E-Commerce

Online-Shop-Betreiber aufgepasst: Diese Software erkennt an der Mausbewegung die Stimmung eurer Besucher

Mousetracking. (Foto: Melissa Marques  / flickr.com, Lizenz: CC-BY )

Ein Forscherteam hat eine Software entwickelt, die an der Mausbewegung erkennt, ob sich ein Nutzer gerade wohlfühlt oder sich womöglich ärgert. Online-Shop-Betreiber könnten mit einer solchen Analyse Hürden etwa beim Bestellvorgang erkennen.

Usability: Frust führt zu Kaufabbruch im Online-Shop

Für Online-Shop-Betreiber ist es enorm wichtig zu wissen, wie gut ihre Plattform für das digitale Einkaufserlebnis ihrer Besucher geeignet ist. Bisher wird bei entsprechenden Usability-Tests auch auf das sogenannte Eye-Tracking gesetzt, also nachvollzogen, wohin Nutzer während des Website-Besuchs schauen. Jetzt könnte mit dem Tracking der Mausbewegung eine weitere Analysemöglichkeit bei der Optimierung der eigenen Website helfen.

Die Mouse verrät Online-Shop-Betreibern deine Gefühle. (Foto: I Should Be Folding Laundry / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ein internationales Forscherteam um den BWL-Professor Martin Thomas Hibbeln von der Universität Duisburg-Essen hat ein Programm entwickelt, das die Gefühlslage eines Internetnutzers anhand der Mausbewegungen abliest. Die Maus wird so zum Stimmungsbarometer. Den Forschern zufolge bewegen gelassene Mausnutzer den Cursor in geraden oder leicht gekrümmten Kurven. Wer dagegen aufgebracht oder frustriert ist, führe die Maus eckig und abrupt, aber langsamer statt schneller.

Einsatzmöglichkeiten sieht Hibbeln insbesondere auf dem Gebiet des Online-Shoppings. Schließlich würden Kunden, die verärgert über die Seitennavigation sind oder weil sie ein Produkt nicht finden, die Seite schnell wieder verlassen. „Für den Shop-Betreiber wäre es hilfreich, automatisiert zu erkennen, an welchem Punkt das geschieht“, erklärt der BWL-Professor, der das sogenannte Mousetracking als ein probates Mittel ansieht, Websites zu verbessern.

Mousetracking: Gläserner Online-Shop-Besucher

Allerdings birgt das Tracken der Mausbewegungen des Nutzers auch potenzielle Risiken. So könnten Versicherungen etwa anhand unwillkürlicher Bewegungen des Nutzers bei der Eingabe in ein Online-Formular erkennen, ob der Nutzer wahrheitsgemäß auf eine Frage antwortet. Das Mousetracking macht den Nutzer im schlimmsten Fall also noch gläserner. Eine explizite Einwilligung als Voraussetzung für den Einsatz des Mousetrackings könnte da hilfreich sein, meint Hibbeln. Für Usability-Tests ist die Software aber in jedem Fall eine Bereicherung.

Die Forschungsergebnisse sollen demnächst unter dem Titel „Inferring Negative Emotion from Mouse Cursor Movements“ in der Fachzeitschrift MIS Quarterly veröffentlicht werden.

via www.golem.de

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2 Kommentare
Erkenntnisse umsetzen
Erkenntnisse umsetzen

Diese ganzen Erkennnisse oder die dankenswerten responsive-Artikel hier werden doch praktisch nie umgesetzt wie man täglich beim Surfen oder bedienen auch der größten Sites schnell leider erkennt :-(((
Google bewertet sowas auch zu wenig im Score und ich bin auch nicht sicher obs sinnvoll ist.

Nett wäre, Webseiten an die Geldgeber verpetzen zu können was einem auf den Keks geht und Google-Chrome outet es dann öffentlich als Warnung beim Besuch weil man bei FULLhd krass viel Platz rechts/links neben der Site für solche Infos hat, was aber kein Plugin bisher wirklich ausnutzt. Damit man die Shops erkennt wo man beispielsweise nix findet oder das man besser auf die US-Site geht um die echten Firmwareupdates zu kriegen… Botnetz-PC und Bezahlposter werden natürlich rausgerechnet.

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grep

Hallo …,

interessant aber ggf. datenschutzrechtlich nicht immer zulässig – glücklicherweise, denn ich käme mir überwacht vor.

Ciao, Sascha.

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