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Transparente Löhne? Das sagt die t3n-Community zum Entgelttransparenzgesetz

Neues Entgelttransparenzgesetz: Das sagt die t3n-Community dazu. (Foto: Shutterstock-FotoDuets)

Ein neues Entgelttransparenzgesetz soll Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung zwischen Männern und Frauen beseitigen. Das sagt die t3n-Community dazu.

Die Ungerechtigkeit ist mit einer Zahl versehen: sechs Prozent. Das ist die Differenz zwischen den Gehältern von Mann und Frau. Die Zahl, die das Statistische Bundesamt im Jahr 2014 errechnet hat, ist bereinigt – um Aspekte wie Teilzeitbeschäftigung, Branche, Berufswahl und Ausbildung. Diese Lücke, die Experten auf eine bewusste oder unbewusste Diskriminierung von Frauen im Beruf zurückführen, soll im modernen Arbeitsleben des Jahres 2018 endlich verschwinden. Derzeit versucht die Politik mit dem „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ die Lohnungerechtigkeit zu bekämpfen.

In Kraft trat das Gesetz schon im Juli 2017. Doch seit dem 6. Januar 2018 greift erst der wichtigste Teil: Angestellte in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern haben ab sofort einen „individuellen Auskunftsanspruch“ gegenüber dem Arbeitgeber. Frauen und Männer können erfahren, was eine Gruppe von mindestens sechs vergleichbaren Kollegen des anderen Geschlechts im Mittelwert verdient. Achtung: Gemeint ist der Median, also der mittlere Wert. So fallen Ausreißer nach unten wie oben nicht ins Gewicht. Der Standardweg zur Auskunft führt über den Betriebsrat. Mehr zu den Hintergründen erfahrt ihr hier.

Neues Entgelttransparenzgesetz: „Ein Auskunftsrecht fördert die Verhandlungsmacht“

Die Nachricht beurteilt die t3n-Community überwiegend positiv. Einer Umfrage nach zu urteilen, die wir aktuell auf t3n.de durchführen, befürworten circa 63 Prozent unserer Leser das neue Gesetz, während nur 27 Prozent dagegen sind. Lediglich 10 Prozent wissen noch nicht, was sie von der Regelung halten sollen. (Stand: Sonntag, 7. Januar, 17 Uhr). Auf Facebook wird die Novelle zudem mit durchaus unterschiedlicher Haltung diskutiert. Der ein oder andere Leser fühlt sich beispielsweise von der Politik gegängelt und glaubt daran, dass jeder Arbeitnehmer selbst für sich einstehen sollte.

So kritisiert Facebook-Nutzer „Markus Winkler“, dass es ein Witz sei, was alles gesetzlich geregelt wird. „Jeder ist seines Glückes Schmied und kann mit guter Arbeitsleistung auch verhandeln oder gegebenenfalls den Arbeitgeber wechseln“, schreibt er und fragt in die Runde, wo denn da das Problem sei? Eine Antwort darauf gibt „Fabian Marcel Fakir“, der meint, dass ein Auskunftsrecht ja gerade die Verhandlungsmacht fördere. „Es gibt sicherlich in vielen Bereichen Leute, die gut in der Arbeit sind, aber schlecht im Verhandeln und umgekehrt Leute, die gut im Verhandeln sind und ihre Arbeit schlecht machen.“

„Niemand sollte dafür benachteiligt werden, dass er oder sie unsicher verhandelt.“

Auch „Felix Greune-Reith“ sieht das so und schreibt: „Wer mehr will, muss mehr dafür tun. Aber niemand sollte dafür benachteiligt werden, dass er oder sie vielleicht unsicherer verhandelt.“ Ihn störe dieses Gemauschel um den Lohn schon immer. „Dahinter steckt meist die Angst der Arbeitgeber, alle angemessen zu entlohnen“, schreibt der Facebook-Nutzer. Er findet es traurig, dass „in unserer Leistungsgesellschaft“ vielerorts noch immer nicht nach Leistung bezahlt wird, sondern zu oft danach gegangen wird, wie sich jemand verkauft. Er gehört somit dem Teil der t3n-Leser an, die glauben, dass Introvertierte diesbezüglich im Nachteil sind.

Ein weiterer Kritikpunkt findet sich im Verwaltungsaufwand. Der Facebook-Nutzer „Ru Di“ schreibt beispielsweise: „Nur wer unfähig dazu ist, ein angemessenes Gehalt auszuhandeln, benötigt so eine gesetzliche Regulierung. Das kommt diesen Menschen natürlich zugute, aber am Ende des Tages haben wir unsere ohnehin schon aufgeblähte Bürokratie noch bürokratischer gemacht.“ Eine Lösung, die viel bürokratiefreundlicher wäre, liegt hingegen für „Lala Nüssle“ auf der Hand: „Ich wünsche mir, dass die Arbeitnehmer dieser Welt miteinander offen über ihre Gehälter reden – mit der gleichen Leichtigkeit wie über das Wetter.“

Übrigens, in unserer Reihe „Was ist eigentlich...“ erklären wir genauer, warum es mehrere Versionen des Gender-Pay-Gaps gibt und wie sie berechnet werden. Lies auch: Was ist eigentlich der Gender-Pay-Gap?

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