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Nodersok: Microsoft warnt vor neuer Malware, die Web-App-Technologie nutzt

Microsoft warnt vor Node.js-Malware. (Grafik: Shutterstock)

Microsoft hat eine Sicherheitswarnung vor einer neuen Malware namens Nodersok herausgegeben. Die installiert Node.js auf den infizierten Geräten und nutzt sie als Proxys.

Bei Nodersok handelt es sich um eine Malware, die Computer über eine manipulierte HTA-Datei infiziert, über mehrere Skripte Software nachinstalliert und diese dann wiederum über Skripte steuert. Das Ziel ist derzeit wohl die Nutzung der Geräte als Proxy, um darüber etwa weitere Schadsoftware zu verteilen oder sie zu einem Botnet zusammenzuschließen.

Nodersok soll in den vergangenen Wochen Tausende von Computern angegriffen haben. Dabei seien vor allem Endverbraucher in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa betroffen, wie Microsoft mitteilt.

So funktioniert Nodersok

Microsoft detailliert die Strategie der Malware in obigem Schaubild. (Grafik: Microsoft)

Schon seit Juli 2019 sei die Malware aktiv, die schwer zu identifizieren ist, weil sie keine eigenen ausführbaren Dateien installiert. Vielmehr setzt sie nach Microsofts Erkenntnissen auf die Verwendung bekannter Software wie Node.js und Windivert, die auf den betroffenen Systemen keine Warnung auslösen. Die Steuerung des Malware-Verhaltens funktioniert vollständig über Skripte, die nur im Arbeitsspeicher ausgeführt werden.

Ausgangspunkt der Infektion soll dabei eine HTA-Datei, also eine ausführbare HTML-Datei, sein, die Nutzer etwa per Klick auf einer entsprechend präparierten Website herunterladen oder über eine Schadwerbung eingespielt bekommen. Diese beinhaltet verschlüsselte Skripte, die auf der Powershell, mit VBA und mit JavaScript arbeiten. Auf der Ebene der Powershell, also auf der Kommandozeile, versucht das Skript zunächst, den Windows Defender abzuschalten, um die weiteren Schritte ungestört gehen zu können.

Dann installiert Nodersok das namensgebende Node.js-Framework, das im heutigen Web sehr populär ist, weil es JavaScript-Befehle auf Server-Ebene ausführen kann. Damit und unter Beteiligung des Open-Source-Tools Windivert wird der infizierte Rechner zum Proxy-Server aufgerüstet, den die Malware-Entwickler nun mit Aufgaben betrauen können. Das könnte etwa die weitere Verteilung von Schadcode oder die Teilnahme an einem Botnet mit vielfältiger Motivation sein.

Ciscos Talos entdeckt Malware ebenfalls, nennt sie Divergent

Die Sicherheitsexperten von Ciscos Talos haben ebenfalls die beschriebene Malware entdeckt, sie aber Divergent genannt und eine andere Auffassung von der Zielsetzung der Schadsoftware. Nach ihren Ermittlungen besteht der einzige Zweck der Malware darin, automatisiert Werbeklicks zu tätigen, also Klickbetrug in großem Stil zu begehen, um Werbegelder in die Taschen der Entwickler umzuleiten. Die Experten von Talos fanden in der Malware jedoch Hinweise darauf, dass die Nachinstallation von Fernsteuerungssoftware wie Teamviewer zumindest vorbereitet ist.

So oder so ist eine Node.js-Installation auf dem infizierten Rechner eine Plattform, die für viele verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann und von daher unbedingt zu identifizieren und zu entfernen ist.

So schützt ihr euch vor Nodersok/Divergent

Talos und Microsoft versprechen, dass die jeweilige Unternehmens-Schutzsoftware, etwa Ciscos Advanced Malware Protection und Microsofts Defender Advanced Threat Protection, einen effektiven Schutz vor Nodersok/Divergent darstelle. Laut Microsoft kann jedoch auch der Windows Defender in Windows 10 vor Nodersok schützen. Das gilt natürlich nur, wenn es Nodersok nicht gelungen ist, ihn abzuschalten. Nutzern ist es daher zu empfehlen, den Schutzstatus ihrer Defender-Installation zu überprüfen.

Das geht unter Systemsteuerung > Windows-Sicherheit > Viren- und Bedrohungsschutz. Sollte der deaktiviert sein, findet ihr auf der Startseite der App direkt den Button Aktivieren.

Passend dazu: Agent Smith impft Malware in beliebte Apps

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Ein Kommentar
Moritz
Moritz

toll überall bekomme ich Meldungen über Nodersok etc., kein Artikel verrät wie man sich als mittelmäßiger Endanwender effektiv davor schützt.
Könnte man irgendwie das ausführen von bestimmten Dateitypen komplett verhinder? wie zb mit dem Tool Restri’ctor von der ‚ct?
Wenn ich nach solchen programmen suhe finde Ich nunmal nix aktuelles.
Und dann werden die selbsternannten IT fuzzis noch höllisch Arrogant aka. wenn man keine Ahnung hat soll man die Finger davon lassen…
Könnten dann bitte sämtlich IT Menschen eine Bannmeile um jegliche Baumärkte akzeptieren? Ich möchte ja nicht, dass diese sich vor lauter unkentniss verletzen und ins Krankenhaus müssen dies geht ja schließlich auh zu meinen lasten….

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