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Voice Commerce: Fünf Tipps um für Amazon (und Alexa) sichtbar zu werden

Franz Jordan hat mit seiner Firma Sellics zehn Jahre Erfahrung gesammelt, wenn es darum geht, auf Amazon besser dazustehen, als der Wettbewerber. Hier sind seine fünf wichtigsten Tipps.

„Position Zero“ ist das neue Buzzword der Stunde. Zunächst war es die erste Seite bei den Google-Suchergebnissen. Später, als die Seiten immer voller wurden mit Bildern, Videos, Wikipedia und Maps, fokussiert SEO auf die Top-drei-Platzierungen. Und heute: Heute geht es nur noch um die Nummer 1. Und die ist in Zeiten von Sprachsuche und Smartspeakern unsichtbar. Sie ist nur hörbar. Es ist die „Position Zero“. Und zwar nicht nur bei Google, sondern vor allem auch bei Amazon. Wenn Voice Commerce Fahrt aufnimmt, wird sich der Nutzer nicht ellenlange Produktlisten anhören. Er vertraut auf die Amazon-Empfehlung.

Franz Jordan hält Voice Commmerce aktuell für einen Medienhype, ist sich aber sicher, dass die Bedeutung zunimmt. (Foto: Franz Jordan)

Franz Jordan hilft vor allem Marken dabei, sich auf Amazon besser zu positionieren. Er hat alles gesehen: von Keyword-Spam bis Fake Reviews. Da sind seine fünf Tipps für ein besseres Ranking.

1. Keywords weiter optimieren

Es gibt vier verschiedene Felder, in denen Keywords eine Rolle spielen: Titel, Bulletpoints, Beschreibung und dann die Tags im Backend. Früher gab es da eine ausgefeilte Reihenfolge, wie die Felder unterschiedlich gewichtet wurden. Heute sind alle gleich wichtig. Es macht keinen Unterschied, wo ich die Keywords platziere. Das kann jeder.

Aber die Keywords sind nach wie vor total wichtig. Man sollte alle Keywords, nach denen der Nutzer suchen könnte, hinterlegen. Also nicht nur „Waschvollautomat“, wie es vielleicht der Hersteller nennt, sondern auch „Waschmaschine“. Das kann man aber eben auch im Backend tun, wenn man die Produktbeschreibung davon freihalten möchte. Aber wenn ich „Waschmaschine“ nicht aufführe, wird mein Produkt zu diesem Suchbegriff auch nicht gefunden.

Die Menge der Links spielt keine direkte Rolle, aber wenn ich gute Affiliates habe, dann verkaufe ich mehr und stehe weiter oben. Es ist ein indirekter Effekt. Aber Link-Building in dem Sinn bringt nichts.

2. Bei Bildern und Videos mehr Gedanken machen

Bilder spielen bei der Suche eine indirekte, aber sehr wichtige Rolle. Sie verändern das Ranking nicht direkt, aber sie verändern die Conversion-Rate und die wiederum wird von Amazon beim Ranking berücksichtigt. Viele Bilder sind besser als wenige, hochauflösende Bilder sind noch besser und das Bildmotiv spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn das Produkt Key-Features hat, sollte man die unbedingt auch im Bild zeigen und nicht immer jedes Produkt nach dem gleichen Schema abfotografieren.

Der Dateiname des Bildes spielt keine Rolle mehr. Das war früher anders.

Und noch ein Tipp: Wenn die Größe des Produktes eine Rolle spielt, dann ist es sinnvoll ein Produkt, das der Nutzer kennt, als Größenvergleich daneben zu legen, zum Beispiel eine Streichholzschachtel bei kleinen Produkten.

Bislang gibt es übrigens keine Anzeichen dafür, dass Amazon die Bildinhalte mit KI auswertet und dass das einen Einfluss auf das Ranking hat.

Früher gab es nur für wenige Anbieter überhaupt die Möglichkeit, ein Video einzubinden. Das hat sich inzwischen geändert. Man kann ein Video direkt hochladen und in der Regel über das Plussymbol noch ein weiteres dazustellen.

Der Einfluss von Videos auf das Ranking ist der Gleiche, wie bei den Bildern. Da, wo sie bei der Conversion helfen, da helfen sie auch beim Ranking. Insbesondere Benutzer, die mit dem Smartphone ankommen, nutzen gern Videos, weil es einfacher ist als sich irgendwo durchzuscrollen.

