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Interview

Internet ohne Überwachung und Zensur: Orchid will das Web 3 zur Realität machen

Die Vision vom Web 3 als Nachfolger des Web 2.0 findet derzeit ganz unterschiedliche Ausprägungen. Orchid will zum Beispiel Überwachung und Zensur aus dem Internet verbannen. Wir haben mit CEO Steven Waterhouse gesprochen.

Diverse Startups arbeiten daran, das Internet dezentraler zu machen. Viele unterschiedliche Ansätze setzen dabei auf die Blockchain-Technologie. Was genau hinter dem sogenannten Web 3 steckt und warum die Entwicklung so wichtig ist, erklärt der t3n-Artikel Web 3: Der Anfang vom Ende der Plattformökonomie ist dezentral.

Internet ohne Überwachung: Orchid arbeitet am Web 3

Orchid gehört zu den Startups, die das Internet neu erfinden wollen. Dabei handelt es sich um ein Protokoll, das überschüssige Bandbreite nutzbar machen will, um eine verschlüsselte und dezentrale Infrastruktur aufzubauen. Auf diese Weise sollen Nutzer Zugang zum Internet bekommen – und das völlig ohne Überwachung und Zensur. Vereinfacht gesagt, handeln Orchid-Nutzer untereinander Bandbreite für Orchid-Tokens. Das funktioniert auf Peer-to-Peer-Basis mit Hilfe der Ethereum-Blockchain.

Orchid will eine neue Infrastruktur für das Web 3 bereitstellen, die Nutzern den Zugang zum Internet ohne Zensur und Überwachung ermöglicht. (Bild: Orchid)

Orchid hat das Interesse von Investoren wie Sequoia, Andreessen Horowitz, DJF, Polychain Capital und anderen geweckt, die das Projekt unterstützen. Zum Team gehören unter anderem Jay Freeman, der vom alternativen App-Store für das iPhone – Cydia –, kommt. Ebenfalls mit an Bord sind Brian Fox, der Autor der Bash Shell und erster Angestellter der Free Software Foundation sowie Gustav Simonsson, der das Core-Security-Framework mit einem Team von Ethereum geschrieben hat. Wir haben mit Steven Waterhouse, dem CEO und Mitgründer von Orchid Protocol und Orchid Labs, gesprochen. Der gebürtige Engländer hat seine Doktorarbeit zum Thema Deep Learning und Spracherkennung in Cambridge verfasst und lebt seit 21 Jahren in San Francisco.

t3n.de: Steven, es gab eine Zeit, in der viele Menschen keine Kreditkarten nutzen wollten, um ihre Privatsphäre zu schützen. Mittlerweile gehen wir viel leichtsinniger mit unseren Daten um. Wie kam es dazu und was hat sich verändert?

Steven Waterhouse. (Bild: Orchid)

Steven Waterhouse: Nehmen wir mal Facebook als Beispiel. Da besteht eine Art unausgesprochene Übereinkunft, dass wir für den Komfort und die Bequemlichkeit mit unserer Privatsphäre und dem Zugang zu Informationen bezahlen. Dieser implizite Handel ist vielen Leuten bekannt, aber sie wollen nicht darüber nachdenken und finden auch nicht, dass es eine große Sache ist.

Mit Kreditkarten ist es ein bisschen anders, da geht es um sichere Übertragung und ähnliche Aspekte. Ich habe die Theorie, dass die Welt immer nerdiger wird. Sie wird nicht einfacher, wir werden nur besser darin, Dinge zu benutzen. Das sieht man daran, wie die Nerds die SSL-Verschlüsselung verbreitet haben – wenn ein Formular SSL-verschlüsselt ist, dann weißt du, dass es sicher ist. Und je weiter sich das verbreitet hat, umso weniger hatte ich ein Problem damit, meine Daten irgendwo einzugeben.

Aber daraus ist dieser implizite Handel geworden, und das ist mit jeder Generation schlimmer geworden. Mit Orchid wollen wir den Leuten die Wahl geben, mit wem genau sie welche ihrer Daten teilen. Man sollte eine Website ganz selbstverständlich besuchen können und sagen: „Ich möchte dir diese Information nicht geben“. Oder man gibt sie. Aber man hat die Wahl.

t3n.de: Aktuell bezahlen Nutzer im Internet scheinbar kostenlose Dienste mit ihren Daten. Glaubst du, den meisten Leuten ist das einfach egal oder wissen sie es einfach nicht besser?

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Eine Reaktion
Gecko

Hallo,

guter Ansatz: "Das funktioniert auf Peer-to-Peer-Basis mit Hilfe der Ethereum-Blockchain."
Aber bitte, seit nicht so naiv zu glauben, damit wäre ABSOLUTE Sicherheit garantiert. Entschlüsselung ist eine Frage der Zeit/Rechenleistung. Also an den Plan B denken!

Viele Grüße

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