank anbauen wird. Und es wird auch schwer möglich sein, in den eigenen vier Wänden so viel Masse zu erzeugen, dass man ausschließlich davon eine ganze Familie ernähren kann.

t3n: Vielen Dank für das Gespräch.

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Ein Kommentar
Martin

Es ist durchaus ein interessanter Ansatz jedoch habe ich bei so einer Entwicklung eher Bauschmerzen als Vorfreude auf die Zukunft. Was mich daran stört ist der Weg zur vermeintlichen Perfektion. Es ist erstmal und aktuell ein Luxusprodukt, das sich wahrscheinlich nur eine kleine elitäre Zielgruppe leisten kann. Dagegen finde ich die Aussage „das ein Ernährungsbewusstsein vorhanden sein muss“ für absoluten Blödsinn. Hier möchte ich auch meine Kritik äußern, da gerade diese vermeintlich perfekte Nahrung (Pflanzen, Gemüse etc. ) meiner Meinung nach eher schlecht für den Menschen ist.

Das hat einerseits etwas mit den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen zu tun, die bei einer stressfreien Umgebung für die Pflanze, wahrscheinlich ausbleiben. Diese sind jedoch förderlich für diverse Stoffwechselprozesse beim Menschen. Außerdem bin ich der Meinung das so extrem „saubere“ Nahrung eher schädlich für den Menschen ist, da sie sein Immunsystem verkümmern lässt. Das Immunsystem muss permanent gefordert werden (trainiert) damit es gut funktioniert (Sportmetapher), wenn dieses Training ausbleibt durch komplett „saubere“ Ernährung zum Beispiel, kann sich unser Immunsystem gar nicht richtig entwickeln. Wir werden dann überempfindlich und sehr anfällig für Krankheiten.

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