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Gadgets & Lifestyle

„Ommmmm…“ – Mit der Headspace-App zur inneren Ruhe

Via App zur inneren Ruhe (Bildquelle: Headspace)

Hektisch ist die Welt, voller eingehender E-Mails, Quizduell-Benachrichtigungen, WhatsApp-Geblubber und Social-Media-Gezwitscher. Reizüberflutung pur. Je rasanter der technische Fortschritt unseren Alltag umgestaltet, desto dringender wird auf der anderen Seite das Bedürfnis nach ein bisschen Ruhe. Durchatmen! Aber wie geht das nochmal? Die Meditations-App Headspace trifft einen Nerv.

Kehrseite der digitalen Medaille: Permanente Kommunikation

Headspace-Gründer Andy Puddicombe (Bildquelle: Headspace)
Headspace-Gründer Andy Puddicombe (Bildquelle: Headspace)

Die Anzahl der Menschen, die eine ganze Kaffeepause durchhalten ohne zwischendurch auf ihr Smartphone zu schielen, sinkt rapide. Auch ohne dass wir von Berufs wegen dazu gezwungen wären, widmen wir den mobilen Begleitern quasi rund um die Uhr unsere volle Aufmerksamkeit. Notwendig ist das nicht. Gesund ebenso wenig. Das Problem ist nur: einfach mal abzuschalten ist gar nicht so leicht. Die Kehrseite der digitalen Medaille wirft die Frage auf, wie man das Tempo eigentlich wieder drosseln kann. Wie genau besinnt man sich denn auf das Wesentliche?

Headspace: Die Entdeckung der Langsamkeit

Vernetzung ist gut, neue Technologie ist gut, das Internet ist gut – sagt jetzt selbst der Papst. Im gleichen Zug propagiert er aber auch Entschleunigung, Ruhe und Muße. Denn seit der Antike wissen wir: auch diese braucht der Mensch zu seinem Glück. Der Trend zur Langsamkeit schlägt sich beispielsweise im sogenannten Slow Tourism nieder. Dahinter verbirgt sich eine Art Urlaub zu machen, die Müßiggang und "sich treiben lassen" zulässt – anstatt Sightseeing-To-Do-Listen abzuurlauben – um damit einen wirklichen Ausgleich zum stressigen Berufsalltag zu schaffen. Bewusste Wahrnehmung ist hier das Zauberwort.

Bewusste Wahrnehmung ist auch der Tenor des ursprünglich buddhistischen Mindfulness-Konzeptes, einer Achtsamkeitsmeditation, die zunehmend auch von wissenschaftlicher Seite ernst genommen wird und in vielen verschiedenen Lebensbereichen Anwendung findet. Den esoterischen „Makel“ schüttelt die Meditation auf diese Weise mehr und mehr ab. Dazu trägt auch die App Headspace bei, die Meditation nun endgültig gesellschaftsfähig machen möchte.

Mit einer App wieder Platz im Kopf schaffen

Zehn Minuten am Tag sind völlig ausreichend – mehr Zeit braucht es laut den Erfindern von Headspace nicht, um einen klaren Kopf zu bekommen. Das Unternehmen hat die buddhistische Meditationstechnik für die digitalisierte Welt aufbereitet und bietet nun Online-Kurse, die täglich ganz bequem via Laptop oder Smartphone durchgeführt werden können. Der aufgeklärte, skeptische User, der dahinter dennoch esoterischem Firlefanz vermutet, wird angenehm überrascht sein: Keine wallenden Haare, keine knielangen Gewänder, einfach ein sympathischer Typ, der seine persönlichen Erfahrungen – er selbst hat lange in einem buddhistischen Kloster gelebt – in eine Lifestyle-App einfließen ließ. So möchte er dazu beitragen, Stress zu reduzieren, emotionale (Über-)Reaktionen abzumildern und seine User gelassener und zufriedener zu machen. Und damit ist er überaus erfolgreich. Mittlerweile beträgt der Wert seines Unternehmens Schätzungen zufolge mehr als 40 Millionen US-Dollar.

