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Entwicklung & Design

Nutzeroberflächen müssen intuitiver werden

Einen Computer nur durch Gesten bedienen, wie Tom Cruise im Film „Minority Report“. Foto: 20th Century Fox

Heute schreibe ich einen Artikel, den man nicht nur auf Webanwendungen, sondern im Grunde auf jedes Programm und jede digitale Nutzeroberfläche beziehen kann. Warum? Weil mir das Thema seit langem auf der Seele brennt. Es geht um die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine.

Einen Computer nur durch Gesten bedienen, wie Tom Cruise im Film „Minority Report“ - ob das die Lösung ist? Foto: 20th Century Fox

Ich habe noch nie eine Nutzeroberfläche gesehen, die wirklich jeder sofort versteht. Egal, wie modern, fortschrittlich oder einfach die Oberfläche ist, irgendwo wird sich immer irgendwer fragen: Aber wie kann ich jetzt dies tun oder das tun? Immer gibt es offene Fragen, immer müssen wir Menschen uns an die Maschinen anpassen. Sollte es nicht eigentlich anders herum sein? Es muss eine Art der Interaktion her, die wirklich jeder versteht, ohne groß nachzudenken.

Mit JavaScript ist heute schon vieles möglich. Mit jQuery UI lassen sich schon heute intuitive Nutzeroberflächen konzipieren. Aber diese Möglichkeit wird leider noch nicht ausgiebig genug genutzt.

Das Leben, wie es sein sollte

Wenn wir über die ideale Interaktion zwischen Mensch und Maschine sprechen, müssen wir uns zunächst einmal genau anschauen, auf was wir eigentlich hinarbeiten sollten. Wie sieht die ideale Kommunikation zwischen Mensch und Maschine aus?

Genau genommen kann ich hierauf keine Antwort geben. Denn wenn ich das wüsste, hätte ich schon längst angefangen, eine neue Generation von User Interfaces zu entwickeln. Nein, leider kann ich nur eine Hand voll von Aussagen über die ideale Nutzeroberfläche treffen:

  • Nutzer sollten jede Art von anfallender Aufgabe mit der Oberfläche möglichst schnell erledigen können.
  • Auf keinen Fall sollte der Nutzer darüber nachdenken müssen, wie er eine Aufgabe am besten erledigen kann.
  • Jeder sollte die Oberfläche auf Anhieb verstehen, ohne weitere Fragen.
  • Auch komplett ohne Computerkenntnisse sollten alle Nutzer in der Lage sein, die Oberfläche ohne Einschränkungen zu nutzen

Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss die Oberfläche sich daran orientieren, wie wir mit der Welt um uns herum interagieren. Denn dass ist die Interaktion, die wir jeden Tag erleben, die wir von Geburt an erlernt haben.

Don't make me think!

Die Bedienung der Oberfläche muss also so gut wie möglich an die Realität angepasst werden. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel eine intuitive Sortierung von Bildern in Fotoalben durch Drag&Drop. Hier muss der Nutzer nicht lange überlegen, wie er die Fotos sortieren kann, denn er kann sie, wie im realen Leben, einfach hin und her ziehen.

In dieser Galerie können Bilder und Alben einfach per Drag & Drop sortiert und verschoben werden.
In dieser Galerie können Bilder und Alben einfach per Drag & Drop sortiert und verschoben werden.

Es müssen mehr solcher Konzepte her, denn viel zu oft stehen Nutzer noch vor unlösbaren Aufgaben. Wir sollten uns immer wieder Gedanken darüber machen, ob wir die Oberfläche, die wir gerade entwerfen, noch intuitiver gestalten können. Dabei sollten wir uns einfach mal umschauen, ob wir die Aufgabe der Nutzer durch irgendeine Alltagssituation abstrahieren können. Wenn der Nutzer sagt „Aha, ich kann meine Dokumente einfach in den Papierkorb ziehen, genau wie im echten Leben“, dann ist die Oberfläche gut durchdacht und intuitiv.

Wir sind auf einem guten Weg

Bis jetzt war dieser Artikel mehr oder weniger theoretischer Natur. Aber ich frage mich auch, inwieweit es im Internet schon Konzepte für intuitive Bedienung zu finden gibt.

A Day Made of Glass

Dieses Video zeigt sehr eindrucksvoll, wie sich intuitive Bedienbarkeit in das reale Leben integrieren lassen könnte.

