Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

Oracle muss 3 Milliarden Dollar an HP zahlen – dieses teure Computer-Desaster ist der Grund dafür

(Foto: Konstantin Zamkov  / flickr.com, Lizenz: CC-BY )

Ein Gericht in Kalifornien hat Oracle zu einer Schadenersatzzahlung von drei Milliarden Dollar an HP verurteilt. Hintergrund ist das Support-Ende für den Itanium-Prozessor, eines der teuersten Desaster der Computergeschichte.

#FLICKR#
Teure Pleite vor Gericht für Oracle: Das Unternehmen soll drei Milliarden Dollar an HP zahlen. (Foto: Peter Kaminski / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Im jahrelangen Chip-Streit zwischen Hewlett-Packard (HP) und Oracle hat ein Gericht zugunsten von HP entschieden: Der führende Datenbank-Hersteller muss dem IT-Konzern drei Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen, urteilten die Geschworenen eines kalifornischen Gerichts. Oracle will gegen die Entscheidung in Berufung gehen.

HP hatte argumentiert, die Einstellung der Unterstützung von Oracle für den gemeinsam von Intel und HP entwickelten Server-Prozessor Itanium im Jahr 2011 habe die Marktchancen des Chips deutlich verringert. Damit hätte Oracle gegen Zusagen aus einem Vertrag zur Unterstützung der Plattform verstoßen. Oracle hatte dagegen argumentiert, dass der Itanium 2011 bereits nicht besonders beliebt gewesen sei.

Warum sich der Itanium nicht durchsetzte

Die Itanium-Plattform sollte 2001 die 64-Bit-Ära für Profi-Server einläuten – wurde stattdessen aber zum teuren Desaster für Intel und HP. Für herkömmliche sogenannte x86er-Prozessoren entwickelte Software lief auf Servern mit Itanium-Prozessor nur in einem langsamen Emulations-Modus. Gleichzeitig machten nach der Vorstellung des Itaniums 2001 für den Konsumenten-Markt entwickelte PC-Prozessoren von Intel und AMD große Leistungssprünge.

Die teuren Server-Chips lohnten so nicht in der Anschaffung – und die Itanium-Plattform litt unter einem Henne-Ei-Problem: Es fanden sich angesichts des geringen Software-Angebots nur wenige Käufer und ohne große Verbreitung hatten Software-Anbieter nur wenig Anreize, ihre Programme für die komplett neue Prozessorplattform anzupassen.

Die Entwicklung des Itanium-Prozessors gehört zu den teuersten Projekten der Computergeschichte. Nach und nach stellten alle wichtigen Hersteller von Server-Software die Unterstützung für den Itanium-Prozessor ein – darunter Red Hat Linux und Microsoft. Einzig Oracle hatte die Unterstützung bereits 2012 nach einer gerichtlichen Niederlage gegen HP wieder aufgenommen.

AMD64 trat die Nachfolge von x86 an

Auf dem Markt für Server-Prozessoren spielen Itanium und Nachfolger Itanium-2 allerdings heute kaum noch eine Rolle. Letztlich hat sich die AMD64-Plattform als 64-Bit-Nachfolger sowohl bei PC- als auch bei Servern durchgesetzt.

Anders als Itanium ist AMD64 zu Intels x86-Architektur abwärtskompatibel – dadurch musste beim Wechsel keine Software neu geschrieben werden. Auch Intels PC- und Server-Prozessoren nutzen heute den AMD64-Befehlssatz, den der Marktführer vom Konkurrenten AMD lizenziert hat. Intels Xeon-Chips für Server sind ebenso wie die Konkurrenz von AMD heute für alle Server-Aufgaben deutlich leistungsstärker als der viel teurere Itanium-Chip.

Nachdem sich HP vergangenes Jahr aufgespalten hatte, führte das Teilunternehmen Hewlett-Packard Enterprise die Klage weiter. HP Enterprise ist auf Server-, Netzwerk- und Speicherhardware spezialisiert. Auch Server-Software gehört zum Angebot.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst