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Das beste Google-Phone aller Zeiten: Das Nexus 6P im t3n-Test

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Konnektivität, Sound und Fingerabdrucksensor des Nexus 6P

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Das Display wird von Stereolautsprechern gerahmt. (Foto: t3n)

Das Nexus 6P wird in drei Speichergrößen angeboten, wobei die kleinste 32, die mittlere 64 und die größe stattliche 128 Gigabyte beträgt. Wie üblich, steht Usern nicht der komplette Speicher zur vollen Verfügung – etwa sechs Gigabyte werden vom System beansprucht. Wie bei jedem Nexus-Gerät üblich, ist der interne Speicher nicht per microSD-Karte erweiterbar. Ob Google diese interne Vorgabe angesichts der mit Android 6.0 eingeführten Möglichkeit, SD-Karten als interner Speicher zu verwenden, bei der nächsten Nexus-Generation abschafft, ist unklar. Nicht wenige User würden einen solchen Schritt sicher begrüßen.

In Sachen Konnektivität haben Huwei und Google sich nicht lumpen lassen: LTE Kat. 6, Bluetooth 4.2, WLAN 802.11 nach ac-Standard und Dual-Band-Support (2,4 Gigahertz und 5,0 Gigahertz), GPS, Glonass und NFC sind an Bord. Das GPS-Modul findet rasch einen Fix, sodass kein Grund zur Kritik besteht. Außerdem hat Google einen sogenannten Sensor-Hub, einen Zusatzprozessor, integriert, der weniger rechenintensive Aufgaben wie das Schrittezählen für Google Fit und Co. übernimmt, sodass der Snapdragon-810-Chip ruhen kann und weniger Energie verbraucht wird. Auch der Fingerabdrucksensor wird über das Hub gesteuert.

Wo wir schon dabei sind: Der rückseitige Fingerabdrucksensor funktioniert, wie er soll. Tappt man mit einem seiner registrierten Finger auf die kleine runde Stelle unterhalb der Kamera, wird das Phablet im Nu aus dem Standby geholt und steht sofort zur Nutzung bereit. Es ist überraschend, wie schnell dieses Feature bei mir den Griff zum Powerbutton ersetzt hat.

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Wie auch beim Nexus 5X ein Highlight: der Fingerabdruckscanner. (Foto: t3n)

Was ich mir aber noch für den Fingerabdruckscanner wünschen würde, wären weitere Gesten, wie sie beispielsweise beim Huawei Mate S (zu unserem Test) zu finden sind. Denn bei Huaweis Edelphablet dient eine Wischbewegung über den Scanner zum Runterscrollen der Benachrichtigungsleiste, ein Doppeltap quittiert alle Benachrichtigungen. Selbst zum Scrollen durch die Bildergalerie lässt sich der Scanner nutzen, sodass nicht immer die Finger den Bildschirm verdecken.

Wie schon das Nexus 6 besitzt das P-Modell Stereolautsprecher auf der Vorderseite – beim Nexus 5X wurde leider darauf verzichtet. Der Sound der Front-Speaker ist okay, kann aber nicht mit dem Klang- und Tonspektrum von HTC-BoomSound-Lautsprechern mithalten, die nicht selten als Referenz für Smartphone-Lautsprecher herangezogen werden. Nicht missverstehen: Die Speaker sind zweifelsohne um Welten besser als Monolautsprecher, aber ihnen fehlt ein wenig die Kraft. Die Empfangs- und Sprachqualität beim Telefonieren dagegen ist bestens.

Dank solidem Akku ein guter Alltagsbegleiter

Der große 3.540-Milliamperestunden-Akku des Nexus 6P verspricht einen langen Atem, schließlich ist er um 200 Milliamperestunden größer als noch beim Nexus 6. Doch: Bringt mich der Akku über den Tag? Diese Frage lässt sich absolut bejahen. An keinem Tag der Testphase von einer Woche hatte ich Probleme mit einem zur Neige gehenden Akku, wobei es an einem Tag schon recht knapp war. Das lag aber an einer schlechten Mobilfunkverbindung im Zug zwischen Berlin und Hannover. In solchen Szenarien suchen Smartphones permanent nach einem Signal und saugen damit den Akku leer. Abgesehen davon war am Ende des Tages stets ausreichend Saft vorhanden. Bei moderater Nutzung mit E-Mails, Facebook und Co. kann man sogar auf anderthalb Tage mit einer Akkuladung kommen.

Bei normaler Nutzung sollte der Akku mindestens einen Tag lag halten. (Screenshots: t3n)

Bei normaler Nutzung sollte der Akku mindestens einen Tag lag halten. (Screenshots: t3n)

Falls ihr das Phablet wenig nutzt, könnt ihr sogar mehrere Tage mit einer Akkuladung auskommen, denn der mit Android 6.0 Marshmallow eingeführte „Doze-Modus“ hilft dabei, den Akku zu schonen: Wird das Smartphone nicht benutzt, werden Apps einfach „schlafen“ gelegt, sodass sie sich nicht permanent mit dem Netz verbinden.

