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Neue Initiative von Mozilla und Creative Commons schüttet 100 Millionen Dollar für ein besseres Internet aus

(Foto: Mozilla)

Coil, Mozilla und Creative Commons haben mit Grant for the Web eine Initiative ins Leben gerufen, die ein alternatives Geschäftsmodell für Online-Content fördern will.

Mit Content im Netz Geld zu verdienen ist schwierig. Unabhängige Urheber stehen dabei einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Undurchsichtige Empfehlungsalgorithmen, eine Handvoll übermächtiger Plattformen und ein Geschäftsmodell als Grundlage, in dem anstelle von Qualität nur die Anzahl generierter Klicks eine Rolle spielt. Mit Grant for the Web verfolgen Mozilla, Creative Commons und Coil das Ziel, unabhängige Urheber zu empowern, Monetarisierungsdienste, die nach offenen Standards operieren, zu fördern und Nutzern eine Möglichkeit zu bieten, Content – oder die Autoren dahinter –, den sie wertschätzen, direkt zu unterstützen. Neben den bekannten Namen Mozilla und Creative Commons gehört auch Coil zu den Initiatoren, eine Plattform, die es es Autoren vereinfachen will, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen, abseits von Clickbait und Werbung.

In den Fonds kommen 100 Millionen Dollar, die über die nächsten fünf Jahre an Einzelpersonen, Projekte und Communities ausgeschüttet werden sollen, die auf ein offenes, für alle zugängliches Monetarisierungssystem für das Web hinarbeiten, in dem die Privatsphäre der Nutzer gewahrt wird. Das Projekt will Raum für neue Ideen und Kollaborationen schaffen. Unterstützt werden sollen Projekte, die Urhebern Möglichkeiten bieten, sich – weg von Werbung und Datenhandel – für alternative Formen, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen, zu entscheiden.

Internet-Protokoll für Zahlungen

Zahlungsverkehr soll dann idealerweise auf Basis des Web-Monetization-Standard funktionieren. Das Web-Protokoll soll laut Aussage der Macher der neue, offene, interoperable Standard zum Senden und Empfangen von Geld im Netz werden. Das Ganze basiert auf einem Protokoll namens Interlegder aus dem Hause Coil, das alle bereits existente Zahlungssysteme unterstützt – Kryptowährungen genauso, wie eure Online-Konten. Dabei wird quasi das Konzept von Internet-Protokollen auf Zahlungen angewendet – anstelle von Datenpaketen werden kleine Geldpakete geroutet.

Und wer bekommt das Geld?

Ein Ausschuss, gebildet aus Angehörigen von Mozilla, Coil und Creative Commons, entscheidet über Förderungen für in Frage kommende Projekte. Die Fördermengen sind dabei abhängig von Reichweite und Zielsetzung. Besonders gute Chancen auf Unterstützung haben Urheber und Projekte, die lebhafte Commons, Autonomie, Privatsphäre und Kontrolle über ihre eigenen Daten der Nutzer, Vielfalt und Inklusion, sowie Zugänge zur vollen Kapazität des Webs fördern. Mindestens 50 Prozent der Gelder sollen dabei an offen lizensierte Software- und Content-Projekte gehen.

t3n meint:

Ein Open-Source-Protokoll für Micropayments könnte Urheber und Konsumenten nutzen – ein Web, das sich zur Abwechslung nicht auf die Akkumulation persönlicher Daten und Werbung stützt, wäre doch eine gute Sache und komplementiert Mozillas Arbeit, das Internet als globale, öffentliche Ressource zu erhalten.

Kathrin Stoll

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