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Nur jede vierte Führungskraft denkt regelmäßig über Moral nach

Martin Winterkorn trat wegen des Abgasskandals als VW-Konzernchef zurück. (Foto: dpa)

Um ethische Grundsätze steht es in deutschen Unternehmen nicht überall gut. Eine Wertekommission erklärt, was unmoralisches Verhalten fördert.

Zwischen Anspruch und Realität liegen manchmal Welten. Das wird vielen Menschen klar, wenn es um die Frage nach den moralischen Werten geht und was sie tun würden, um für sie einzustehen. In Deutschland bescheinigen sich viele Manager und Managerinnen selbst hohe Moral, trotzdem handeln sie im Arbeitsalltag vergleichsweise häufig nicht entsprechend ihrer Tugenden. Das ist das Ergebnis der „Führungskräftebefragung 2019“, die von der Wertekommission und der Technischen Universität München jährlich durchgeführt wird. Befragt wurden 545 Führungskräfte überwiegend aus der mittleren und oberen Managementebene.

Nur jede vierte Führungskraft denke der Erhebung zufolge regelmäßig über moralische Fragen nach. Jede fünfte Person gibt jedoch zu, nur teilweise oder sogar gar nicht nach ihren moralischen Überzeugungen zu handeln. Vertrauen und Verantwortung haben sich auch in diesem Jahr als die wichtigsten Werte bestätigt. Dabei zeichnet sich jedoch erstmals eine stärkere Differenz ab: Mit deutlichem Abstand wird Vertrauen gegenüber der individuellen Verantwortung als wichtigster Wert gekennzeichnet. Erst danach folgen Integrität, Respekt, Nachhaltigkeit und Mut. Die Reihenfolge bleibt seit Jahren unverändert.

Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, welche Bedingungen in Unternehmen verantwortungsvolles Handeln fördern oder erschweren. „Obwohl der Großteil der befragten Führungskräfte dem eigenen Unternehmen eine ethische Kultur bescheinigt, zeigt sich, dass die ethische Infrastruktur in manchen Unternehmen ausbaufähig ist“, heißt es in der Erhebung. Ein wertebewusstes und ethisches Verhalten müsse mit Nachdruck eingefordert und unterstützt werden, so die Studienautoren. Vor allem nachhaltiges Handeln sei – trotz der intensiven öffentlichen Debatte – in einem viel zu geringen Maße als persönlicher Kernwert genannt.

Unethisches Verhalten wird nur selten sanktioniert

Fast jede zweite Führungskraft gibt zu verstehen, dass es in deren Unternehmen nur eingeschränkt möglich sei, Regelverstöße und damit im Zusammenhang stehendes unethisches Verhalten aufzudecken. Das Risiko für unethisches Verhalten steige laut der Wertkommission jedoch, wenn Normverletzungen ohne Konsequenzen bleiben. Die Einhaltung oder Verletzung ethischer Standards habe eine wichtige Signalwirkung für die Mitglieder eines Unternehmens. Etwas mehr als die Hälfte der Manager und Managerinnen erklärt, dass aufgeflogene Verstöße gegen Ethik und Moral jedoch meistens nicht sanktioniert würden.

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