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Notebooksbilliger braucht einen neuen Chef

Neuer Chef gesucht: Notebooksbilliger und Oliver Ahrens gehen getrennte Wege. (Foto: Notebooksbilliger.de)

Nach der misslungenen Kooperation zwischen Medimax und Notebooksbilliger gehen CEO Oliver Ahrens und das Unternehmen zukünftig getrennte Wege.

Nach nur eineinhalb Jahren als CEO bei Notebooksbilliger muss Vorstandschef Oliver Ahrens nach Medieninformationen seinen Platz räumen. Wie das Handelsblatt berichtet, gab es nach dem gescheiterten Zusammenschluss mit der Elektronikkette Medimax jetzt Differenzen über die Strategeie, mit der das Unternehmen in Zukunft erfolgreich sein will.

Haupteigner und Vorstandsmitglied Arnd von Wedemeyer und Finanzchef Oliver Hellmold wollen die Arbeit vorerst unter sich aufteilen. Bemerkenswert ist, dass die Mitteilung auf Dankesworte an Oliver Ahrens komplett verzichtet und auch die Leistungen des scheidenden CEO nicht würdigt. Marketingchef Zoltan Maklary spricht gegenüber dem Handelsblatt von „unterschiedlichen strategischen Vorstellungen“. Das Unternehmen macht nach eigenen Angaben mit rund 900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 750 Mio. Euro (2017).

Wie Notebooksbilliger ohne Medimax klarkommt

Notebooksbilliger, schon früh gestartet als E-Commerce-Only-Händler im Computerumfeld, hat über die letzten Jahre zahlreiche Filialen eröffnet, blieb aber vor allem in seinem Kerngeschäft erfolgreich. Das wollte man ändern, indem man mit der Elektronikkette Medimax enger zusammenarbeiten und eine gemeinsame Gesellschaft schaffen wollte. Die wiederum ist zwar mit zahlreichen Filialen in der Fläche erfolgreich, hat aber (ähnlich wie die Mitbewerber Mediamarkt oder Saturn) mit dem aktuellen Multichannel-Trend und dem Online-centric-Handel zu kämpfen. Schon nach gut zwei Monaten war im November klar, dass die beiden Unternehmen nicht zusammenwachsen würden, ohne ihr eigenes Profil zu schädigen. Insbesondere die Diskussion um Preisunterschiede zwischen Onlinehandel und Filialen – ein Standardthema auch in anderen Ketten dieser Art – sei zum Streitpunkt geworden, hört man aus Unternehmenskreisen.

Dass CEO Oliver Ahrens jetzt geht, hat allerdings dem Vernehmen nach nicht direkt etwas mit der gescheiterten Allianz zu tun, sondern eher mit der Frage nach der zukünftigen Strategie. Eigentlich hatte es so ausgesehen, als ob die gescheiterte Fusion aus Medimax und Notebooksbilliger vor allem für Medimax von Schaden ist. Der heutige Schritt legt allerdings nahe, dass auch Notebooksbilliger gemeinsam mit Medimax erfolgreicher sein könnte.

Immerhin hätte der einstige Pure-Player auf diese Weise im Handumdrehen die Zahl der Filialen drastisch erhöhen und eine ähnliche Strategie wie die Media-Saturn-Gruppe fahren können. Jetzt prüft das Unternehmen offenbar, wie man auch ohne direkten Zusammenschluss mit Medimax zusammenarbeiten kann und welche Multi-Channel-Strategien für Notebooksbilliger ansonsten sinnvoll erscheinen. Ob sich Notebooksbilliger also wieder mehr auf seine Kernkompetenz E-Commerce zurückzieht oder aber sich klar als Multichannel-Anbieter mit weiteren Filialeröffnungen positioniert, bleibt abzuwarten.

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Ein Kommentar
NathanI
NathanI

Da hat also jemand gemerkt, dass es nicht erstrebenswert ist, das Geschäftsmodell von Mediamarkt und Saturn zu kopieren und als dritter Player in dem Segment zu scheitern und muss dafür gehen. Juhu, alles richtig gemacht Herr Ahrens!
Als reiner Online-Anbieter wird es der Laden allerdings genauso schwer haben – es sei denn, man schafft es, sich stark ggü. amazon zu differenzieren. Welche Punkte das allerdings sein sollen, ist fraglich.

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