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Noyes Technologies: Münchner Startup entwickelt Nano-Lager für Innenstädte

Noyes Technologies mit Sitz in München wurde von Aaron Spiegelburg und Marco Prüglmeier gegründet. (Foto: Noyes Technologies)
Lesezeit: 2 Min.
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Ein Münchner Logistik-Startup hat ein Nano-Lager entwickelt, das in vielerlei Hinsicht Kosten sparen könnte und angesichts des Quick Commerce genau zur richtigen Zeit kommt.

Manchmal kommt man mit einer Idee zu früh, manchmal passt das Timing aber auch exakt. Noyes Technologies, ein Logistik-Startup aus München, hat das nach eigenen Angaben erste automatisierte und hochflexible Nano-Lagersystem auf den Markt gebracht, das speziell für den Einsatz in Städten entwickelt wurde. Diese Woche hat das Unternehmen eine Seed-Investition in Höhe von 3,8 Millionen Dollar bekannt gegeben. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Vsquared Ventures, zusätzlich haben 468 Capital und die Abacon Capital investiert.

Das Unternehmen könnte dazu beitragen, dass die Schnelllieferdienste im Supermarktbereich wie Flink und die Gorillas effizienter arbeiten und profitabel werden. Denn deren Versprechen, Waren innerhalb von zehn Minuten im kleinen Radius um die in den Städten verteilten Lager auszuliefern, ist knapp kalkuliert und erfordert vor allem eine große Zahl an Lagerplätzen. Und viele kleine Lager sind bekanntermaßen schwieriger zu orchestrieren als ein großes. Ob das Geschäftsmodell tragfähig ist, hängt also auch davon ab, ob das von den Münchner Gründern Marco Prüglmeier und Aaron Spiegelburg versprochene Konzept, Warenlager von der Größe einer Garage zu ermöglichen, aufgeht. Dabei soll die kleinste Version des Warenlagers gerade einmal 20 Quadratmeter Fläche erforderlich machen und dennoch das übliche Sortiment eines Schnelllieferdienstes beherbergen. Bislang versteht man unter kleinen Lagern solche mit mehreren Hundert Quadratmetern – für die erforderlichen Innenstadtlagen ist das aber keine Option.

Idee der Nano-Lager könnte Kosten sparen

Möglich wird das mit Hilfe eines Lagers im Würfelformat, das eine Vielzahl von Schubladen enthält, die teilweise von außen gar nicht zugänglich sind, sondern über Roboter im Inneren gesteuert werden. Diese sollen schneller als der menschliche Packer die gewünschten Waren zusammenstellen und in ein Ausgabefach legen können. Neben den genannten Gorilla-ähnlichen Diensten könnten aber auch Supermärkte auf diese Weise Vending-Machines für die Zeit nach Geschäftsschluss betreiben. Auch Packstationen oder Gepäckfächer an Bahnhöfen könnten sich so organisieren lassen. Denkbar wären außerdem Einsatzbereiche in der industriellen Intralogistik, etwa bei der Bereitstellung von Ersatzteilen. Das System, das Maße für industrielle Standards unterstützen soll, könnte auch für zu kühlende Waren funktionieren.

Die beiden Gründer haben mit ihren 49 und 43 Jahren bereits eine Karriere in der Automobilindustrie bei BMW hinter sich und erklärten gegenüber dem Handelsblatt, sie hätten alleine mit der industriellen Anwendung die Möglichkeit gehabt, das Thema weiterzuentwickeln und entsprechendes Investorengeld zu erhalten. Der erste Kunde für ein Leuchtturmprojekt sei dennoch ein Schnelllieferdienst –  und dass die Investoren gerade in eine solche Idee mit dem Storytelling des Quick Commerce investieren, verwundert nicht, weil hier neben dem Effizienzthema auch der Nachhaltigkeitsgedanke vorkommt und, wie bereits gesagt, das Momentum stimmen könnte. So bestätigt etwa auch Tobias Krauss, CEO der Abacon Capital: „Als Purpose-getriebener Investor hat uns vor allen Dingen die Nachhaltigkeit des Produktes und die Vision der Noyes-Technologies-Gründer überzeugt. Durch den reduzierten Bedarf an Lagerflächen, kombiniert mit innovativen, intelligenten Kühlungslösungen, kann nicht nur der Energieverbrauch des Lagersystems drastisch reduziert werden, sondern auch der eines ganzen Q-Commerce-Stores.“

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