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Software & Infrastruktur

OpenOffice.org 3.0 fertig: Microsoft muss sich warm anziehen

Die finale Version von OpenOffice.org 3.0 steht zum Download bereit. Revolutionäre Neuerungen gegenüber dem Vorgänger gibt es nicht. Aber gerade das könnte eine Trumpfkarte im Konkurrenzkampf mit Microsoft Office werden.

Mit Office 2007 hatte Microsoft einen harten Schnitt im Bedienkonzept seines Programm-Pakets gewagt. Ein Schritt, der nicht bei allen Nutzern gut ankam und den OpenOffice.org erst einmal nicht mitgehen will. "Nach derzeitiger Planung werden wir dieses Konzept nicht übernehmen, da insbesondere die Mehrzahl der Firmennutzer große Probleme mit der Umgewöhnung und den daraus resultierenden hohen Schulungskosten hat, und auch in puncto Bedienbarkeit die 'klassische' Oberfläche bevorzugt", erklärte Florian Effenberger von OpenOffice.org im Interview mit T3N.

Darin sieht das Open-Source-Projekt eine Chance: Die Nutzer können kostenlos auf OpenOffice.org 3.0 wechseln, wo sie eine gewohnte Umgebung vorfinden, anstatt Microsoft Office 2007 zu kaufen und ein neues Bedienkonzept zu erlernen. Sollte sich künftig eine andere Nutzeroberfläche für Office-Produkte durchsetzen, wäre die Open-Source-Suite dennoch darauf vorbereitet: "Das Schöne an OpenOffice.org ist, dass es zum einen durch offene Quellen und zum anderen durch die Extensions-Funktionalität beinahe beliebig angepasst werden kann, sodass theoretisch jeder eine Oberfläche vergleichbar mit Office 2007 als Erweiterung programmieren kann", sagte Florian Effenberger gegenüber T3N. Die Nutzer hätten dann dennoch die Wahl, die Erweiterung zu installieren oder nicht.

Schaut man in die Feature-Liste von OpenOffice.org 3.0, stellt man fest: Eine Revolution ist OpenOffice.org 3.0 nicht, eher eine Weiterentwicklung. Die Tabellenkalkulation Calc kann nun 1.024 statt 256 Spalten darstellen - wichtig für Firmenkunden, die beispielsweise für jeden Tag des Jahres eine Spalte benötigen. Die Textverarbeitung Writer stellt jetzt mehr als eine Seite gleichzeitig dar und die integrierte Notizen-Funktion wurde deutlich verbessert. In Bildschirmpräsentationen kann Impress nun direkt mit Tabellen umgehen. Kurz gesagt: Viele Details wurden überarbeitet.

Aber eine Revolution scheint auch gar nicht notwendig. "Es gibt wenig, was Microsoft Office kann, das OpenOffice.org nicht auch kann", erklärte Thomas Krumbein im Gespräch mit dem T3N Magazin (siehe Ausgabe Nr. 13). Und er muss es wissen: Er hilft Unternehmen bei der Migration von der einen zur anderen Office-Variante. Zudem hat er mehrere Bücher über OpenOffice.org geschrieben, die im Galileo-Verlag erschienen sind. Alltagsaufgaben seien auf jeden Fall alle abgedeckt, erklärte er.

Als spannendes Modell mit Zukunft gilt vor allem die Modularität von OpenOffice.org. Über Extensions lassen sich wie beim Mozilla Firefox schnell Funktionen nachrüsten. Ein Beispiel ist die Extension Sun Wiki Publisher, um Texte aus Writer in ein MediaWiki zu exportieren. Alle Formatierungen des Textdokuments werden damit entsprechend umgeschrieben. "Diese Funktion hätte im Kern von Writer nichts zu suchen, weil sie zu speziell ist. Als Extension ist sie hingegen sehr gut", so Thomas Krumbein.

Den größten Schritt hat unterdessen die Mac-Version von OpenOffice.org gemacht: Sie läuft nun innerhalb der "Aqua"-Oberfläche und benötigt nicht mehr die X11-Umgebung. "Diese Portierung war eine sehr aufwändige Sache und wird es auch noch bleiben", erklärt Thomas Krumbein. Die Aktivität in der Community hat dafür den Ausschlag gegeben.

Alles in allem markiert die Version 3.0 einen Meilenstein des Open-Source-Projekts. "Anfangs war OpenOffice.org eher der Exot und wurde milde belächelt, mittlerweile sind wir ganz stark im Markt positioniert", erklärte Florian Effenberger. "OpenOffice.org ist nicht nur einfach ein lizenzkostenfreier Klon zu bestehender Software, sondern eine wirkliche Alternative, mit vielen Vorteilen für die Nutzer."

OpenOffice.org wurde in den vergangenen Jahren weit über 100 Millionen Mal heruntergeladen und ist mittlerweile in über 90 Sprachen verfügbar.

Zur Downloadseite von OpenOffice.org 3.0.

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2 Reaktionen
andylenz77

Ich habs noch nicht getestet, aber suche nach Links zum Thema. Hier hat jemand NeoOffice mit OpenOffice 3.0 verglichen NeoOffice vs. OpenOffice Vergleich und sieht NeoOffice klar vorn.

Dennis Grund

Hat jemand den aktuellen 3.0 Release schon ordentlich auf einem Mac durch den Wolf gedreht? Trau mich noch nicht so recht von Neo-Office auf OpenOffice 3.0 zu switschen...

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