Interview

Neuer Byton-Chef Daniel Kirchert: „Wir waren von Anfang an ein Global Startup“

Seite 2 / 4

Seine persönliche Situation kann ich leider nicht kommentieren. Was ich aber sagen kann, ist, dass das aktive Management-Team weiterhin der größte Anteilseigner an Byton ist und weiterhin das volle Vertrauen des Aufsichtsrats hat, dieses Unternehmen unabhängig zu führen.

t3n: Wie sehen Sie die Zukunft der Mobilität, gehört Shared Mobility die Zukunft?

Absolut. Wir werden natürlich nicht von 0 auf 100 Prozent kommen in wenigen Jahren – aber der Trend wird in den kommenden Jahren unaufhaltsam sein. Die Zahl der geteilten Fahrzeuge wird steigen. Und das wird irgendwann sicher auch ganz stark von der regulativen Seite getrieben werden – Stichwort Smart-City-Planning. Unser erstes Fahrzeug, der M-Byte, ist von Anfang an darauf ausgelegt, ein Shared Vehicle zu sein. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass wir eine Gesichtserkennung haben, um ein persönliches Login zu ermöglichen. Wir glauben, dass beim M-Byte noch mehr als die Hälfte an individuelle Kunden verkauft wird. Aber wir werden Anteil von Shared Mobility Schritt für Schritt ausbauen und dazu auch den ersten Piloten starten, sobald die Fahrzeuge auf dem Markt sind.

„Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres werden wir wirklich Fahrzeuge verkaufen.“

t3n: Sprechen Sie schon mit Uber und Co?

Ja, aber es gibt natürlich ein breites Spektrum an Shared Mobility – von Peer-to-Peer über Abo-Modelle bis zum reinen Ride-Hailing. Da sind wir durchaus mit einigen Partnern im Gespräch.

t3n: Am Zeitplan hat sich nichts geändert. Produktionsstart des M-Byte im vierten Quartal 2019?

Genau und in der Folge der Marktstart in China.

t3n: Aber für den Marktstart gibt es noch kein genaues Datum?

Kurz nach dem Produktionsstart. Also können Sie davon ausgehen: Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres werden wir wirklich Fahrzeuge verkaufen. Im dritten Quartal werden wir das Fahrzeug in der Weltpremiere vorstellen samt Produkt- und Preisinformationen und die Vorbestellungen öffnen.

t3n: Wo wird das fertige Auto das erste Mal gezeigt?

Das kann ich heute noch nicht bekanntgeben, wir werden im dritten Quartal ein Event machen.

t3n: Also wird es ein eigenes Event, nicht die IAA zum Beispiel?

Wir werden sicherlich auch ein eigenes Event machen.

t3n: Und Mitte 2020 bleibt der Start für den Marktstart in Europa?

Wir werden im zweiten Halbjahr 2020 in Nordamerika und Europa launchen.

t3n: Huawei und andere chinesische Hersteller haben auf diesen Märkten ja gerade massive Probleme aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China. Glauben Sie, dass Ihnen das auf dem europäischen und amerikanischen Markt auch Probleme machen wird?

Momentan sind wir davon nicht betroffen.

t3n: Naja, Sie verkaufen ja noch keine Autos.

Genau. Aber in der Entwicklung oder in irgendeiner anderen Form sind wir davon derzeit nicht betroffen. Als Byton waren wir von Anfang an ein Global Startup. Wir haben das Unternehmen mit dem festen Glauben gegründet, kein Unternehmen irgendeiner Nationalität zu sein, sondern das global aufzuziehen. Die drei Standorte sind gleich wichtig, wir haben massive Wertschöpfung an allen drei Standorten.

t3n: München, Nanjing und Santa Clara …

Genau, wir haben über 500 Ingenieure im Silicon Valley sitzen, die komplett den Tech-Teil übernehmen. Das Werk ist in China und die komplette Konzeptarbeit und das Design kommt aus München. Ich glaube persönlich fest an die Globalisierung und die Werte der Globalisierung und bleibe optimistisch bei dem Thema, auch wenn es momentan etwas düster aussieht. Ich glaube mittelfristig wird zur Rationalität zurückgefunden werden, weil es ansonsten nur Verlierer geben wird. Zölle schaden den Konsumenten. Wenn es aber welche geben wird, wird sich das natürlich auf unseren Preis auswirken – dann wird der Einheitspreis von 45.000 US-Dollar nicht zu schaffen sein. Und dann wäre vielleicht auch das Produktionsvolumen etwas geringer. Aber wir haben auch eine lange Liste anderer Länder, die Schlange stehen.

t3n: Sind Sie denn im Gespräch mit Spitzenpolitikern aus Europa und den USA zu genau diesen Themen? Sie sagen, dass Sie eine Global Company sind. Aber FAW ist stark investiert, der staatliche chinesische Autohersteller – ebenso wie die Regionalregierung von Nanjing. Das stößt doch unter westlichen Politikern nicht gerade auf Gegenliebe, oder?

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung