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Neue Ära für Infotainment-Systeme: Google bringt Android und Google Maps in Millionen Fahrzeuge

Android Auto. (Foto: Google)

Google bringt Android und damit etwa Google Maps und weitere Dienste in Millionen Fahrzeuge des weltgrößten Auto-Konsortiums Renault-Nissan-Mitsubishi. Nach Bekanntgabe stürzte die Tomtom-Aktie um 30 Prozent ab.

Mit Renault-Nissan-Mitsubishi hat Google sich einen starken Partner an Land gezogen, der künftig ein Android-basiertes Infotainment-System in Millionen seiner Fahrzeuge integrieren wird. Die Auto-Allianz setzte in der ersten Hälfte 2018 über 5,5 Millionen Fahrzeuge ab und liegt damit auf einem Level mit der Volkswagen-Gruppe und über Toyota Motors.

Infotainment: Android Auto wird direkt in Fahrzeuge integriert

Wie das Konsortium in seiner Ankündigung schreibt, wird das Android-Infotainment-System eine Turn-by-turn-Navigation basierend auf Google Maps erhalten. Ferner bekommen die Fahrer Zugriff auf ein großes Ökosystem an Automotive-Apps über den Google-Play-Store. Darüber hinaus werde es möglich sein, Anrufe und Textnachrichten zu beantworten, Medien zu steuern, Informationen zu finden und Fahrzeugfunktionen mithilfe des integrierten Google-Assistant per Sprache zu steuern und zu verwalten.

Bislang war es lediglich möglich, ein Android-Smartphone per Android-Auto-App mit dem Infotainment-System über die Mirroring-Technik zu verknüpfen, um auf einige Funktionen des Smartphones – inklusive Google Maps – zuzugreifen. Ähnlich funktioniert auch Apples Lösung Carplay.

Mit Android Auto bringt Renault-Nissan-Mitsubishi Google Maps und mehr in Millionen Autos. (Infografik: Renault-Nissan-Mitsubishi)Mit Android Auto bringt Renault-Nissan-Mitsubishi Google Maps und mehr in Millionen Autos. (Infografik: Renault-Nissan-Mitsubishi)
Mit Android Auto bringt Renault-Nissan-Mitsubishi Google Maps und mehr in Millionen Autos. (Infografik: Renault-Nissan-Mitsubishi)

Android im Auto: Bestimmte Daten werden mit Google geteilt – wenn der Fahrer es erlaubt

Als Grund für die Partnerschaft mit Google erklärte ein Sprecher der Auto-Allianz gegenüber dem Wall Street Journal (WSJ), dass viele Kunden sich daran gewöhnt hätten, Google Maps und andere Apps zu verwenden. Sie hätten kein Interesse daran, die von Autoherstellern entwickelte oder lizenzierte Software in Autos zu verwenden.

Konkrete Details über den Deal wurden nicht veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass die Autohersteller Zugriff auf bestimmte Daten der In-Car-Apps gewähren – Google müsse sich allerdings vor dem Sammeln vorher die Zustimmung des Kunden einholen, erklärte Kal Mos, Chef der Connected-Car-Abteilung der Allianz dem WSJ.

Volvo baut auf Google-Dienste und Android in seinem Infotainment-System. (Foto: Volvo)
Auch Volvo baut auf Google-Dienste und Android in seinem Infotainment-System. (Foto: Volvo)

Zwar wäre Renault-Nissan-Mitsubishi der erste Autohersteller mit einem Infotainment-System basierend auf Android Auto, andere Hersteller haben indes schon Google-Apps in ihre Fahrzeuge integriert. Zu ihnen gehört etwa die Volkswagen-Gruppe, die Google Earth in das Navigationssystem des Audi integriert hat. Volvo wird sein kommendes Infotainment-System auch auf Android basieren lassen.

Für Hersteller von Navigationsgeräten ist die Ankündigung ein harter Schlag: Der Aktienkurs des Navigationsgeräte-Anbieters Tomtom ist am Dienstag im Vergleich zum Vortag um knapp 30 Prozent gefallen. Eine gewisse Galgenfrist hat Tomtom noch: Das Infotainment-System auf Android-Basis will die Allianz erst 2021 einführen.

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