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Oliver Samwer soll sich an iranischen Startups beteiligt haben – trotz Sanktionen

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer auf der Noah 2016. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Rocket-Chef Oliver Samwer soll heimlich Anteile an iranischen Firmen gekauft haben. Das könnte auch Auswirkungen auf andere Geschäfte des deutschen Digitalunternehmers haben.

Oliver Samwer soll mehr als 100 Millionen US-Dollar in iranische Startups gepumpt haben. Das berichtet das Manager Magazin in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld des Unternehmers. Dem Bericht zufolge hat der Gründer von Rocket Internet in fünf Startups der Iran Internet Group (IIG) investiert. Er hält außerdem ein Drittel der Anteile an der Gruppe. Sein erstes Investment soll er kurz vor dem Börsengang von Rocket Internet 2014 getätigt haben.

Dass Oliver Samwer persönlich in die Firmen investiert hat, soll mit politischen Gründen zusammenhängen. Bis 2016 verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Iran. Auch wenn Investitionen nicht verboten waren, so waren sie doch nur ungern gesehen. Es hätte möglicherweise  Geschäfte in den Vereinigten Staaten erschwert, heißt es laut Manager Magazin von Insidern. Das Geld floss demnach über Dubai.

Oliver Samwer: Warum seine Investition in Iran nicht überrascht

Das Konzept der Digitalfirma IIG ähnelt dem von Rocket Internet. Mit ihren Geschäftsmodellen orientieren sich die Startups der Gruppe an US-amerikanischen Vorbildern – der Fahrtenvermittler Snapp offenbar an Uber, die Plattform Bamilo an Amazon. Mit genau diesem Kopier-Modell hat auch der Berliner Inkubator Erfolg gefeiert – nicht umsonst ist er als Copycat verschrien.

Oliver Samwer soll in die Iran Internet Group investiert haben, zu der unter anderem die Uber-Kopie Snapp gehört. (Foto: Snapp)

Rocket Internet bestreitet jegliche Betätigung in Iran, obwohl sich die Gerüchte schon länger halten. Auch jetzt weist die Startup-Schmiede die Vorwürfe zurück. Reaktionen von der IIG oder Samwer selbst gibt es bislang nicht. Überraschen würde ein Investment von Oliver Samwer in Iran allerdings nicht. Der Unternehmer ist dafür bekannt, dass er gerne in Ländern investiert, in denen die großen US-Digitalkonzerne noch nicht Fuß gefasst haben. Dadurch verspricht er sich einen Wettbewerbsvorteil, wenn sie denn doch mal in den jeweiligen Staat expandieren sollten.

Wenn er mit dieser Absicht Iran als Standort ausgewählt hat, dann lag er übrigens richtig. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren auch ohne die Präsenz von Amazon und Google digitalisiert. Ein Experte sagte gegenüber dem Manager Magazin, die Originale würden es schwer haben, den Vorsprung der Startups aufzuholen.

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