Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitale Gesellschaft

NSA-Skandal: Interaktive Timelines zeigen, was bisher geschah

Bild: Flickr, manoftaste.de / CC BY 2.0

Es wird zunehmend schwerer, in der Spitzelaffäre der Geheimdienste um NSA, GCHQ und BND auf dem Laufenden zu bleiben. Doch es gibt Projekte, wie die vom Guardian und von Heise, die Abhilfe leisten.

NSA-Skandal wird immer umfangreicher – Ein Ende ist nicht in Sicht

Fünf Monate NSA-Affäre und eine Ende ist noch nicht in Sicht: Selten hält ein Thema die Medien so lange auf Trab wie die Causa um das Überwachungsgebaren der „Five-Eyes“-Nachrichtendienste. Im Juni hat der Whistleblower Edward Snowden erstmals Geheimakten des Computerprogramms PRISM an die Öffentlichkeit gegeben – es folgten Details zu Tempora und XKeyscore. Während der ehemalige NSA-Mitarbeiter zuerst die Bürgerüberwachung aufdeckte, setzen wir uns aktuell mit Erkenntnissen zur massiven Bespitzelung von Politik und Wirtschaft auseinander. Schlussendlich wird immer deutlicher, dass die Sicherheitsbeamten des NSA, des GCHQ und auch des BND sowie einige weitere Protagonisten nicht nur alle technischen Register ziehen, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch juristische Schlupflöcher ausnutzen oder bei Bedarf einfach welche schaffen.

Interaktive Infografiken zum NSA-Skandal leisten Abhilfe

Fast täglich erreichen uns neue Nachrichten aus Snowdens scheinbar unerschöpflichem Fundus an geheimen Informationen – hier den Überblick zu behalten, fällt vielen Beobachtern immer schwerer. Die Tage, in denen Journalisten den Umfang der Erkenntnisse innerhalb eines geschriebenen Artikels zusammenfassen konnten, sind schon seit Wochen gezählt. Insofern kommen grafisch aufbereitete und interaktive Übersichten, die mit modernen, multimedialen Internet-Technologien kleinteilige oder ausschweifend lange Artikel in den Hintergrund stellen, gerade recht. Vergangene Woche hat der Guardian so eine Übersicht veröffentlicht: „NSA Files Decoded“ – ein Meisterstück des digitalen Journalismus. Einziger Nachteil der wirklich außerordentlichen Übersicht: Es gibt keine deutsche Fassung. Die lokale Aufbereitung spielt in der Aufklärung nach wie vor eine große Rolle, denn nicht jeder versteht sich darauf, die englischsprachige, internationale Presse zu verstehen.

Der Guardian hat mit „NSA Files Decoded“ ein Meisterstück des digitalen Journalismus veröffentlicht. (Screenshot: theguardian.com)
Der Guardian hat mit „NSA Files Decoded“ ein Meisterstück des digitalen Journalismus veröffentlicht. (Screenshot: theguardian.com)

Einen weiteren Versuch, auch deutschen Bürgern den Umfang der Spitzelaffäre in ihrer Muttersprache zu präsentieren, hat jetzt heise.de mit dem Beitrag „NSA-Skandal: Was bisher geschah“ unternommen und eine sogenannte interaktive Timeline entworfen, die die einzelnen Etappen aufzeigt. Mit Hilfe einfacher „Scrolling“-Funktionen können Interessierte sich von links nach rechts und umgekehrt durch die vielen Meilensteine navigieren. Nach einer kurzen Einleitung in eine Nachricht können sich Leser weitere Informationen anzeigen lassen und über den „Mehr“-Button in die einzelnen Artikel gelangen. Technisch kommt die Heise-Übersicht zwar nicht an den Guardian-Beitrag heran, aber darum geht es auch nicht: Die Aufklärung steht im Vordergrund.

Die interaktive Infografik von Heise, fasst den NSA-Skandal in deutscher Sprache zusammen (Screenshot: heise.de)
Die interaktive Infografik von Heise fasst den NSA-Skandal in deutscher Sprache zusammen. (Screenshot: heise.de)

NSA-Affäre: Die Einordnung der Umstände wird immer wichtiger

Auch wir bei t3n haben uns mit einigen Meinungsbeiträgen in die Debatte eingemischt und versucht, Nachrichten stärker einzuordnen. Als Leseempfehlung möchten wir euch folgende Kommentare noch mal ans Herz legen:

Vergesst Merkelphone – die Bürgerüberwachung ist der eigentliche Skandal

NSA MerkelphoneDie Überwachungscausa hat seit einigen Tagen eine neue Dimension erreicht. Nicht mehr die Bürgerüberwachung ist zentrales Thema, sondern das Merkelphone. Ein fataler Fehler, meint Andreas Weck.

