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Marketing

Wenn Offline von Online lernt: Big Data für den stationären Handel

Offline lernt von Online: Kundentracking im Einzelhandel. (© LVDESIGN - Fotolia.com)

Analyse und Tracking ist längst nicht mehr rein der Online-Welt vorbehalten. Viele Startups aus dem Big-Data-Umfeld bieten ähnliche Funktionalitäten wie Google Analytics – nur für die Offline-Anwendung.

Offline-Analyse: Zunehmend Potenzial durch Big Data

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Analyse und Tracking für den stationären Einsatz. Startups entwickeln Dienstleistungen, die eine mit Google Analytics vergleichbare Funktionalität für den stationären Einzelhandel oder allgemein für Geschäftskunden bieten. Grundsätzlich geht es dabei vorrangig darum, Kunden- und Einkaufsverhalten zu messen. Die gesammelten Daten, hier kommt der Mode-Begriff „Big Data“ ins Spiel, werden vom Dienstleister oder vom Händler ausgewertet. Bis hierhin handelt es sich also um modernere oder flexiblere Varianten der Standard-Lichtschranken-Technik, die in den meisten Kaufhäusern und Filialen zur Messung der Besucherfrequenz genutzt wird.

kaufhaus
Tracking und Analyse funktioniert auch im Einzelhandel – mit den nachfolgenden Startups. (Foto: © flashpics - Fotolia.com)

„Google Analytics“ für den stationären Einsatz

Die Technologien liefern den Betreibern, also Einzelhändlern und Geschäftskunden, nähere Einsichten in das Kundenverhalten: Kundenfrequenz vor oder im Gebäude, Bewegungsmuster, Verweildauer an bestimmten Punkten oder im gesamten Ladenlokal, vereinzelt auch die Anzahl der wiederkehrenden Kunden. Dadurch lassen sich Daten errechnen die sonst fast nur Onlinehändlern zur Verfügung stehen: beispielsweise Konversionsraten, Stammkunden-Quote und „Klick-“, pardon, Fuß-Wege.

Kombiniert man diese Daten nun noch mit weiteren Dienstleistungen oder Tools, lassen sich beispielsweise gezielt Kundenwege steuern und optimieren. Das Connected-Retail-Lighting-System von Philips, das ich kürzlich vorgestellt habe, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten eines Indoor-Navigationssystems.

Kleinere Vorteile lassen sich dem Kunden verschaffen, indem dieser gewünschte Produkte schneller findet, Informationen schneller erhält oder durch spezielle Angebote und Rabatte von der High-Tech-Infrastruktur profitieren kann. Trotzdem bleibt im Großen und Ganzen der Händler beziehungsweise der Geschäftskunde Nutznießer Nummer eins.

Das Indoor-Navigationssystem von Philips. (Infografik: Philips)
Das Indoor-Navigationssystem von Philips. (Infografik: Philips)

Asandoo

Das Kaiserslauterner Startup Asandoo bietet unter anderem Tracking und Analyse für Geschäftskunden und hat dabei zum größten Teil Bluetooth-Low-Energy, also Beacon-Technologie im Einsatz. Die beiden B2B-Produkte „Messesystem“ und „Smart Station“ koordinieren ein Beacon-Netzwerk und verbinden es mit einer im Hintergrund stehenden Infrastruktur: der Management-Plattform von Asandoo. Das Messesystem konzentriert sich dabei wie der Name vermuten lässt auf die Auswertung und Steuerung von Messeständen und dem dazu passenden Marketing, die Smart Station ist ein ähnliches System für Bahnhöfe. Die Management-Plattform kann entweder auf einem lokalen System oder einem Remote-Server betrieben werden und ist sowohl für die Steuerung als auch für das Sammeln der Informationen zuständig.

