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Rente: OECD kritisiert Alterssicherung für Selbstständige in Deutschland

Selbstständige in Deutschland müssen sich meist selbst um ihre Rente kümmern. (Foto: Syda Productions/ Shutterstock)

Freiberufler in Deutschland sind im Alter schlecht abgesichert. Das Rentensystem sei lückenhaft, kritisiert die OECD.

Für Menschen, die neue Formen der Arbeit ausüben und ihre Arbeitskraft zum Beispiel über Plattformen anbieten, sind die Rentenaussichten in Deutschland düster. Das zeigt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Genau diese Formen der Arbeit werden im Zuge der Digitalisierung aber zunehmen.

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Deutschland sei eines der wenigen OECD-Länder ohne eine obligatorische Rentenversicherung für alle Selbstständigen, heißt es in dem Bericht.

„Düstere Rentenaussichten“

Nur bestimmte Gruppen von Selbstständigen in Deutschland seien in eigenen berufsständischen Systemen versichert. Viele seien deshalb im Alter auf anderes Einkommen, Vermögen oder Sozialhilfe angewiesen. Insgesamt bekommen deutsche Selbstständige im Schnitt halb so viel Rente wie Vollzeitbeschäftige. Im OECD-Durchschnitt sind es dagegen 80 Prozent.

Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in den OECD-Ländern arbeiten inzwischen in sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen, also in Teilzeit, selbstständig, mit einem befristeten Vertrag oder plattformbasiert. In Deutschland müssten diese Menschen „düsteren Rentenaussichten entgegensehen“ und seien auch besonders von Altersarmut bedroht.

Besonders benachteiligt sind deutsche Frauen. Sie würden besonders häufig in Teilzeit arbeiten. Der Unterschied zwischen Rentnern und Rentnerinnen ist in Deutschland OECD-weit am größten. Die Rente bei deutschen Frauen über 65 in sei im Schnitt um 46 Prozent niedriger als bei Männern.

Um Ungleichheiten zu beseitigen, sind laut OECD vereinheitlichte Systeme für Beamte, Selbstständige und Angestellte sinnvoll. Das würde auch die Flexibilität beim Jobwechsel erhöhen.

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