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Karriere

Diese 3 Fehler wirken harmlos, aber sie ersticken die Kreativität deines Teams im Keim

Kreativität braucht den passenden Nährboden. (Foto: Shutterstock)

Kreativität und neue Ideen sind in einem Unternehmen Gold wert. Dafür aber muss es auch einen Nährboden geben. Welche Dinge Chefs vermeiden sollten, damit sich die Originalität ihrer Mitarbeiter frei entfalten kann, liest du hier.

Kreativität ist eine Mimose

Es gibt unzählige Theorien darüber, wie Kreativität entsteht und eben so viele Methoden, die ihrer Entfaltung dienen sollen. Schaut man sich die verschiedenen Theorien an, drängt sich aber vor allem eines auf: Kreativität ist eine Mimose. Sie gedeiht weder unter zu wenig, noch unter zu viel Druck. Sie sprießt an einigen Tagen wie aus dem Nichts, und an anderen macht sie keinen Mucks. Und: Sie funktioniert bei jedem ein bisschen anders.

Chefs wollen kreative Prozesse in ihrem Unternehmen fördern und tun auch gut daran, ein bisschen Zeit dafür zu opfern. Denn eine einzige gute Idee kann unter Umständen über Jahre hinweg konstant Zeit oder andere Ressourcen sparen. David Burkus, Autor des Buches „Der Mythos Kreativität“ sagt, dass viele Chefs dabei versehentlich in die Falle tappen, die Kreativität ihrer Mitarbeiter im Keim zu ersticken. Er hat drei Fehler identifiziert, die zwar harmlos wirken, für den Kreativitätsprozess jedoch Gift sind:

1. Brainstormen, bis der Arzt kommt

Methoden Kreativitaet Brainstorming
Brainstormen ist nur ein kleiner Teil des Kreativitätsprozesses. (Foto: Shutterstock)

Beim Brainstorming scheiden sich die Geister. Es gibt in der Literatur etliche Fürsprecher, aber auch viele, die sagen: alles Quatsch. Burkus lässt sich dagegen nicht darüber aus, ob Brainstorming sinnvoll ist oder nicht, sondern vielmehr darüber, wie es sinnvoll ist. Das Brainstorming sei nämlich nur einer ganz kleiner Teil im Kreativitätsprozess und als solcher solle er auch gesehen werden. Auch wenn es in fast allen bekannten Methoden vorkommt – sei es das Osborn-Parns-Modell oder der Design-Thinking-Ansatz – mache es immer nur einen Schritt von vielen aus.

Divergentes Denken kann zum Beispiel nur dann zum Erfolg führen, wenn das Team ausgiebig das Problem recherchiert hat, sonst kann das Brainstorming nicht die richtige Frage beantworten. Zudem darf die Phase nach dem Ideensammeln nicht vergessen werden, in der konvergierendes Denken die Oberhand haben sollte: Ideen werden zusammengeführt und aussortiert, um die Antworten zu finden, die zur Umsetzung gebracht werden können. Es muss also weitergedacht werden. „Wenn die gesamte kreative Methode darin besteht, dein Team in ein Zimmer zu stecken und ein Whiteboard vollzuschreiben, wird das nicht sehr weit führen“, so Burkus.

2. Hitzige Diskussionen schlichten

„Die Besten Teams kämpfen ein bisschen untereinander – oder auch viel.“

Team-Building hat gerade in vielen Startups einen hohen Stellenwert. Deswegen ist Teamleadern Freundlichkeit und Zusammenhalt auch sehr wichtig. Wenn es allerdings um Kreativität geht, gilt es, dieses Prinzip etwas aufzuweichen. „Die besten Teams kämpfen ein bisschen untereinander – oder auch viel“, sagt Burkus. Ein strukturierter, aufgabenorientierter Konflikt zeige, dass neue Ideen in die Gruppe gebracht und getestet werden. Wenn alle Teammitglieder immer übereinstimmen, ist das vermutlich ein Zeichen dafür, dass sie sich in ihren Ideen selbst zensieren – oder noch schlimmer: gar keine mehr haben.

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Eine hitzige Diskussion ist der Kreativität eher zuträglich. Teamleiter sollten lieber moderieren, als sie zu beenden. (Foto: Shutterstock)

Untersuchungen hätten gezeigt, dass Teams, die sich nicht an die klassischen Brainstorming-Methoden halten und über ihre Ideen debattieren, wenn sie aufkommen, am Ende mit mehr und besseren Ideen dastehen, erläutert der Experte. Auch wenn man als Teamleiter eher das Gefühl hat, man sollte allzu hitzige Diskussionen beenden, bilden sie die Grundlage für eine kreative Entwicklung. Lieber sollte man die Diskussion moderieren und aufpassen, dass sie fair bleibt, anstatt sie im Keim zu ersticken.

3. Über Ideen urteilen, bevor sie getestet wurden

„Menschen tendieren dazu, Ideen zu favorisieren, die den Status Quo unterstützen.“

Wie frei eine Idee ist, hängt stark davon ab, von wie vielen Menschen sie abgenickt werden muss. Muss sie sich durch eine komplette Hierarchie schlängeln, ist sie vielleicht schon von vornherein Opfer der Selbstzensur geworden, denn die meisten Menschen tendieren dazu, Ideen zu favorisieren, die den Status Quo unterstützen. Muss nur ein Teamleiter überzeugt werden, wird sich das Team mehr trauen und eher eine „Go“ bekommen. Das wiederum bestätigt das Team nachhaltig, auch mal aus gängigen Denkstrukturen auszubrechen.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ein Mitarbeiter oder ein Team, das mit seinen Ideen schnell auf Ablehnung stößt, weniger bereit ist, auch mal „out of the Box“ zu denken und ungewöhnliche Vorschläge zu machen. Somit fördert man, dass immer die gleichen, sicheren und langweiligen Ideen kommen. Anstatt ungewöhnliche Ideen früh zu bewerten, sollte man sie auszuprobieren und die Bewertung aussetzen, bis man erste Ergebnisse sehen kann. Sicher bedarf auch das einiger Kreativität. Dennoch zahlt es sich aus, aufgrund echter Resultate Entscheidungen zu fällen, bevor man außergewöhnliche Ideen verwirft und neue sucht, so der Experte.

Will man kreative Denkprozesse im Unternehmen steigern, lohnt es sich also, mal vom gewohnten Pfad abzuweichen und nicht immer dem ersten Impuls zu folgen.

Lies in diesem Zusammenhang auch: „Alle für einen, einer für alle: 11 Faktoren erfolgreicher Teamarbeit“.

via hbr.org

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