Entwicklung & Design

Nach Streit mit Messaging-Anbieter: Entwickler zieht 250 Pakete zurück und beeinträchtigt tausende Projekte

Open-Source. (Foto: Shutterstock)

Nach einem Streit mit dem Messaging-Anbieter Kik und dem Paketmanager NPM hat ein Entwickler über 250 Pakete von der Plattform entfernt. Das führte zu Chaos in tausenden Open-Source-Projekten, die auf eines der Pakete angewiesen sind.

Open-Source-Chaos: Entwickler zieht Pakete von NPM zurück

Der Paketmanager NPM enthält mehr als 240.000 Pakete und ist längst fester Bestandteil der Arbeit vieler Node.js-Entwickler. Diese Abhängigkeit hat jetzt allerdings zu einem enormen Problem für tausende Open-Source-Projekte geführt. Grund dafür war ein Streit zwischen dem Entwickler Azer Koçulu und dem Messaging-Anbieter Kik. Die Anwälte des Unternehmens hatten Koçulu dazu aufgefordert, ein gleichnamiges Node.js-Paket von NPM zu entfernen.

Koçulu weigerte sich, woraufhin Kik erfolgreich Druck auf NPM ausübte, um den Besitz des Pakets auf das Unternehmen zu übertragen. Damit war Koçulu allerdings kein bisschen einverstanden, und so entfernte der Entwickler als Reaktion darauf sämtliche seiner über 250 Pakete von NPM. Unglücklicherweise war auch left-pad unter den entfernten Paketen – wodurch tausende Open-Source-Projekte, inklusive Node.js und Babel, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Paketmanager: left-pad wurde von NPM zwischenzeitlich in Version 0.0.3 republiziert. (Screenshot: npmjs.com)

Paketmanager: left-pad wurde von NPM zwischenzeitlich in Version 0.0.3 republiziert. (Screenshot: npmjs.com)

NPM republiziert entferntes Paket

Laurie Voss, der Mitbegründer von NPM, hat Version 0.0.3 von left-pad mittlerweile republiziert. Er erklärte auf Twitter, es würde sich dabei um einen bisher nie dagewesenen Fall handeln. Aufgrund der großen Verbreitung des Pakets habe er sich jedoch gegen die Wünsche des Entwicklers und für die Interessen der Allgemeinheit dafür entschieden.

Azer Koçulu wiederum hatte zuvor in einem Blog-Beitrag erklärt, NPMs Einknicken gegenüber Kik habe ihm klargemacht, dass der Paketmanager nicht seinen Vorstellungen einer wirklich offenen Plattform entspreche. Er glaube aber daran, dass die Open-Source-Community irgendwann eine wirklich freie Alternative zu NPM entwickeln würde. Bis dahin sei seine Software auf GitHub verfügbar.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Statt Grunt, Gulp und Co.: Wie man NPM als Build-Tool verwendet“.

via news.ycombinator.com

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