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Neues Netflix-Feature empört Hollywood

Netflix testet ein neues Feature – und erntet einen Shitstorm.  (Foto: dpa)

Netflix testet ein neues Feature, das Filme und Serien im Zeitraffer abspielt. Hollywood-Regisseure reagieren empört.

Alle Staffeln von „House of Cards“ in 53 statt 73 Stunden: Der Streaminganbieter Netflix testet derzeit ein neues Feature, mit dem Nutzer Filme und Serien langsamer oder schneller ansehen können als üblich. So lassen sich Streams auf vereinzelten Android-Geräten in halber oder gar 1,5-facher Geschwindigkeit abspielen. Über das Zeitraffer-Feature hatte unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Netflix testet Zeitraffer-Funktion

So sieht das Zeitraffer-Feature in der App von Netflix aus. (Bild: Netflix)

So sieht das Zeitraffer-Feature in der App von Netflix aus. (Bild: Netflix)

Mit der Neuerung zielt Netflix offenbar auf Nutzer mit geringer Aufmerksamkeitsspanne ab. Wer beispielsweise einen mehrstündigen Film wie das bald startende Mafiadrama „The Irishman“ (210 Minuten) in deutlich weniger Zeit streamen kann, könnte womöglich eher zum Abruf bewegt werden. Netflix wertet einen Film als gesehen, wenn mindestens 70 Prozent der Spieldauer absolviert ist – der Zeitraffer könnte diesen Wert bei vielen Inhalten deutlich erhöhen. Dabei ist die Funktion eigentlich keine neue Erfindung: Diverse Podcasts- und Videoplayer etwa ermöglichen das 0,5- bis 1,5-fache Abspieltempo von Inhalten seit Jahren.

„Wollen Kunden jetzt auch 1,5x schneller essen und Sex haben?“

Die Filmindustrie indes reagierte empört auf den Vorstoß von Netflix. „Wollen Kunden jetzt auch 1,5x schneller essen und Sex haben? Muss wirklich alles für die Faulsten und Geschmacklosesten entworfen werden?“, twitterte Peter Ramsey, Regisseur von „Spider Man“, kürzlich. Der Regisseur des Animationsfilms „Die Unglaublichen“, Brad Bird, befürchtet, die Kinoerfahrung könnte durch das Feature weiter „ausbluten“. Schon länger können Netflix-Nutzer das Intro von Serien per Button überspringen, das automatische Abspielen der nächsten Folge im Abspann ist ebenfalls Standard. Die Folge: Die in der Filmbranche traditionelle Namensnennung von Regisseuren, Schauspielern und Set-Mitarbeitern rückt immer mehr in den Hintergrund.

Auf den Protest hat Netflix inzwischen mit einer Stellungnahme reagiert. In einem Schreiben betonte der Streamingriese, es gebe derzeit keine Pläne, die Zeitraffer-Funktion zeitnah für alle Nutzer auszurollen. Und wenn, dann solle es auch niemals voreingestellt sein. Vizepräsidentin Keela Robison verwies allerdings noch auf einen anderen Vorteil des Features: „Leute könnten eine Lieblingsszene auch langsamer abspielen, um zum Beispiel einen fremdsprachigen Titel besser zu verstehen.“

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