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Online-Reputation: Eric Schmidt schlägt bei jugendlichen Imageschäden einen Namenswechsel vor

Wer in seiner unbedarften Jugend einen Imageschaden im Netz erleidet, der solle diese Jugendsünden doch einfach mit einem Namenswechsel beseitigen. Dieser doch etwas merkwürdige Vorschlag stammt von dem Google CEO Eric Schmidt. In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärte er, jede junge Person solle mit dem Erreichen der Volljährigkeit den Namen wechseln, um so alle kompromittierenden Spuren der Jugend zu beseitigen.

Doch ganz so einfach wie der Google-Chef sich das vorstellt, ist so ein Namenswechsel nicht, wie beispielsweise Danah Boyd in einem Blogpost berichtet. Sie habe aus verschiedenen Gründen bereits zweimal den ihren Namen geändert und weiß demnach, wovon sie spricht. Zudem sei die eigene Reputation meist ein bunter Mix aus negativen und positiven Faktoren, weshalb man sehr genau überlegen sollte, ob man wirklich noch mal bei Null anfangen möchte. Unter Umständen kann es ihrer Ansicht nach sehr viel anstrengender sein, die eigene Reputation komplett neu aufzubauen, als mit den negativen Seiten der bestehenden Reputation umzugehen.

Foto: Podknox, Flickr.com

Eher von der technischen Seite betrachtet Markus Beckedahl das Statement von Eric Schmidt. Die modernen Strukturen im Internet würden eine Verwischung der Spuren einer Person schon jetzt fast unmöglich machen. Soziale Netzwerke und andere Datenquellen seien so miteinander verknüpft, dass Personen nach einem Namenswechsel schnell zu identifizieren sind. Und bald kommen dann noch biometrischen Methoden dazu, mit deren Hilfe Personen auf Fotos und in Videos zugeordnet werden könnten.

Paradoxerweise wäre gerade Google wohl eines der Unternehmen, die einen solchen Identitätswechsel durch die vielfältigen Verknüpfungen im Social Web als erstes aufspüren würde und damit die Bemühungen der, um seine Reputation besorgten, Person zunichte machen würde.

Bildnachweis: Foto von Podknox auf Flickr. Lizenz: CC BY

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7 Reaktionen
Ganz Einfach

Man kann seinen Namen auch dadurch "ablegen" (wie einen Mantel), dass man ihn selten verwendet.
Wozu verwendet ihr euren Namen so oft? Wofür tut ihr euch die Belästigung, die ihr dann juristisch zu fassen versucht, an? Ich finde die Gespräche interessanter!

Pop Art

das che bild finde ich super gelungen

XAVA

Ich denke, man sollte das Problem schon im Keim ersticken. D.h. für mich zum einen die Aufklärung Aller über dieses neu-geschaffene Problem der Online Reputation. Sowohl Jugendliche und Erwachsene müssen verstehen, dass man oft seine im Netz hinterlassenen Spuren nicht mehr bereinigen kann. Sie sind nun für "immer" online. Zum anderen empfehle ich zu mindest in sozialen Netzwerken auf eine ausgedachte Identität zu setzen. So ist man langfristig auf der sicheren Seite, denn wenn man erst einmal seinen Namen im Netz hat und unzufrieden ist mit seiner Reputation, kann man nur schwer wieder ein gutes Bild herstellen. Der einzige Weg ist Online Repuation Mangement. Ohnehin sollte die Online Reputation mehr in den Fokus von Unternehmen und Privatpersonen rücken. Diese gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit. Und warum nicht einfach mal diesen Weg nutzen, um eine besonders gute eigenen Reputation zu schaffen?

Falk Hedemann

@brenna Zum einen ist Che Guevara sinnbildlich als eine Person zu sehen, die eine unverwechselbare Biografie aufzuweisen hat. Auf der anderen Seite hat die künstlerische Verfremdung von Andy Warhol nicht dazu geführt, dass seine Identität verloren geht.

Genau das dürfte wohl in vielen Fällen auch passieren, wenn man seinen Namen wechselt ;-)

brenna

also ich finde die idee alle paar jahre den namen zu wechseln eigentlich ganz reizvoll. und am besten noch ein index dazu der namen, die online schon mal in verwendung waren und sammelt...so wäre die tür dann offen sich ganz leicht eine neue identität zuzulegen, die sogar schon eine online historie hat...is doch eigentlich ganz kuhl...

...was ich aber eigentlich wissen wollte ist, was der gute alte che guevara mit namensänderungen oder google CEOs zu tun hat?

Michael van Laar

Ich plädiere eher für Reputationsmanagement als (Pflicht-)Schulfach. Aber ein Namenswechsel ist natürlich (in den USA) einfacher und dessen Forderung medienwirksamer.

Hoffentlich ist das Sommerloch bald vorbei, damit wir für die nähere Zukunft von solchen Meldungen verschont bleiben.

Marc

Beifall - auszuführen bitte oberhalb des Halses.

Solche Aussagen können natürlich nur von Google kommen.
Ist da was dran? Das hört sich so unüberlegt verkünstelt an, sind diese doch so extrem trivialen Äußerungen im Tagesgeschehen Zuhause? Dann verfolge ich ab sofort weniger Öttinger Englisch - statt dessen pushe ich mein Ego per Statements von Google CEOs - wobei ich Zeitgleich die Hände über dem Kopf zusammen klatsche.

Herrlich!

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