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Bundeskartellamt geht gegen Facebook vor: Sammlung von Nutzerdaten

(Bild: quka / Shutterstock)

Das Bundeskartellamt will Facebook laut einem Medienbericht die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland verbieten – jedenfalls zum Teil. Facebook hat schon Widerstand angekündigt.

Seit einigen Jahren ermittelt das Bundeskartellamt gegen Facebook. Den deutschen Kartellwächtern ist die Datensammelwut des Social-Network-Konzerns offenbar ein Dorn im Auge. Schon vor einem Jahr drohte die Behörde Facebook mit Sanktionen, sollte das Unternehmen das Sammeln von Daten ohne Widerspruchsmöglichkeit der Nutzer nicht einstellen. Jetzt geht das Bundeskartellamt offenbar gegen Facebook vor.

Facebook: Bundeskartellamt will Datensammlung zum Teil verbieten

Einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge will das Bundeskartellamt Facebook die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland zumindest teilweise verbieten. Dabei geht es vor allem um den Datenaustausch mit Drittanbietern wie Twitter, Website-Betreiben sowie den Konzerntöchtern Whatsapp und Instagram, wie die Zeitung schreibt.

Werde etwa ein Gefällt-mir-Button oder die Möglichkeit eines Facebook-Logins eingebaut, erhalte Facebook darüber jede Menge Nutzerdaten, die es dann mit den Konten des Netzwerks verbinden könne, kritisieren die Kartellwächter. Darüber hinaus werfen sie Facebook in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung vor – was Facebook allerdings bestreitet.

Die vor Jahresfrist eingeräumte Möglichkeit, eine Lösung für das Problem zu finden, hat Facebook offenbar nicht genutzt. Daher jetzt die Reaktion des Bundeskartellamts, das mit Hilfe des sogenannten Auswirkungsprinzips eine Möglichkeit sieht, gegen den US-Konzern vorzugehen. Damit, so die Behörde im vergangenen Jahr, könne man wirksam gegen einen Verstoß vorgehen, „soweit er sich in der Bundesrepublik auswirkt“.

Das waren die Social Networks vor Facebook
Six Degrees war das erste soziale Netzwerk. (Screenshot: Six Degrees)

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Informationen der Bild am Sonntag zufolge soll das Kartellamt Facebook – anders als normalerweise üblich – eine Frist einräumen. Die Behörde hat sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu dem Zeitungsbericht geäußert. Bis zu zehn Millionen Euro Zwangsgeld drohen Facebook, sollte sich der Konzern weigern. Nicht wirklich viel für einen Konzern, der Milliardengewinne einstreicht. Zum Vergleich: Die jüngste Datenpanne im September könnte Facebook den DSGVO-Bestimmungen zufolge eine Strafe in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro einbringen. Dennoch kündigte eine Facebook-Sprecherin gegenüber der Bild am Sonntag schon Widerstand gegen die möglichen Auflagen an.

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