SixthSense

Ein weiterer, sehr interessanter Ansatzpunkt stellt dieses Konzept dar. Dieses System kann mit der Umgebung interagieren und lässt sich einfach um den Hals herumtragen. Gibt es eine einfachere Möglichkeit, mit der Realität zu interagieren?

Wie man sieht, gibt es also schon eine Hand voll guter Ansätze und überall im Internet verstreut finden sich gute Benutzeroberflächen, die sich intuitiver Bedienen lassen als der Durchschnitt. Aber es ist noch ein weiter Weg, bis wirklich jeder Computer- oder Webanwendungen nutzen kann, ohne sich zu fragen, wie. Um zu erreichen, dass man im Web die gleichen Möglichkeiten der Interaktion hat wie in der Realität, müssen sich die Webentwickler umstellen und viel Zeit investieren. Der Fokus muss immer stärker auf Usability liegen.

Ich hoffe, dass viele Entwickler rund um den Globus sich mit diesen Ansätzen beschäftigen, sie weiter ausarbeiten und schließlich zur Perfektion bringen, damit das Internet endlich keine Bedienbarkeits-Hürden mehr bietet.

Hast du auch etwas zu sagen?

Ich würde gerne eure Meinung zu dem Thema hören. Wie hoch liegt bei euch die Wichtigkeit von Usability? Beschäftigt ihr euch mit intuitiver Bedienung? Kennt ihr interessante Ansätze? Teilt eure Gedanken mit uns in den Kommentaren!

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Über den Autor

Autor dieses Gastbeitrages ist Lars Ebert. Er ist ein junger Webdesigner & Programmierer aus Iserlohn und bloggt auf Advitum.de über Webdesign, PHP und Co.

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14 Reaktionen
Lars Ebert

@Joachim Lohkamp: Das hoffe ich doch. Deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben, auch wenn das vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Ich wollte zum nach- und umdenken anregen.

Ich hatte noch ein drittes Video im Kopf, das ähnlich war wie »A Day made of Glass«. Es zeigte, wie eine ähnliche Technik unser Leben, die Medizin und das Einkaufen revolutionieren könnte. Dieses Video habe ich vor einer Ewigkeit gesehen. Aber mir viel leider nicht mehr ein, wo. Wenn also jemand Videos kennt, die so ähnlich sind wie »A Day made of Glass«, postet das Video oder einen Link bitte in den Kommentaren.

Antworten
Joachim Lohkamp

Wie die Beteiligung zeigt, ist das Thema cool ;-)
Und jede Meinung, jeder Input ist wertvoll! Die Kommentare zeigen schließlich einen Ausschnitt der möglichen Perspektiven zum Thema GUI. Tatsächlich wird der User die entscheidende Schnittstelle sein. Der User wird der Mittelpunkt sein müssen! Es wird eine faszinierende Kehrtwende in der Entwicklung von Hardware und Software bewirken.

Antworten
lineman

Naja, mit der Wahl dieser futuristischen Videos, hat sich der Verfasser aber eher selbst ins Knie geschossen, denn das alles hat mit Usabillity meiner Ansicht nach nichts zu tun.

Aber um z.B. mal einen weiterführenden Link aufzugreifen. Die JQuery-Funktion "sortable" ist sicher nicht schlecht, für Menschen die eine Maus bedienen können. Nun sagt ein Entwickler: "Hey, dass ist doch viel einfacher als diese Pfeilchen oder Sortierungsnummern." Das mag für eine gewisse Gruppe Menschen auch zutreffen und ist deshalb ein kleiner Fortschritt in der Usabillity. Allerdings sollte man auf keinen Fall auf die klassischen Sortierfunktionen verzichten, was in dem weiterführenden Link aber angedeutet wird (mangels alternativer Bedienkonzepte, die mitunter aber etabliert und erlent sind). Es soll Menschen geben, die genau darauf angewiesen sind. Noch weiter gedacht, muss man eben diese JQuery-Funktion auch für Tastaturnutzer zugänglich machen, indem sie anzutabben und z.B. mit Pfeiltasten verschiebar sind. Ausserdem sollten diese Elemente nicht transparent werden, sondern hervorgehoben werden (z.B. verfärben, größer werden lassen), damit auch jemand, der nicht so gut sieht, weiss was er/sie da verschiebt. Das alles beinhaltet aber weiterhin die klassischen Möglichkeiten des Verschiebens. Denkbar wäre auch, dass es irgendwann möglich wird zusätzlich "Windows-Like" Methoden auf den Rechtsklick zu legen, sowas wie "Kopieren in..." oder man tabbed ein Element an und kann dann mit dem Befehl "Strg+C" kopieren und dann das Verzeichnis antabben und mit "Strg+V" das Bild hineinkopieren...

Solche Ansätze sind aber weit entfernt, von all den Ideen, die die Industrie mit Ihren Pads und Touchscreens verfolgt. Die Entwicklung geht meiner Ansicht nach viel mehr in Richtung der Unbenutzbarkeit für Alle nicht Nerds, nur um Hip zu sein. Dabei müsste das gar nicht so sein. Es gibt doch bereits erlernte Wege, egal ob man nun Aplle, Windows oder Linux verwendet... diese müssten endlich auch in Webbrowser implementiert werden, mit ähnlicher Ergonomie.

Wie das ganze dann gestyled ist, ist ja auch bei Windows oder Linux nur noch eine Frage des Skins (und dann halt CSS3 z.B.).

Nun und um auf das Posting von Lars zu reagieren:

Ich sehe barrierefreiheit eben wie oben in dem JQuery-Beispiel beschrieben durchaus als machbar an. Das hat dann aber absolut nichts mit der "Verbesserung" der Beispiele aus den Videos zu tun... Das sind meiner Ansicht nach Rückschritte, die genau jetzt bereits stattfinden. Man siehe immer mehr Geräte ohne Tastatur. Jetzt verrate mir mal, wie ein beeinträchtigter Mensch, egal ob Motorik, Sehvermögen oder sonstwas ein IPad bedienen soll? Gehen wir mal 10 oder 20 Jahre weiter... Kaum Geräte mehr für Endnutzer mit Tastatur... Man kann ja nicht mal eine Tastatur an ein IPad anschließen... alle Beispiele aus den Videos sprechen für eine solche Entwicklung... Ich sehe da keine Verbesserung sondern lediglich ein "Ausschließen von Menschengruppen". Mann kann sich alles schön reden, wenn man sein Geld damit verdient und Spaß dran hat.

Nochmal, ich bin der Ansicht, dass man eben nicht ständig alles neu Erfinden muss, sondern man sollte an etablierten Ergonomien festhalten und darauf aufbauen. z.B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Unobtrusive_JavaScript
http://ichwill.net/

Grüße LineMan (Matthias)

Antworten
Michael Lambertz

Es scheint mir, dass oft erst die Technik erfunden wird, um sich danach zu überlegen, in welchen Produkten man sie einsetzen und vermarkten kann. Und dann muss man den Leuten erklären, dass diese Technik das Leben verbessert.
Ein Beispiel aus einem anderen Bereich fällt mir dazu ein: kein Mensch wollte HD-Fernseher, aber weil sowas für militärische Zwecke (hochauflösende Zielerkennung von Raketen), hat man danach noch ein Produkt daraus generiert und den Menschen aufgeschwatzt, dass sie HDTV benötigen. Heute hat's jeder. Interessant in diesem Kontext sind die Ideen von Joseph Weizenbaum.
Worum es mir in meiner provokanten Antwort ging: dass nicht alle Technikverliebtheit immer sinnvoll ist. Viele Informatiker, insbesondere Programmierer sind vor allem Schwärmer. Wenn es dann um eine funktionierende Lösung geht, dann klappt an allen Ecken und Kanten doch nichts wie versprochen. Ich bin gespannt auf die verschmierten Spiegel mit E-Mail. iMirror vielleicht.

Antworten
Lars Ebert

@Phicsa: Natürlich gibt es so etwas. Wenn man zum Beispiel, wie im ersten Video, eine Wand mit Bildern hat, versteht jeder auf Anhieb, dass die Bilder einfach verschoben werden können, weil das auch in der Realität so ist.

@Joachim Lohkamp: Genau deshalb finde ich diesen Ansatz des SixthSense sehr vielversprechend, weil das System für ein noch nicht ausgereiftes Konzept schon sehr gut mit der Realität interagieren kann. Auch Augmented Reality ist in dieser Richtung ein guter Ansatz. Wichtig ist eben immer, dass man eine gute Anbindung an die Realität hat.

@LineMan: Zum Thema Barrierefreiheit will ich auch noch etwas sagen. Viele sehen Barrierefreiheit so, dass bei jeder Oberfläche durchdacht werden muss, dass vielleicht einiges nicht von jedem bedient werden kann.

Ich sehe Barrierefreiheit etwas anders: jeder Person, egal welche besonderen Bedürfnisse sie haben und egal welchen Behinderungen sie unterliegen, muss eine Oberfläche geboten werden, die sie ohne Probleme nutzen kann. Ich finde nicht, dass man auf Drag&Drop verzichten muss, weil Menschen mit Sehbehinderung diese nicht verwenden können. Es muss nur gleichzeitig eine Alternative für diese Menschen her. Wir verzichten im Web doch schließlich auch nicht auf Bilder, sondern geben ihnen ein alt-Attribut als Alternative.

Außerdem sind Shortcuts ja schön und gut, aber viele Menschen haben nicht beide Hände permanent an der Tastatur. Wenn ich also mit der rechten Hand etwas auswähle, muss ich danach, um [Entf] zu drücken, die Maus loslassen, was Zeit kostet. Für mich wäre es also einfacher, die Elemente einfach in einen Papierkorb zu ziehen. Anders herum ist natürlich der Shortcut besser, wenn man nur mit der Tastatur arbeitet. Aber wenn man das Konzept aus Minority Report betrachtet, nützt einem hier die Entfernen-Taste überhaupt nichts.

@Michael Lambertz: Ich denke nicht dass der Kühlschrank mit Display nur eine Spinnerei ist. Es wäre doch nützlich, wenn man direkt am Kühlschrank Lebensmittel im Internet bestellen könnte. Oder wenn man durch das Web-Kochbuch direkt neben der Herdplatte surfen könnte.

Natürlich wird der Badezimmerspiegel durch das Tochpad verschmiert, aber erstens kann man ihn auch wieder putzen und zweitens sehen die Bildschirme von iPad & Co. nach 5 Wochen auch nicht mehr so appetitlich aus.

Den Vorhang zu ersetzen ist vielleicht nicht die intelligenteste Idee des Videos, das stimmt, aber es zeigt auch viele gute Denkansätze.

Zum Thema durchtrainiert: Viele Menschen haben Rücken- oder sonstige Probleme, weil sie den ganzen Tag nur vor dem PC arbeiten müssen. Wäre es da nicht sogar sinnvoll, im stehen zu arbeiten. Außerdem sind in der gleichen Szene in Minority Report auch Sitzplatz-Arbeitsplätze zu sehen, die auch mit Gesten bedient werden.

Der Aspekt mit den Produktinformationen hat nicht viel mit Usability und Intuitivität zu tun, denn das gleiche Problem gilt auch schon jetzt. Außerdem ist das Beispiel mit den Produktinformationen eben nur das - ein Beispiel. Es gibt noch unendlich viele andere Anwendungsmöglichkeiten für derlei Techniken, zum Beispiel die gezeigten Foto-Funktionen.

@Lars Echterhoff: Mehr Ergonomie in Applikationen muss nicht reguliert werden, denn wenn einem Nutzer die Ergonomie der Anwendung gefällt, hat der Programmierer automatisch ein Interesse daran, die Ergonomie zu verbessern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Sci-Fi-Beispiele habe ich in der Tat bewusst gewählt. Mir ist klar, dass nicht ab morgen solche Oberflächen benutzt werden. Aber es ist wichtig, im Hinterkopf zu haben, dass es noch mächtig viel Verbesserungspotential gibt.

Antworten
Lars Echterhoff

@Michael Lambertz und @LineMan: Jein. Die Ansichten die Ihr schildert sehe ich auch so, trotzdem finde ich die Kernaussage des Artikels gut! (Ich weiss nur nicht ob der Autor bewusst oder unbewusst die Science Fiction-Videos eingebaut hat.) Wenn Ihr noch so nen Punkt zu dem Video wollt: Die durchsichtigen OLED-Screens gibts ja schon, nur wer möchte seine E-Mails bitte mit dem im Zug gegenübersitzenden Teilen?

Vielen Applikationen fehlt es an Ergonomie. Es ist aber ein sehr ehrgeiziges Vorhaben daran etwas bewegen zu wollen. Sowas könnte man nur mit Vorgaben und Prüfinstanzen regel... Ansätze wie sie in Apples Appstore zu finden sind. Aber wer möchte das zu diesem Preis? Ansonsten: Immer weiter predigen!

Ich muss immer wieder feststellen, dass die Leute, die Programme entwickeln nicht selten sehr kurzsichtig und egoistisch bei der Ergonomie sind. Beispiel:
Etwas löschen.

Möchte ich das ergonomisch und effizient gestalten, gibt es nur einen Weg das zu erreichen.
Kann man das Objekt markieren, dann sollten der Druck auf die "Entf"-Taste das gleiche bewirken wie ein Klick auf das kleine rote X im Objekt-Kontext. Meinetwegen auch zusätzlich ein Ziehen auf den Mülleimer... ich glaube jede weitere halbwegs etablierte Handlung die man berücksichtigt und als gültigen Löschbefehl akzeptiert ist ein Gewinn an Ergonomie und Intuition.
Dann ist Ergonomie zu dem noch: Man wird nicht gefragt ob man das wirklich tuen möchte, sondern die Aktion wird protokolliert, es erscheint einige Sekunden ein Hinweis auf den gerade vollzogenen Löschvorgang und man bekommt das Angebot die Aktion sofort rückgängig zu machen oder das Protokoll einzusehen.
Viele Entwickler können sich eine Scheibe bei Google abschneiden. Die Ergonomie der Produkte ist in der Regel überragend!

Liebe Grüße
Lars Echterhoff

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Alexander Schestag

Alle diese Ansätze haben einen riesigen Fehler: Sie sind nicht barrierefrei, weil sie alle visuell orientiert sind. Der letzte Ansatz ist zudem auch für Menschen mit motorischen Behinderungen nicht zugänglich!

Daher kann ich nur appellieren: Usability muß Usability für ALLE bedeuten! Denkt auch an Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen!

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Michael Lambertz

@LineMan: Kann Dir nur zustimmen.
Usability ist die eine Sache, aber angeblich intuitive Spielereien wie in Minority Report oder diesen kleinen 2 Filmen in diesem Beitrag sind meiner Meinung nach sehr oft nur Spinnereien. Die Ideen sind absolut nicht durchdacht und ob sich irgendwas davon durchsetzt, bezweifle ich. Das sind einfach neue User Interfaces wie einst die Computer-Maus und diverse Varianten davon. Ab und zu ist dann auch mal ein Interface wirklich gut und setzt sich durch, aber bestimmt nicht der E-Mail-Spiegel oder der Kühlschrank mit integriertem Fernseher. Das sind einfach nur schlechte Ideen von F&E Abteilungen großer Technikfirmen.

Es geht hier doch um Geräte und Werkzeuge, wenn ich das richtig verstehe, und die muss man halt bedienen lernen. Je komplexer die Funktionen eines Gerätes, umso komplizierter die Bedienung. Z.B. Photoshop ohne Shortcuts würde 1. ewig dauern und 2. nur einen Bruchteil der Funktionen schaffen. Trotzdem sind Shortcuts nicht intuitiv.

Und noch was zu den 2 Beispielen, die doch wirklich gar nicht durchdacht sind:
1. Beispiel: Wenn ich morgens im Bad stehe, will ich doch nicht auf den Spiegel fassen, um E-Mails zu lesen. Das verschmiert ja den Spiegel. Und dann den Vorhang durch eine stromfressendes Gerät zu ersetzen, warum? Vorhänge sind intuitiv.
2. Beispiel: Immer überall mit den Händen rumzuwedeln ist doch auf Dauer recht anstrengend. (Noch extremer war es ja in Minority Report, wo man nur als durchtrainierter Tom Cruise die menschengroßen Projektionen aufrecht stehend auf Dauer bedienen kann...) Und dann muss man eine solche Bedienung der Geräte doch auch wieder lernen, dass z.B. die linke Hand immer das Foto auslöst, nicht die rechte. Wozu das alles?
Aber noch viel kritischer sehe ich das mit den Produkt-Informationen von überall. Wenn da Barilla im Regal steht, kein Thema, die findet man im www, aber wenn da die Nudeln vom Bauernhof im Nachbardorf stehen, woher sollen die denn in einem Internet-Ranking nach Gesundheit sein? Außerdem wer garantiert uns denn die richtigen und "wahren" Informationen? Man ist sich doch nicht einmal einig, was überhaupt gesund ist. Und Meinungsführerschaft ist schon längst in jedem Marketingkonzept mit drin. Da kann ich mich ebensogut auf das Öko-Test-Sigel stützen, das so ziemlich alles mit "sehr gut" bewertet. Das wird dann nur dazu führen, dass die Mächtigsten im Internet, sprich die globalen Unternehmen, das Spiel mal wieder gewinnen... und die Device-Hersteller verdienen dran. Ein gut geförderter Verbraucherschutz ist hier 1000x besser und zudem noch günstiger.
So, das war jetzt was lang, aber ich hoffe Ihr versteht jetzt meine Meinung.

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LineMan

Wie wieder alle von Drag&Drop reden und komplett die Barrierefreiheit ausser acht lassen! Drag an drop ist in etwa genauso intuitiv wie Flyout-Menüs, die den ganzen Content überschatten. Oftmals ist standardisiertes und über Jahre erlerntes mehr Wert und intuitiver als dieser ganze JQuery-ich flieg-mal-rum Kram.

beispiel Windows:

was geht schneller?
[Entf] drücken
Kontextmenü > Löschen

oder aus dem Explorer irgendwas in den Papierkorb ziehen?

Ich glaube ich habe selten was in den Papierkorb gezogen!

Es gibt viele nette Sachen die z.B. JQuery (inkl. ARIA) kann, und wodurch man Mehrwerte schnellere und einfache Bedienungskonzepte erarbeiten kann, aber Drag & Drop gehört meiner Ansicht nach nicht dazu.

Ich glaube viele hier frickeln einfach zu viel mit Ihren Tablets rum ;)

Ist natürlich nur meine Meinung...

Antworten
Joachim Lohkamp

Danke für den Artikel:-)
Bin auch Deiner Meinung Lars, dass die Oberflächen wirklich intuitiv werden müssen. Ich sehe die Darstellung in mehreren Dimensionen als hilfreich und äußerst wichtig. Denn wie Du ja schreibst, sollten sich die Bedien-Funktionen harmonisch in unser natürliches Interaktionsverhalten einfügen. Daher ist eine mehrdimensionale Benutzeroberfläche ein absolutes Muss.
Ich persönlich interpretiere intuitiv als Synonym für natürlich, so natürlich, dass es praktisch Second Nature ist. Darum ist ein wirklich intuitives UI auch die Schnellste und gleichzeitig Effektivste.

Antworten
Phicsa

"Ich habe noch nie eine Nutzeroberfläche gesehen, die wirklich jeder sofort versteht." Gibt es denn überhaupt etwas auf der Welt das von Menschen bedient werden muss aber sofort von jedem auf Anhieb verstanden wird? ;)

Antworten
Lars Ebert

@Dustin Klein: Ich denke, das keine der beiden Oberflächen, die du ansprichst, optimal ist. Weder ist die stringent strukturierte Interaktion, für die man einen Lehrgang braucht, noch die intuitive Bedienung, die Stunden dauert, optimal. Es müssen User Interfaces geschaffen werden, die intuitiv und schnell zugleich sind!

@max & alle anderen: Ein Beispiel findet sich unter http://weevo.square7.de. Dort einfach mit der Mailadresse »sebastian@advitum.de« und dem Passwort »mgi« anmelden und unter Fotos>Meine Fotos die Drag&Drop-Funktionalität ausprobieren. Ich habe das ganze inzwischen zwar schon weiter ausgebaut, was man auf dem Screenshot sieht, aber dazu gibt es (noch) kein Beispiel online.

Antworten
max

Guter Artikel, schade nur dass das drag and drop Beispiel statisch ist und dies auch, wenn man dem Link zum Blog folgt. Ich will solche Dinge nicht nur Lesen sondern auch ausprobieren, das ist der zusatznutze, welcher mir das Internet bietet, lesen kann ich auch ein Buch....

Antworten
Dustin Klein

In vielerlei Hinsicht wahre Worte, aber gerade was die Produktivität angeht, muss man dem Nutzer manchmal ein Design "aufzwingen". Gerade bei ERP Software oder ähnlichem will man den täglichen Arbeitsprozess optimieren. Dort sollte es nicht zwangsläufig intuitiv sein, sondern eben schnell. Hier sollte der Benutzer selber denken und sich nicht nur auf das Screen Design verlassen. Sonst ist zwar alles super simpel und wie im echten Leben, dauert aber länger, weil die Prozessketten nicht optimal verarbeitet werden.

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