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Interview

Number26-Gründer Maximilian Tayenthal: „Heute würden wir das nicht mehr so machen“

Number26-Mitgründer und COO Maximilian Tayenthal . (Bild: Number26)

Der Mitgründer und CFO der Online-Bank Number26 spricht im t3n-Interview über die Lehren aus der Kündigungswelle und wie das Fintech-Startup in Zukunft Geld verdienen will.

Maximilian Tayenthal atmet auf. Niemand aus dem Publikum des Number26 künftig als Fintech-Hub für Kunden und Technologieanbieter auftreten will.

t3n: In den letzten Wochen waren Number26-Kunden von Kündigungen ihres Kontos betroffen. Es war von wenigen bis hunderten die Rede. Wie viele waren es wirklich? Und sind die vorab informiert worden? 

Maximilian Tayenthal: Es waren ziemlich genau 500. Wir versuchen laufend, Customer Education zu machen und ihnen „Casual Usage“ beizubringen. Dafür haben wir zum Beispiel Cash26 eingeführt, mit der Funktion kann Bargeld im Laden abgehoben werden. Wir haben die Betroffenen aber nicht vorgewarnt, sondern im Einklang mit den AGBs gekündigt. Wir würden das heute nicht noch einmal so machen. Eines unserer Kernthemen ist Transparenz, aber wir sind nicht frei von Fehlern.

t3n: Wie oft darf man nun wirklich Bargeld vom Number26 abheben?

Tayenthal: Grundsätzlich kann man so viel abheben, wie man möchte. Hier hat es sich aber um Kunden gehandelt, die Number26 nicht als Hauptkonto verwendet haben. Wir haben gesehen, dass sich diese Nutzer Beträge von ihrem anderen Konto auf Number26 überwiesen haben und dann 25 Mal Bargeld abgehoben haben. Von denen haben wir uns dann getrennt. In der Kommunikation müssen wir besser werden, aber wirtschaftlich war es richtig.

Number26-Mitgründer und COO Maximilian Tayenthal will die Online-Bank mit Veranlagungs- und Sparprodukten zum Mainstream machen. (Bild: Number26)
Number26-Mitgründer und COO Maximilian Tayenthal will die Online-Bank mit Veranlagungs- und Sparprodukten in den Mainstream bringen. (Bild: Number26)

t3n: Wie haben sich diese Negativschlagzeilen ausgewirkt, sind Kunden dazugekommen oder abgesprungen?

Tayenthal: Es waren zehn, die tatsächlich gekündigt haben. Unsere Sign-Ups waren hingegen 50 Prozent höher als in der Woche davor. Dennoch müssen wir besser kommunizieren. Wir wollen ja Number26 als transparente Marke aufbauen, auf die Kunden vertrauen.

t3n: Sie haben vorhin die Hauptkonten erwähnt. Haben Sie Zahlen, wie viele User Number26 als ihr zentrales Konto verwenden? 

Tayenthal: Ja, aber diese Zahlen veröffentlichen wir nicht. Aber es ist der am schnellsten wachsende Indikator. Als wir gestartet sind, war unser Konto ein schlankes Produkt und es hat wenig Argumente gegeben, vollständig zu Number26 zu wechseln. Dann haben wir die Kontoüberziehung eingeführt, demnächst kommt ein Veranlagungsprodukt. Nach und nach komplimentieren wir das Produkt und in einem Jahr wird es überhaupt keinen Grund mehr geben, warum du nicht dein Hauptkonto bei uns hast. Dann kannst du Überweisungen machen, du kannst sparen und veranlagen, du bekommst einen Kredit. Hier erwarten wir einen Schub von Nutzern, die Number26 als Hauptkonto nutzen werden.

t3n: Wann wird es diese neuen Produkte für Veranlagung, Sparen und Kredite geben?

Tayenthal: Im nächsten Jahr werden wir alle paar Wochen ein Produkt launchen, relativ kurzfristig. Wir haben auch schon Produkte in der Schublade, die wir demnächst vorstellen werden. Die Features priorisieren wir nach den Wünschen unserer Kunden. Jetzt wünschen sie zum Beispiel ein Veranlagungsprodukt. Da wird es voraussichtlich eine Option mit mehr Risiko geben, und eine konservativere Option.

t3n: Das heißt, das Girokonto bleibt kostenlos und mit diesen Angeboten will Number26 dann Geld verdienen?

Tayenthal: Ja genau, das ist unsere Intention.

t3n: Number26 hat seinen Hauptstandort derzeit in Berlin, gibt es Pläne für die Expansion?

