Digitale Gesellschaft

Der neue Generationskonflikt: Wann ist die Smartphone-Nutzung unhöflich?

Smartphone im Kino. (Foto: Shutterstock)

Eine aktuelle Studie hat sich damit beschäftigt, in welchen Situationen es Menschen unhöflich erscheint, ein Smartphone zu nutzen. Die Ergebnisse fielen je nach Altersgruppe sehr unterschiedlich aus.

Studie: Wann ist es okay ein Smartphone zu verwenden? (Grafik: Pew Research Center)

Studie: Wann ist es okay ein Smartphone zu verwenden? (Grafik: Pew Research Center)

Smartphone-Etikette: Wann ist der Griff zum Handy nicht okay?

Smartphones haben in den letzten Jahren im Rekordtempo Einzug in unser Leben gefunden. Im Februar 2015 sollen schon 45,6 Millionen Menschen in diesem Land über ein solches Gerät verfügt haben. Uns allen dürfte klar sein, dass die Nutzung des Smartphones nicht in jeder Situation als höflich gilt. Aber welche Situationen sind das? Beim Kinobesuch würden sicherlich viele einwerfen. Immerhin möchte man sich auf den gezeigten Film konzentrieren und nicht von einer Lichtquelle im Sitz nebenan abgelenkt werden.

Dennoch sehen fünf Prozent der US-Amerikaner nichts Falsches daran, während einer Kinovorstellung ihr Smartphone zu verwenden. Das ergab eine aktuelle Studie des Pew Research Centers. Dabei kommt dieser Wert vor allem durch eine Altersstufe zustande: Denn unter den 18- bis 29-Jährigen sehen sogar elf Prozent kein Problem darin, wenn sie ihr Smartphone im Kino verwenden. Bei den Menschen im Alter zwischen 30 und 64 sahen das nur vier Prozent der Befragten so. Bei Personen ab 65 sank der Wert sogar auf nur noch drei Prozent.

Generationskonflikt: Wann ist es unhöflich, mein Smartphone zu verwenden?

Altersunterschied: Jüngere Menschen finden es viel häufiger okay ihr Smartphone in sozialen Situationen zu verwenden. (Grafik: Pew Research Center)

Altersunterschied: Jüngere Menschen finden es viel häufiger okay ihr Smartphone in sozialen Situationen zu verwenden. (Grafik: Pew Research Center)

Ähnliche Ergebnisse zeigt die Studie auch bei der Frage, ob es grundsätzlich okay sei, das Smartphone während eines Meetings zu nutzen. Immerhin liegt die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen hier mit ihren zehn Prozent nicht ganz so weit von der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen entfernt. Bei Letzteren sahen es noch sechs Prozent als unproblematisch an.

Die Studie legt nahe, dass ältere Menschen in der Regel viel häufiger eine Verletzung der Etikette sehen, wenn es um die Nutzung eines Smartphones in einem sozialen Rahmen geht. Grundsätzlich hatte die Mehrheit der Befragten aber kein Problem damit, wenn Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Schlangestehen oder beim Laufen auf der Straße ihr Smartphone verwenden. Aber auch hier sind die Altersunterschiede spürbar. Während beispielsweise 90 Prozent der Amerikaner zwischen 18 und 29 Jahren kein Problem damit haben, sind es unter den Menschen über 65 nur noch 54 Prozent.

Inwieweit sich diese Zahlen in Deutschland unterscheiden würden, lässt sich natürlich nicht sagen. Allerdings bleibt es auch hier wahrscheinlich, das gerade Menschen die mit dem Smartphone aufgewachsen sind auch grundsätzlich weniger Skrupel haben sie in jeder Lebenslage zu verwenden. Zumal es in den meisten Fällen auch keinen gesamtgesellschaftlichen Konsens darüber geben dürfte, wann es unhöflich ist und wann nicht.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Musik hören, Fotos knipsen, Termine planen: Wie 44 Millionen Deutsche ihre Smartphones nutzen“.

via motherboard.vice.com

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2 Kommentare
Lars
Lars

Der Screenshot benennt allerdings nur Cellphones, was alle Arten von Telefonen meint und nicht explizit Smartphones. Und hier liegt in meinen Augen ein SEHR GROßER Unterschied, denn wenn jemand sein Telefon lautstark zum Telefonieren benutzt ist dies ganz anders störend, als wenn jemand auf dem Smartphone nur seine Mails checkt, lautlos in den sozialen Netzwerken surft oder eine Nachricht schreibt!

Antworten
Steve

Sehr (un)beliebt während eines Meetings oder Präsentation – für mich hat dies mit Respekt gegenüber dem Redner zu tun. Ansonsten finde ich die „Smartphone-Zombis“ auf den Straßen schon irgendwie belustigend.

Antworten

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