Falls der Akku des Nexus 6P doch mal zur Neige gehen sollte, so dürft ihr eines nicht vergessen: Packt das im Lieferumfang enthaltene USB-Typ-C-Ladekabel mit ein, denn im Unterschied zum microUSB-Kabel, das weit verbreitet ist, sind die neuen Typ-C-Kabel noch rar gesät. Dieser Umstand wird sich in den kommenden Monaten zwar hoffentlich ändern, aktuell seid ihr aber fast auf euch allein gestellt. Die Umstellung auf diesen neuen Standard bringt aber nette Vorteile mit sich: Zum Beispiel kann der Stecker nie wieder verkehrt herum eingestöpselt werden, außerdem könnt ihr anderen, sofern das richtige Kabel vorhanden, mit Strom aushelfen, denn das Nexus 6P kann dann auch als Akkupack fungieren.

Im Unterschied zu den letzten Nexus-Modellen hat Google bei seiner neuesten Generation die Möglichkeit des kabellosen Ladens gestrichen. Beim Nexus 6P ist der Support dieser Technologie aufgrund seiner Metallrückseite schwierig, beim Nexus 5X wäre es wegen des Polycarbonatgehäuses kein Problem. Immerhin: Dank Schnellladetechnologie lässt sich selbst das Nexus 6P trotz des großen Akkus in knapp anderthalb Stunden voll aufladen.

Fazit: Tolles Phablet mit wenigen Schwächen

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Zwar teuer, aber toll. (Foto: t3n)

Mit dem Nexus 6P legt Huawei ein solides Debüt hin, das auf nahezu der ganzen Linie überzeugt. Die Verarbeitung ist wie es sich für Oberklasse-Geräte aus dem Hause Huawei gehört, absolute Spitze, an Display und Fingerabdruckleser gibt es keinen Grund zur Kritik und – wer hätte das gedacht – auch der Snapdragon-810-Prozessor macht Spaß und wird dabei nicht heiß.

Wer aktuell auf der Suche nach dem besten Android-Gerät mit Phablet-Formfaktor, Stock-Android und regelmäßigen Updates ist, wird kaum um das Nexus 6P herumkommen. Abstriche muss man allerdings bei der Erweiterbarkeit des Speichers und dem Akku machen, der sich nicht austauschen lässt. Doch beides sind Faktoren, mit denen es sich leben lässt, schließlich bietet Google das 6P mit verschiedenen Speichergrößen an – und für mehr Saft gibt es Akkupacks.

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Nexus 6P oder 5X – welches Google-Phone darf’s denn sein?(Foto: t3n)

Ein Kritikpunkt der abschließend nicht fehlen darf, ist jedoch der verhältnismäßig hoch angesetzte Preis des Nexus 6P in Europa. In den USA schlägt das Phablet mit 499 US-Dollar für das 32-Gigabyte-Modell zu Buche, das nächstgrößere kostet 549 US-Dollar (64 Gigabyte) und das 128-Gigabyte-Variante wechselt für 649 US-Dollar den Besitzer.  In Euro umgerechnet wären das etwa 470 Euro, 515 Euro und 610 Euro – jeweils ohne Steuern.  In Europa aber bekommt man für 649 Euro gerade mal die 32-Gigabyte-Variante, weshalb die Preisgestaltung für den europäischen Raum für heftige Diskussionen gesorgt hat. Es ist daher zu hoffen, dass der doch recht hohe Preis wenigstens bei Einzelhändlern noch etwas sinkt. Die-Hardcore-Android-Fans und Early-Adopter aber werden vermutlich trotz des hoch angesetzten Preises zuschlagen – und bereuen werden sie es nicht: denn das Nexus 6P ist ein tolles Phablet.

Pro:

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Tolle Kamera
  • Tolles Display
  • Schneller Fingerabdrucksensor

Kontra:

  • Hoher Preis (in Europa)
  • Fest verbauter Akku
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akkulaufzeit mittelmäßig

Das Nexus 6P wurde uns von Google für einen redaktionellen Test zur Verfügung gestellt.

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2 Kommentare
Marc Gutt

Es wäre eventuell das Beste, wenn es immer noch Qi hätte, aber so ist es unvollständig im Vergleich zu den Vorgängern. Da aktuell nur Samsung mit Qi 1.1 Fast Charging auf den Markt drängt, gehe ich mal davon aus, dass Google zu geizig war und Samsung die Exklusivrechte erworben hat. Mir kommt jedenfalls nichts mehr ohne Qi ins Haus.

Antworten
Teppiche

Danke für den sehr ausführlichen Bericht / Test – denke vor allem der hohe Preis wird dafür sorgen, dass hier in der EU keine Millionen verkauft werden. Es ist halt doch kein iPhone, hat zwar die selben Schwächen (Contra Punkte) aber hat keinen Coolnesfaktor – für 399 würde ich sagen – her damit

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