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Organe aus dem 3D-Drucker: Hannoveraner Forscher druckt erstmals Hautzellen für Labormäuse

3D-Druck für Hautimplantate. (Bild: Flickr-Ishan Manjrekar / CC-BY-2.0)

Das Potenzial der 3D-Druck-Technologie hat ein neues Level erreicht. Dem Hannoveraner Forscher Lothar Koch ist es erstmalig gelungen Hautstücke zu drucken.

3D-Druck in der Medizin: Biodrucker sollen Organe nachbilden

3D-Druck für Hautimplantate: Ein Forscherteam hat erstmalig erfolgreich Hautzellen für Labormäuse gedruckt und implantiert. (Bild: Flickr-Ishan Manjrekar / CC-BY-2.0)

3D-Druck für Hautimplantate: Ein Forscher-Team hat erstmalig erfolgreich Hautzellen für Labormäuse gedruckt und implantiert. (Bild: Flickr-Ishan Manjrekar / CC-BY-2.0)

Der eine druckt Spieldosen und wiederum andere drucken Organe. Ein medizinisches Forscher-Team möchte mit der 3D-Druck-Technologie Patienten helfen und hat erstmalig Hautstücke produziert. Lothar Koch vom Laser-Zentrum in Hannover gelang es, einer Labormaus eine Hautfläche zu transplantieren, die mithilfe eines Biodruckers hergestellt wurde. Der Wissenschaftler gibt in der aktuellen Ausgabe der Technology-Review bekannt: „Das ist die erste lasergedruckte Haut, die im Tierversuch erfolgreich getestet wurde“.

Das Vorgehen scheint bahnbrechend: Bisher gab es keine funktionsfähige Methode, die Vielzahl von Körper-Zellen auf den Mikrometer exakt aufeinanderzuschichten. Eine Voraussetzung, die allerdings unabdingbar für funktionsfähige Organe ist. Koch hat nun eine Methode gefunden, wie das Aufeinanderschichten bewerkstelligt werden kann – heise online erklärt die Vorgehensweise wie folgt: „Für seine Experimente entwickelte Koch einen Bioprinter auf Basis eines Laserdruckers. Die Zellen sind in einem wasserhaltigen Gelstreifen auf der Unterseite einer dünnen Glasscheibe angeordnet. Der Laserstrahl schießt durch das Glas und erzeugt eine kleine Dampfblase zwischen Glas und Gel. Dabei entsteht ein Dampfdruck. Dieser schleudert einen winzigen Tropfen Gel mit den darin enthaltenen Zellen auf die Unterlage. Tropfen für Tropfen bildet sich so das Gewebe.“

Das nachgebildete Hautgewebe ist zwei Millimeter dick und besteht aus zwanzig Schichten und zwei Zelltypen. Gedruckt werden können derzeit sechs Quadratzentimeter. Der Forscher sagt allerdings auch, dass die Nachbildung noch weit entfernt von einer echten Haut ist – es fehlen Haar-, Nerven-, Blutgefäß- und Schweißdrüsenzellen. Lothar Koch gibt zu verstehen: „Es würde dem Patienten wenig helfen, wenn er nicht mehr schwitzen und seine Körpertemperatur regulieren kann.“ Im Falle seines Experimentes hat sich jedoch herausgestellt, dass Blutgefäße der Versuchstiere in das Gewebe übergegangen sind. Im nächsten Schritt hat sich das Hannoveraner Forscher-Team das Ziel gesetzt, die Blutgefäße gleich mit zu drucken.

via www.heise.de

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