Tayenthal: Aktuell nicht, aber wenn wir zum Beispiel in Frankreich Hunderttausende Kunden haben, kann man darüber nachdenken. Abseits vom Kundendienst macht es für uns aber keinen Unterschied, da wir alle Kunden auf einer Plattform haben, die skalierbar ist. Wir suchen aber aktuell rund 50 Mitarbeiter – es ist eine Herausforderung, das perfekte Team zu finden.

t3n: Ihr habt im Rahmen der neuen Finanzierungsrunde verkündet, dass Number26 mittlerweile 200.000 Kunden hat. Was sind die Ziele für die nächsten Jahre?

Tayenthal: Aktuell beschäftigen wir uns weniger mit Wachstum, sondern versuchen das Produkt zu optimieren. Wir machen auch kein Marketing und wachsen deutlich unter unseren Möglichkeiten. Die nächsten fünf Jahre wollen wir jedenfalls die am schnellsten wachsende Bank Deutschlands sein.

Das Fintech-Startup Number26 will ein eigenes Girokonto anbieten. (Foto: Number26)
Number26 zog anfangs männliche Early Adopters an, mittlerweile erreicht das Fintech-Startup ein breiteres Publikum. (Foto: Number26)

t3n: Die Nutzerschaft von Number26 scheint sehr stark in der Gründercommunity angesiedelt zu sein. Zum Launch waren Anmeldungen auch nur mit Invites möglich. Wie sieht die Nutzerschaft heute aus? 

Tayenthal: Zu Beginn haben wir gesehen, dass die User eine Schnittmenge haben: Alle waren jung und männlich. Jetzt haben wir aber nicht mehr nur die Early Adopters, sondern erreichen langsam den Mainstream. Das heißt auch, dass sich das Verhältnis von Männern und Frauen annähert und auch die Zahl älterer Kunden jeden Monat steigt.

t3n: Bei Ihrem Vortrag am Fifteen Seconds Festival und auch in Interviews haben Sie darüber gesprochen, das Number26 zum Fintech-Hub werden soll. Wie kann man sich das vorstellen? Wollen Sie in den nächsten Jahren relevante Fintech-Anbieter aufkaufen?

Tayenthal: Wir stellen uns das eher als eine lose Art der Zusammenarbeit vor. Wir haben jetzt zum Beispiel schon den Dienst des Startups TransferWise integriert, das internationale Überweisungen durchführt. So werden wir das auch mit unserem Investment-Partnern machen. Wir glauben stark an die Unabhängigkeit und deshalb arbeiten wir so mit den besten Dienstleistern zusammen und bauen einen Marktplatz auf, anstatt die Services nachzubauen. Unsere Kunden profitieren von den besten Produkten, fairen Preisen und großer Transparenz. Natürlich kann es sein, dass wir in Zukunft mal auch eine Technologie zukaufen.

t3n: Wie ist denn Ihre allgemeine Einstellung zur Zukunft des Geldes und der Finanzindustrie? Auf internationaler Ebene investieren ja schon große Finanzinstitute in die Blockchain-Technologie, und auf politischer Ebene wird über das Ende des Bargeldes diskutiert. Wie rüstet Number26 sich für neue Währungsformen? 

Tayenthal: Wie schon gesagt priorisieren wir nach den Bedürfnissen der Kunden. Das heißt, wenn diese nach einem Bitcoin-Konto fragen, reagieren wir darauf. Noch gibt es aber keinen Bedarf. Wir haben aber Developer, die sich damit beschäftigen und es wäre sicher auch ein spannendes Produkt. Bei der vorletzten Finanzierungsrunde war Bitcoin noch ein großes Thema, bei der letzten war es fast kein Thema mehr. Wenn man den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellt, dann sind Blockchain-Technologien und ähnliches noch nicht auf dem Plan. Trotzdem versuchen wir, auf dem neuesten Stand zu sein. Aktuell setzen wir uns stark mit dem Thema Fraud Protection auseinander und werden dazu demnächst einige Neuigkeiten präsentieren.