Viele Fans kann Headspace im Silicon Valley verzeichnen. Das liegt zum einen daran, dass sich die Spielkinder in Kalifornien mit Begeisterung auf Neues einlassen, ist gleichzeitig aber auch dadurch bedingt, dass die Gründer und Selbstständigen dort einem besonders hohen Stresslevel ausgesetzt sind. Je mehr Verantwortung, desto größer eben auch die Belastung. Mindfulness hat längst das Interesse der Tech-Szene geweckt; Headspace ermöglicht es nun, sich einmal an der Meditation zu versuchen, ohne dafür gleich ins Kloster zu müssen. Stars wie Gwyneth Paltrow, Emma Watson oder Arianna Huffington haben den Hype zusätzlich angestoßen, indem sie öffentlich ihre Begeisterung für die App kundtaten.

Headspace: Calm down!

Wer sich auf einen Testlauf einlässt, stellt schnell fest, dass das Headspace-Konzept frei ist von quasi-religiösen Zügen. Der User wird nicht dazu angehalten, sich mit dem großen Ganzen zu verknüpfen, eins zu werden mit dem Universum oder Schlimmeres. Ihm stellt sich die Anwendung zunächst eher als einfache Atemübungen dar. Hat man eine der zehnminütigen Sessions absolviert, kommt man nicht umhin zu erkennen, dass man tatsächlich ruhig geworden ist. Ob damit das Rad neu erfunden ist, sei einmal dahin gestellt. Vielleicht hätte es auch einfach eine Joggingrunde im Park getan, um die Gedanken zu sortieren.

Wie kühlt ihr runter, nachdem ihr im Arbeitsstress heißgelaufen seid? 

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5 Reaktionen
Hans im Glück

Coole App. Zu dem Foto des Gründers fällt mir allerdings nur das hier ein:
http://www.reactionface.info/sites/default/files/images/1287666826226.png

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Remo Uherek

Lieben Dank Conni! Freut mich sehr :). Schön, dass du mit Headspace einen guten Einstieg gefunden hast. Geführte Meditationen sind super, ich habe anfangs ebenfalls mit einer CD begonnen, bevor sich das Bedürfnis entwickelt hat, zu Retreats und in Gruppen zu gehen. Solche Apps sind ja quasi moderne CDs.

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Conni Biesalski

Super Sache, dass ihr solche Sachen mal vorstellt!

Ich selbst habe Headspace schon seit einigen Monaten abonniert (zahlend) und es hat am Anfang auch gut funktioniert. Klar, es braucht ein wenig mehr um eine nachhaltige Meditationspraxis in seinem Leben zu etablieren, aber ich finde die App echt ne tolle Sache.
Für Einsteiger auf jeden Fall sehr geeignet!

@Remo:
Richtig geile Idee für eine App. Hab mich direkt auf euren EMail-Liste gesetzt! Der Social-Aspekt ist genial! Viel Erfolg damit!

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Remo Uherek

Schön dass es immer mehr Apps gibt die sich dem inneren Weg widmen. Headspace ist ein toller Vorreiter in diesem Gebiet, und beweist auch, dass man dies wirtschaftlich tragfähig aufbauen kann (meines Wissens hat Headspace bereits über 1 Mio Downloads und über 100.000 zahlende Kunden). Wie Werner schon gesagt hat, ist Meditation kein Wundermittel und keine Schnellbleiche. Eine physische Gruppe und ein erfahrener Lehrer sind meiner Erfahrung nach sehr hilfreich. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Apps ein gutes Hilfsmittel sein können für Leute, die sich auf dem Weg befinden.

Wir selbst arbeiten gerade an der ZenFriend.com App (siehe Link), jedoch mit einem leicht anderen Konzept: Bei uns steht ein Timer und Tracking im Vordergrund (ähnlich wie Insight Timer), jedoch mit einem zeitgemässen Design und zeitgemässen Social Features, um seine Meditationsfreunde nicht nur einmal pro Woche in der Gruppe zu sehen, sondern täglich in der App, um sich gegenseitig zu motivieren und die gegenseitige Beziehung zu vertiefen. Ich selbst bin grosser Runkeeper/Runtastic Fan, und die Idee war dasselbe für Meditation zu adaptieren.

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Werner

Nett gemacht.. auch aus der Sicht eines IT Menschen der lange in wallenden Kleidern (euer nettes Klischee) rumgelaufen ist. Meditation ist schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Seht ihr nie Werbung?

Ganz so einfach und für 4-5 Euro im Monat ist es allerdings nicht. Hilfreich sind Menschen die Erfahrungen mit Meditation haben, um erst einmal den Einstieg zu bekommen. .. und auch zu begleiten. Dann sind 10-15 min immer eine wunderbare Auszeit.

Ich nutze die App "Insight Timer"

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