Anwendungsbeispiele für die Asandoo Systeme

  • Indoor-Navigation
  • Coupon-Aktionen oder Flyer
  • Geoinformationsspiele
  • Verknüpfung mit sozialen Netzwerken
(Foto: Lea Weitekamp/t3n)
Asandoo-BLE-Sensor für Offline-Analyse und Tracking. (t3n)
Asandoo bei Code_n auf der CeBIT 2014. (Foto: Lea Weitekamp/t3n)
Asandoo bei Code_n auf der CeBIT 2014. (Foto: t3n)

Viewsy: Offline-Analyse und Tracking

Viewsy hat sowohl den Einzelhandel als auch Restaurants und Veranstalter im Fokus. Für das eigene Offline-Tracking- und Analyse-System nutzt Viewsy WLAN-Technologie und verfolgt die Kundenbewegungen über das Smartphone des Kunden. Dazu ist es allerdings nötig, dass die WLAN-Funktion aktiviert ist. Die Kunden werden anhand der MAC-Adresse, einer eindeutigen Hardwarekennung, identifiziert – die Daten werden jedoch vor der Speicherung und Weiterverarbeitung anonymisiert. Die aggregierten Daten stellt Viewsy dann grafisch aufbereitet in einem Dashboard zur Verfügung. Der Nutzungsumfang und die Funktionalität des Dashboards variiert je nach gebuchtem Paket.

Näheres zu Viewsy findet sich auch im Beitrag meiner Kollegin Lea: „30.000 Euro Preisgeld: Viewsy gewinnt den CODE_n-Startup-Award [CeBIT 2014]

Viewsy-Präsentation. (Foto: t3n)
Viewsy-Präsentation. (Foto: t3n)

sensalytics

Sensalytics setzt auf verschiedene Sensor-Typen, um unterschiedliche Daten zu erfassen, grundsätzlich aber mit der selben Ausrichtung wie Viewsy und Asandoo. Zusätzlich zum Webzugang bietet Sensalytics Händlern noch mobile Apps für iOS und Android, um die Auswertungen jederzeit im Blick zu behalten. Der größte Unterschied zu den Mitbewerbern liegt in der Vielfalt der Sensoren: ein Sensortyp jeweils als Personenzähler, Abstandsmesser, Umsatzsensor und ein weiterer Sensor um wiederkehrende Personen zu identifizieren. Alle Sensoren sind kombinierbar, funktionieren aber auch alleinstehend. Die Anbindung zu sensalytics wird vom dazugehörigen Gateway per GSM- oder Ethernet-Verbindung vorgenommen.

Sensalytics Sensoren

  • Personenzähler: bidirektionale Kundenfrequenzmessung, Sensoren batteriebetrieben und frei platzierbar
  • Abstandsmesser: Interaktion und Verweildauer vor einzelnen Produkten
  • Umsatzsensor: Einsatz ohne Eingriff ins Kassensystem zwischen Kasse und Bondrucker
  • Wiederkehrende Besucher: Identifizierung via Wifi und Mac-Adresse
Die Lichtschranke, der Personenzähler von sensalytics. (Foto: t3n)
Die Lichtschranke, der Personenzähler von sensalytics. (Foto: t3n)
Der Stand von sensalytics bei Code_n auf der CeBIT 2014. (Foto: t3n)
Der Stand von sensalytics bei Code_n auf der CeBIT 2014. (Foto: t3n)

Weitere Startups aus dem Bereich Offline-Tracking und Analyse

In den vergangenen Monaten haben wir bereits unterschiedliche Startups vorgestellt, die im Bereich Kundentracking tätig sind: in den USA Euclid Analytics und deren Lösung „Euclid Zero“, oder Densitiy.io mit seiner Offline-Tracking-Lösung. In Deutschland ist das Startup 42reports Vorreiter der Technologie.

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4 Reaktionen
Tobias Klughammer

Es wurde auch TrackingMind ( http://www.trackingmind.com ) vergessen, die letzte Woche sehr beeindruckend auf dem VentureDay in Karlsruhe den 1. Platz belegt haben.

Stefan Wolpers

Habe bei den Interviews für mein Slidedeck "iBeacons – Fad Or Trend? The Use-Cases For Retail And Omni-Channel Solutions" festgestellt, dass Tracking kein Problem ist, wenn Kunde a) weiß, warum das passiert, und b) das Opt-in ins Tracking einen Nutzen. Und "Nutzen" wird nicht mit Coupons gleichgesetzt – die Grenze zum Notification-Spam ist schmal und fließend.

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