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16 Reaktionen
Horst G Ludwig

Da laufen gleich mehrere Sachen falsch bei N26 und ich waere gerne bei der Kapitalround mit dabei gewesen, einfach nur zu sehen wieviel Experten es denn nun wirklich in dieser Materie gibt. Ich hoffe es klingt nicht nach Hochmut, aber eine Projektanalyse von einem Projekt das sich gleich in mehreren Mega-Bereichen entwickeln will muss schon gemacht werden und nicht nur einfach exponentielle Wachstumskurven lesen. Bankwesen ist da schon zehnmal komplexer als der technische Hintergrund und die Kundengewinngung, deren Erhaltung und Ausbau ist ebenfalls ein strategisches Paket das beim launch einfach sitzen muss.
Wir kommen dann hinterher sowieso zum Schluss, dass es bei der Hausbank billiger und sicherer ist, da diese die grenzueberschreitenden Zahlungsfluesse schon lange im Griff haben und nicht noch weiteres Geld an Postboten wie wire ausgeben. Das ist absolutes Anfaengerniveau oder auch typisch fuer die IT Branche auf startup Niveau, aber hoffentlich packen sie es noch.
Bitcoin zB haette gleich zuanfangs mit dabei sein muessen und nicht warten bis da einmal ein paar Kunden fragen (so eine Dummheit), aber die Erklaerungen hinterher lesen sich immer witzig so als waere mit einem plugin Alles machbar und es sich in Wirklichkeit um einen sehr langatmigen Prozess im Bankenregistrierungablauf handelt.

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Daniel 1206

"...Wie schon gesagt priorisieren wir nach den Bedürfnissen der Kunden. Das heißt, wenn diese nach einem Bitcoin-Konto fragen, reagieren wir darauf. Noch gibt es aber keinen Bedarf..."

...es wäre erstmal schön die Grundlegenden Kontovarianten, wie etwa ein Geschäftskonto zu entwickeln, als an Bitcoins zu denken... ;)

#justsayin...

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Inge

@herbert
Warum? ich habe mit denen nichts am Hut und ich habe weder was zu ihnen gesagt noch sie gelobt. Die sind mir vollkommen egal, Grep hingegen pflanzt hier unter jeden Beitrag der passt seinen affili link. Das finde ich schon etwas schäbig. Aber letztendlich muss er das mit sich selbst ausmachen ich kann ihn nur drauf hinweisen wie das wirkt.

Aber keine Sorge Grep, ich kann mich nicht wegen unlauterer Methoden beschweren und mich dann solcher bedienen um dann dagegen vorzugehen. ;)

Letztendlich sollte man nicht alles so ernst nehmen :)

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grep

Hallo ...,

ich bin's leid, wg. div. Lästerschwestern u. Löschtrollen werde ich keine Kommentare mehr auf t3n.de veröffentlichen.

Ciao, Sascha.

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Herbert

Liebe Inge,

man könnte glatt denken Sie wären ein bezahlter Schreiber von N26....

Viele Grüsse Herbert

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grep

Hallo Inge,

tun Sie was Sie nicht lassen können - Sie tun mir leid; denken Sie doch mal darüber nach.

Viel Erfolg bei ihren Bestrebungen, Rechtswege sind keine Einbahnstraßen - Sie wissen dass sicherlich.

Ciao, Sascha.

Antworten
grep

Hallo Inge,

vielen Dank für ihr reges Interesse, ihr Engagement - sich hierzu zu äußern mag ihnen eine Herzensangelegenheit sein und mich überrascht die große Beachtung die Sie mir zuteil werden lassen.

Sie sollten nicht in Sackgassen denken - man kann nicht mit Menschen über Planetenbewegungen diskutieren die die Schwerkraft ablehnen.

Bin ich ihnen noch weitere Kommentare wert - ich muss ihnen schon sehr wichtig erscheinen dass Sie mir so viel Aufmerksamkeit schenken.

Recht herzlichen Dank.

Ciao, Sascha.

Antworten
Inge

Ja, ich kann leider nicht anders. Ich glaube an das gute im Menschen und versuche verirrte kleine Schäfchen immer auf den rechten Weg zurückzuführen.

Dabei gebe ich auch die verlorenste Seele nicht auf und arbeite darauf hin das sie wieder einen Sinn im Leben entdecken und sich zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln.

Bei ihnen bin ich froher Hoffnung, denn wenn ihnen die Fragwürdigkeit ihres Tuns nicht bewusst wäre würden sie die Affili Links nicht mit dem Google Shortener tarnen.

In diesem Sinne, viel Erfolg auf ihrem Lebensweg und möge ihre erste Abmahnung wegen Schleichwerbung nicht allzu teuer sein ;)

P.S
Ist "Geldnotruf" mit Verweis zu ihrem Fidor Link auf ihrer Homepage nicht ein bisserl klein geraten? Schriftgöße 49 erkennt man ja kaum noch wenn man 20 Meter weit wegsteht. ^^

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Inge

Hat irgendwer gesagt das sie nicht wahr wären?