Unser Artikel: Vergesst Merkelphone – die Bürgerüberwachung ist der eigentliche Skandal

Doppelklick: Russland, China, Syrien – Nicht nur die NSA hat ordentliche Spione

nsa-spyvsspy-290x163Beim Thema Spionage fällt immer wieder ein Begriff: NSA. Was dabei oft vergessen wird: Auch Länder wie Russland, China und Syrien überwachen ihre Bürger, spionieren Staaten aus und manipulieren Informationen. Die Doppelklick-Kolumne von Florian Blaschke.

Unser Artikel: Doppelklick: Russland, China, Syrien – Nicht nur die NSA hat ordentliche Spione

NSA-Affäre: Die letzte Bastion der Privatsphäre ist gefallen

nsa_gchq_ssl_schloss-290x163In der NSA-Affäre scheinen die Würfel gefallen: Die Regierung glänzt mit Nichtstun und der technische Schutz vor Spähangriffen scheint seit Neuestem komplett ausgehebelt. Die letzte Bastion der Privatsphäre wurde endgültig eingenommen.

Unser Artikel: NSA-Affäre: Die letzte Bastion der Privatsphäre ist gefallen

Warum ein deutsches Google keine Lösung für PRISM ist

Google NSADie deutsche Politik denkt laut über Konsequenzen aus dem PRISM-Skandal nach. Innenpolitiker wie Hans-Peter Uhl von der CSU oder Dieter Wiefelspütz von der SPD fordern etwa die Entwicklung „eigener Kommunikationstechnik“ und „angemessene Alternativen“. Ein deutsches Facebook oder Google? Mit staatlichen Mitteln einfach mal so aufziehen? Solche Aussagen belegen, dass die führende Köpfe unserer politischen Kaste leider nur wenig Ahnung vom Internet haben und vor allem die Dynamik hinter dem Netz nicht verstehen.

Unser Artikel: Warum ein deutsches Google keine Lösung für PRISM ist

PRISM: Warum nur digitale Aufklärung gegen die Überwachung schützt

obama-290x163Der Skandal um PRISM ist weitreichend. Die NSA praktiziert eine Form der Überwachung und Kontrolle, die ein kaum vergleichbares Ausmaß annimmt. Steuern wir auf eine Gesellschaft zu, in der es Normalität ist, dass Web-Nutzer dauerhaft überwacht und kontrolliert werden? Was können wir dagegen tun? Digital aufklären – und zwar bereits in der Schule.

Unser Artikel: PRISM: Warum nur digitale Aufklärung gegen die Überwachung schützt

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Eine Reaktion
Ralph

Da haben wir es mal wieder. Orwell hatte eben doch recht.
Die Flächendeckende Überwachung der STASI hätte uns eine Lehre sein sollen.
Man hätte dieses System nur weiterdenken müssen und wäre zwangsläufig darauf gekommen, dass im Zeitalter der Vernetzung das elektronische ausspähen eines jeden Bürgers kommen musste.
Seit der Urzeit gibt es Jäger und Gejagte. Um immer einen Schritt voraus zu sein wird sich das nie ändern. Lediglich die Mothoden werden den Möglichkeiten angepasst.
Es sollte niemand glauben, dass irgendetwas oder irgendwer diesen Werdegang aufhalten kann. Im Kampf um Vorherrschaften werden immer wieder neue Methoden ersonnen um das gesteckte Ziel zu erreichen. Ob dies nun moralisch korrekt ist hängt von der Position des Betrachters ab. Ist er Jäger oder Gejagter?

Digitale Aufklärung gegen Überwachung bedeutet nichts anderes als Überwachung seiner selbst und wieder einmal die Überwachung des anderen.
Die Fragen sind doch
- versucht jemand mich zu überwachen
- werde oder wurde ich bereits überwacht
- wie werde oder wurde ich überwacht

Ergo: ich muss selbst alles Überwachen um nicht Überwacht zu werden.

Welch Ironie!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst