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Nvidia: Händler sollen Grafikkarten an Gamer, nicht an Krypto-Miner verkaufen

Mining. (Bild: Shutterstock/Scharfsinn)

Krypto-Miner sorgen derzeit für leere Regale und Wucherpreise bei Grafikkarten. Nvidia fordert Händler deshalb jetzt dazu auf, diese vorrangig an Gamer zu verkaufen.

In den vergangenen Monaten sind die Preise für Grafikkarten enorm gestiegen. Grund dafür ist der Preisanstieg bei Kryptowährungen – das Minen von Ethereum und anderen Altcoins lohnt sich wieder. Die Mining-Hype hat allerdings dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Grafikkarten kaum noch bedient werden kann. Die Folge: Geringe Verfügbarkeit und hohe Preise. Der Hersteller Nvidia zieht jetzt die Konsequenz. Das Unternehmen legt Händlern nahe, Grafikkarten vorrangig an Gamer und nicht an Miner zu verkaufen, wie Computerbase berichtet.

Grafikkarten: Miner sorgen für Lieferengpässe, Händler reagieren

Größere Anbieter wie Caseking oder Mindfactory tragen dem bereits Rechnung. Besteller dürfen von einem Nvidia-Modell nur noch maximal zwei Grafikkarten kaufen, wie der Standard schreibt. Auch AMD-Grafikkarten unterliegen mittlerweile dieser Beschränkung, obwohl der Hersteller sich noch nicht in dieser Richtung geäußert hat. Zuletzt waren laut Computerbase Bestellmengen von fünf bis zehn Stück, etwa für die Radeon RX Vega, auch bei deutschen Händlern keine Seltenheit. Aus Osteuropa sollen zudem per E-Mail Bestellungen im dreistelligen Bereich eingetroffen sein.

Wenn es nach Nvidia geht, sollen Grafikkarten fürs Gaming und nicht fürs Mining genutzt werden. (Bild: Nvidia)

Nvidia hatte gegenüber dem Tech-Portal versichert, dass es sich um eine Empfehlung handle, in die „Freiheit und Unabhängigkeit des Handels“ wolle und könne das Unternehmen nicht eingreifen. Wichtig sei Nvidia, dass Produkte wie die Geforce-Grafikkarten für die Hauptzielgruppe, also die Gamer, verfügbar seien. Das ist aufgrund der großen Nachfrage aus Mining-Farmen und vonseiten privater Miner aber offenbar derzeit nicht der Fall.

Inwieweit die Regulierung der Abgabemengen wirklich dazu beitragen, die Verfügbarkeit wiederherzustellen, ist aber fraglich. Zum einen sind die Limitierungen auf ein Produkt beschränkt. Wer will, kann daher weiterhin problemlos jeweils zwei Stück von dutzenden verschiedenen Grafikkarten bestellen. Außerdem scheinen die Hersteller die Grafikkarten in großen Mengen gleich am Produktionsstandort China an die lokalen Miner zu verkaufen, wie die Website Tom‘s Hardware berichtet. Zu europäischen Händlern gelangen diese Karten gleich gar nicht.

Grafikkarten: Problem in China vor der Lösung

Ob Nvidia oder AMD dagegen vorgehen, ist derweil nicht bekannt. Eine Lösung des Problems könnte sich aber quasi von selbst ergeben. Denn die chinesische Regierung versucht derzeit mit aller Macht, Betreiber von Mining-Farmen zur Aufgabe oder zum Verlassen des Landes zu bewegen. Hintergrund dürfte der riesige Stromverbrauch sein. Auch die Kryptowährungen selbst sind den chinesischen Behörden ein Dorn im Auge.

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