Es geht um die schäbige Art wie sie sich bereichern wollen.

Schreiben sie drüber "Für meinen Tip verlange ich Geld" und gut ist es.

So zu tun als ob man helfen möchte aber es letztendlich nur wegen dem Geld zu machen ist verachtenswert egal ob ihnen die Wortwahl passt oder nicht.

Finden sie sich damit ab, sie sind ein nerviger Spammer. Leute wie sie sind in allen Kommentarspalten unerwünscht. Denken sie mal drüber nach warum.

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grep

Hallo Inge,

ich bedaure dass Sie mich so missverstehen und danke ihnen dennoch für ihre wertvolle Meinung, die Sie so ungeschönt kommunizieren.

Vielen Dank dass Sie ihre geldwerte Zeit mir in zwei aufrichtigen Kommentaren widmen.

Ich wünsche ihnen eine erholsame Nacht und einen wunderschönen Sonntag.

Ciao, Sascha.

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Inge

Nachdem sie es so gut mit der Welt meinen auch ein Tip von mir(ganz unverbindlich und ohne Reflink)

Googlen Sie nach Schleichwerbung. So etwas ist in Deutschland nicht erlaubt. Da können sie uns hier zehnmal "unmodern" nennen.

Kleiner Pro Tip: Leute die für Usenext Werbung machen sind (fast) immer unseriös und Amazon Bewertungen schreiben nur um seine Homepageadresse unterzubringen lässt auch tief blicken ;)

Aber keine Angst, mit zunehmendem Alter kommen solche Erkenntnisse von ganz alleine ;)

grep

Hallo Inge,

vielen Dank für ihre wertvolle Einlassung, ich schätze ihre Meinung sehr auch wenn ihr Vokabular etwas rustikal anmutet.

Niemand zwingt Sie oder irgendjemand auf irgendeinen Link zu klicken.
Ob nun jemand Kunde bei der Fidor-Bank werden möchte oder nicht hängt sicher nicht damit zusammen ob irgendwer ggf. dadurch Geld verdienen könnte.

Alle meine Anmerkungen zur Fidor-Bank sind überprüfbar - wem's gefällt der kann dort Kunde werden, der Rest lässt's halt bleiben.

Sie sollten sich nicht über Dinge aufregen die in vielen westlichen Nationen normal sind und nur in DE als 'falsch' empfunden werden.

Seien Sie fortschrittlich - Sie schaffen dass.

Ciao, Sascha.

Antworten
Inge

@grep, Sascha
Wen gedenkst du zu veraschen? Das ist definitiv ein Affiliate Link. und das macht um daraus Vorteile zu ziehen. Meistens ist das ein Geldwerter Vorteil.

Also las den Scheiß stecken oder schreib es groß drüber.

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grep

Hallo ...,

Vertrauen (!) ist nicht plötzlich da, Vertrauen möchte verdient sein; meinen dazumalen Vertrauensvorschuss hat Number26 seinerzeit verspielt ... und Scheiße passiert nicht plötzlich - Scheiße braucht Zeit.

Einen Dispo-Kredit zu 5,99% p.a., den Geldnotruf, Guthabenzins, das P-Konto m. MasterCard, pfändungssichere Kreditkarte, kostenlose Kontoführung und Bargeldverfügung, bezahlte Kommentare, nette Community - dass alles u.v.m. erhält man so nur bei der Fidor-Bank (https://goo.gl/bpS9S7) und nicht bei Number26.

Ciao, Sascha.

Antworten
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Bitte weise darauf hin, dass Du einen Ref-Link angibst. Daher jeder der auf deinen Link klickt, bringt dir eine Prämie ein.

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grep

Hallo '...',

meine Ausführungen belege ich oft indem ich auf die entsprechenden Quellen via Hyperlink verweise.

Was verleitet(e) Sie zu ihrer Annahme dass ich (mit besagtem Link) Einnahmen erzielen könnte / würde.

Jeder darf / sollte selbst entscheiden bei welchem Kreditinstitut er sein Girokonto eröffnen lassen möchte.

Alle Angaben zur Fidor Bank sind verifizierbar / nachlesbar via besagtem Link.

Ich danke ihnen für ihre offen und ehrlich kommunizierte, konstruktive Kritik und werde diese berücksichtigen.

Ciao, Sascha.

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