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Neue Studie bescheinigt E-Autos geringeren CO2-Ausstoß als bisher angenommen

Elektroauto beim Laden. (Foto: Shutterstock)

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Anders als bisher angenommen, sind Elektroautos wohl schon heute deutlich klimafreundlicher als Verbrenner. Das zeigt eine neue Studie. Doch die hat auch ihre Schwächen.

In einigen Studien der vergangenen Jahre wurde Elektroautos eine schlechtere CO2-Bilanz bescheinigt als Verbrennern. Die Berechnungen, etwa des Ifo-Instituts aus dem Jahr 2019, hatten allerdings einige Werte außer Acht gelassen, die eindeutig für das Elektroauto sprechen. Im Fall der Ifo-Studie war es etwa der steigende Anteil erneuerbarer Energien am Strommix. Eine neue Studie sieht das Elektroauto in puncto Ökobilanz gegenüber Verbrennern schon heute deutlich vorn.

Tesla Model 3 stößt weniger CO2 aus als C-Klasse-Mercedes

Die Studie der TU Eindhoven, die im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion erstellt wurde und über die Spiegel Online zuerst berichtete, hat dazu etwa ein Tesla Model 3 mit einem Mercedes C 220d verglichen. Die Ifo-Studie kam bei einem ähnlichen Vergleich noch zum Schluss, dass das Tesla Model 3 eine schlechtere CO2-Bilanz habe als ein Mercedes C-Klasse mit Dieselmotor. Bei der neuen Studie verursachte das Model 3 um 65 Prozent weniger CO2-Ausstoß als der C 220d.

Die niederländischen Forscher haben bei ihren Berechnungen derweil auch die Herstellung der Autos sowie die Emissionen bei der Produktion von Strom und Kraftstoff mitbedacht. Der Studie zufolge hat das Model 3 den CO2-Rückstand durch die Produktion der Batterie schon nach 30.000 Kilometern wieder wettgemacht. Beim Fahren liegt das Elektroauto dann ganz deutlich vor dem Verbrenner. Der Vergleich habe auch bei kleineren Autos Bestand, so die Studienautoren.

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Berechnung der CO2-Bilanz der Batterieherstellung

Dass die neue Studie andere Ergebnisse bringt als etwa die von E-Auto-Kritikern immer wieder ins Feld gebrachte schwedische Untersuchung aus dem Jahr 2017 liegt den Forschern zufolge vor allem an einer veralteten Berechnung der CO2-Bilanz bei der Batterieherstellung. Statt 175 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde, wie noch 2017 berechnet, sollen Batterien bei der Herstellung aktuell noch 75 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde Batteriekapazität ausstoßen.

Neben der besseren CO2-Bilanz bei der Produktion schlägt sich auch die längere Haltbarkeit der E-Auto-Batterien positiv auf die Ergebnisse der neuen Studie nieder. Statt von 150.000 Kilometern, wie noch in der Ifo-Studie angenommen, gehen die Studienautoren aktuell von 250.000 Kilometern für Batterie und Auto aus. Die Lebensdauer könnte in den kommenden Jahren zudem weiter steigen. Die Industrie arbeitet ja derzeit etwa an der Eine-Million-Meilen-Batterie.

Kritik an der Studie wegen Strommix-Berechnung

Allerdings gibt es auch Kritik an der Studie. So ist der Emissionsfaktor für den Strommix, mit dem in der Studie gerechnet wird, laut Christian Bauer, Umweltsystemwissenschaftler am schweizerischen Paul-Scherrer-Institut, etwas optimistisch. An der Kernaussage ändere das jedoch nichts. Und: In den kommenden Jahren dürfte der Anteil von Ökostrom am Strommix noch deutlich steigen. Aktuell seien nur in zwei EU-Staaten – Polen und Estland – aufgrund des Strommixes E-Autos noch nicht signifikant klimafreundlicher als Verbrenner, zitiert Spiegel Online den Forscher Bauer.

Auke Hoekstra, einer der Autoren der Studie der TU Eindhoven, bemängelt, dass derzeit die Diskussion um die CO2-Bilanz zu sehr in Lagern und zu wenig auf Basis wissenschaftlicher Daten geführt werde. Vor allem Studien aus Deutschland würden immer noch von zu konservativen Annahmen ausgehen, weil sie veraltete Daten als Basis nutzten.

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2 Kommentare
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Beweist eigentlich nur, an der Studie wurde so lange geändert, bis es passt.

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