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Sponsored Post Was ist das?

E-Commerce: Seid ihr vom neuen Verpackungsgesetz betroffen?

Das bedeutet das neue Verpackungsgesetz.
(Foto: iJeab/EyeEm-ID 119450567)

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Der Onlinehandel in Deutschland boomt – und mit ihm die Mengen an Verpackungsmüll. Ab 1. Januar 2019 soll ein neues Verpackungsgesetz für höhere Recyclingquoten sorgen. Die wichtigsten Informationen hat Interseroh für euch zusammengestellt.

Das Verpackungsgesetz (VerpackG) führt strengere Kontrollmechanismen und zusätzliche Pflichten für (Online-)Händler und Hersteller ein. Dabei räumt es mit Ausnahmen und Schlupflöchern auf, die die bislang geltende Verpackungsverordnung noch zuließ und pocht auf die Produktverantwortung eines jeden Händlers und Herstellers – unabhängig von Vertriebsweg, Verpackungsvolumen oder -material. Gerade für Onlinehändler, deren Gewerbe nicht immer (oder ausschließlich) auf dem eigenen Shop basiert, ist der Bürokratie-Dschungel nicht einfach zu durchschauen.

Fallbeispiele: Das Verpackungsgesetz in der (Online-)Praxis

Entscheidend für die Bestimmung des Verantwortlichen im Sinne des neuen Gesetzes ist, wer eine Verkaufsverpackung, die letztlich beim privaten Endkonsumenten landet und von diesem entsorgt wird, als erster mit Ware befüllt. Zu diesen Verkaufsverpackungen zählen sowohl Produkt- wie Umverpackungen als auch Versandverpackungen samt Polster- und Füllmaterial.

Die Neuregelung des Verpackungsgesetz.
Diese Versandmaterialien müssen nach dem neuen Verpackungsgesetz (VerpackG) lizenziert werden. (Grafik: Interseroh)

Du vertreibst Produkte über deinen eigenen Onlineshop

Mit einem eigenen Onlineshop unterliegst du unmittelbar den im Verpackungsgesetz festgelegten Pflichten. Bist du als Betreiber deines Onlineshops sowohl Händler als auch Hersteller der versendeten Waren, müssen die Produkt- wie auch die Versandverpackung von dir an einem dualen System beteiligt werden.

Fällt dir lediglich die Rolle des Zwischenhändlers zu, bist du für die Versandverpackung, die du mit Ware befüllst, verantwortlich. Achtung: Die Nachweispflicht, dass die durch dich mitversandte Produktverpackung bereits vom Hersteller lizenziert wurde, liegt bei dir und sollte vom Hersteller oder Lieferanten eingefordert werden.

Du nutzt Marketplaces wie Amazon, eBay oder Etsy

Wer ausschließlich oder zusätzlich zu seinem (Online-)Shop einen (oder mehrere) Marketplaces als Vertriebsweg nutzt, unterliegt ebenfalls den Bestimmungen des Gesetzes. Ausschlaggebend ist hier, wer die Ware an den Endverbraucher versendet.

Übernimmt die Onlineplattform nur die Außenkommunikation, du versendest aber selbst, bist du mindestens zur Beteiligung der Versandverpackung verpflichtet und als Hersteller zusätzlich für die Produktverpackung verantwortlich.

Sonderfall 1: Du wickelst den Versand über den Marketplace ab

Wenn du deine Produkte an ein Verteilerlager sendest, wo es nach Bestellauslösung vom Marketplace in eine Versandverpackung gefüllt und dann ohne Umweg an den Endkunden versandt wird, geht die Beteiligungspflicht für die Versandverpackung gemäß der Systematik des Verpackungsgesetzes an den Marketplace über, da dieser die Versandverpackung erstmals „mit Ware befüllt in Verkehr bringt“. Ob dies zu Diskussionen seitens der Marketplaces führen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Ebenso wenig klar ist, ob die Zentrale Stelle, die als Kontrollinstanz des Verpackungsgesetzes fungiert, dazu gegebenenfalls eine klarstellende Entscheidung treffen wird. Es ist daher sinnvoll, dir die Systembeteiligung für die Versandverpackung vom Marketplace bestätigen zu lassen.

Für die Produktverpackung gilt wiederum: Hast du diese selbst mit Ware befüllt, obliegt dir auch die Beteiligungspflicht. Gibst du sie lediglich weiter, musst du nachweisen können, dass sie von Hersteller- oder Lieferantenseite lizenziert wurde.

Sonderfall 2: Du bist Dropshipper

Werden die Produkte vom Großhändler oder Hersteller über den Marketplace direkt in deinem Namen an den Endkonsumenten geschickt und du hast keinerlei physischen Kontakt zur Ware, bist du mindestens von der Beteiligungspflicht für die Versandverpackung ausgenommen. Denn in diesem Fall ist der Großhändler oder Lieferant für die Beteiligung der Versandverpackung verantwortlich, während die Lizenzierung der primären Produktverpackung beim Hersteller liegt. Auch in diesem Fall solltest du dir die Beteiligung der Verpackungen bestätigen lassen, denn im Zweifelsfall liegt die Nachweispflicht bei dir als Letztvertreiber.

Sämtliche Verpackungen, die an Privatverbraucher rausgehen, müssen lizenziert werden.
Das Verpackungsgesetz zielt auf Produkt- und Versandverpackungen ab. (Foto: Jasmin Awad/EyeEm-ID: 97722917)

Und jetzt? Verpackungsgesetzkonform in drei Schritten!

Die Bestimmungen des Gesetzes schließen dich mit ein? Das ist zu tun:

  1.  Melde dich bei einem dualen System, zum Beispiel über den Onlineshop Lizenzero beim dualen System Interseroh, an und beteilige dort per Lizenzentgelt deine voraussichtlich pro Jahr in Umlauf gebrachte Verpackungsmenge.
  2. Registriere dich über LUCID bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) und gib dort das duale System, bei dem du lizenzierst und deine Verpackungsmenge (möglich ab Oktober 2018) an. Die Registrierungsnummer der ZSVR gibst du wiederum bei deinem dualen System an.
  3. Zu Beginn des Folgejahres prüfst du deine ursprünglichen Mengenangaben für das vergangene Jahr noch einmal und bestätigst diese sowohl bei der ZSVR als auch bei deinem dualen System. Fertig!

Lizenziere deine Verpackungen jetzt und bereite dich so optimal auf 2019 vor.

Hier informieren!