Allerdings muss man sich genau überlegen, wo sich der Produktionsaufwand lohnt. Bei einem Produkt, das 50 Euro Umsatz im Monat macht, vermutlich nicht.

3. Produktbeschreibungen für Kunden optimieren

Produktbeschreibungen werden für den Kunden gemacht und nicht für die Maschine. Spannend ist, dass die Nutzer oft in den Bewertungen berichten, welches Feature ihnen besonders wichtig ist. Das sollte man im Text abbilden. Lieber weniger Features aufzählen, aber dafür die wichtigsten.

Auch die Preisgestaltung spielt eine spannende Rolle. Vereinfacht ausgedrückt, kann man sagen: Je besser sich ein Produkt verkauft, umso besser rankt es. Das gilt natürlich auch für den Preis. Aber es lohnt sich, das zu testen, denn wir hatten auch schon Fälle, bei denen ein höherer Preis mehr verkauft hat. Das war vermutlich deshalb, weil die Kunden eine bessere Qualität vermutet haben, es gibt eine latente Angst vor Billigschrott.

Für das Ranking sind auch die Bewertungen enorm wichtig. Sie beeinflussen die Conversion-Rate sehr stark und haben dadurch den gleichen Hebel wie Bilder und Videos. Aber wie bereits gesagt: Der wahre Schatz der Bewertungen liegt in den Erkenntnissen, die ich gewinnen kann.

4. Mit Werbeanzeigen anfangen

Es macht keinen Sinn, mit SEM anzufangen, bevor die vorgenannten SEO-Aufgaben nicht erledigt sind. Das ist aber für ein einzelnes Produkt recht schnell getan, während SEM eine never ending Story ist. Was den Ressourceneinsatz angeht, so sollten in den ersten vier Wochen um die 70 Prozent des Aufwands in SEO investiert werden. Das gilt natürlich vor allem in Form von Personal und Arbeitszeit. Betrachtet man aber den gesamten Produktlebenszyklus, also zwei oder drei Jahre, dann fließen eher 70 Prozent in SEM.

Am besten funktionieren ganz klar die gesponserten Produkte. Das gilt über alle Länder, Kunden und Produkte hinweg. Der ROI ist am besten. Das ist kein Geheimnis. Innerhalb dieses Formats gibt es gewisse Taktiken, die noch nicht so verbreitet sind, aber das Format selbst ist bekannt. So hat Amazon vor Kurzem die dynamische Gebotsanpassung eingeführt. Amazon passt die Gebote nach oben und unten an. Man legt also ein Grundgebot fest und gibt Amazon mit der Einstellung „Erhöhen und Senken“ den nötigen Spielraum. Diese Einstellung ist normalerweise deaktiviert und sollte unbedingt aktiviert werden.

5. Gute Produkte anbieten

Es mag sich trivial anhören, aber ein Produkt mit einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis kann ich über ein noch so hohes SEM-Budget nicht zum Bestseller machen. Und da die Conversion-Rate eine so große Bedeutung für das Ranking hat, sind die SEM-Kosten für ein minderwertiges Produkt vermutlich höher als zum Beispiel eine Preisreduktion kosten würde.

Und der Wettbewerb wird sich verschärfen. Noch ist Voice Commerce sicher eher ein Medienhype als ein Umsatzbringer, aber ich gehe davon aus, dass das mehr werden wird. Und dann erhalten vermutlich nur noch die Top-drei-Produkte relevanten Traffic. Gleichzeitig werden dann übrigens die Longtail-Keywords wichtiger.

Franz Jordan fasst zusammen: „Der Wechsel von SEO zu SEM ist vermutlich die größte Veränderung der letzten Jahre. Am Anfang waren noch viel mehr Insider-Wissen und technisches Know-how gefragt. Heute entscheidet die Größe des Budgets über das Ranking. Aktuell gibt es „above the fold“ eigentlich keine nichtbezahlten Platzierungen mehr.“

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Ein Kommentar
Markus K.

„Früher gab es nur für wenige Anbieter überhaupt die Möglichkeit, ein Video einzubinden. Das hat sich inzwischen geändert. Man kann ein Video direkt hochladen und in der Regel über das Plussymbol noch ein weiteres dazustellen.“

Wo soll das denn gehen? Ich kann nur Bilder hochladen, aber keine Videos. Soweit ich weiß, können Videos nur dann hochgeladen werden, wenn man den Versand von amazon abwickeln lässt, aber nicht, wenn man das selbst macht.

Antworten

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