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Otto Group wieder auf Erfolgskurs: Onlineumsatz in Deutschland wächst 2016 um 12,3%

(Foto: Otto Group)

Die Otto Group schließt das aktuelle Geschäftsjahr 2015/16 mit Gewinn ab und präsentiert ein Umsatzwachstum, das größer ausfällt als das Wachstum des gesamten Onlinemarktes in Deutschland.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Hans-Otto Schrader, hat heute Vormittag die Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres vorgestellt. Die im letzten Jahr noch defizitäre Otto Group ist wieder in der Gewinnzone und vermeldet vor allem in Deutschland steigende Online-Umsätze. Trotzdem weist die Bilanz durch die Belastungen aus dem Verkauf des Handelsgeschäftsbereiches der stark defizitären Auslandstochter 3SI Group einen Fehlbetrag auf. Der Hamburger Multichannel-Händler kündigt trotzdem große Investitionen in Technologie und Digitalisierung an.

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Otto Group stellt Bilanz vor: Kerngeschäft wächst in unterschiedlichem Maß

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel hat für das vergangene Jahr ein Wachstum von 11,9 Prozent verkündet, der Handelsverband Deutschland (HDE) 12 Prozent. Glaubt man diesen Zahlen, dann lässt das Onlinewachstum der Otto Gruppe in Deutschland mit starken 12,3 Prozent nicht zu wünschen übrig. Neben einem starken Gesamtwachstum im deutschen Onlinehandel stellt sich die Umsatzsituation einzelner, großer Namen aus dem Kerngeschäft unterschiedlich dar:

  • Otto: 2,563 Milliarden Euro Umsatz, um 9,8 Prozent gestiegen
  • BonPrix: 1,432 Miilliarden Euro Umsatz, um 10,6 Prozent gestiegen
  • Witt: 756 Millionen Euro Umsatz, um 4,1 Prozent gestiegen
  • MyToys: 508 Millionen Euro Umsatz, um 19,7 Prozent gestiegen
  • Collins: Nahezu 100 Millionen Euro Umsatz
  • Paketdienstleister Hermes: 1,501 Milliarden Euro, um 15,4 Prozent gestiegen
  • Finanzdienstleister EOS: 582 Millionen Euro Umsatz, um 5,2 Prozent gestiegen

Das Startup Collins stellt seine Ergebnisse nächste Woche separat vor, Schrader deutete jedoch eine Umsatzgröße von nahezu 100 Millionen Euro an. Die Unternehmen Sport Scheck und MyToys sollen als einzige noch defizitär sein, der Rest erwirtschaftet Rendite.

Die Otto Group in der Übersicht. (Grafik: Otto Group)
Die Otto Group in der Übersicht. (Grafik: Otto Group)

Die Ergebnisse der Otto Group im Überblick

Der Umsatz der Otto Group ist im zurückliegenden Geschäftsjahr um 5,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro angewachsen, der Online-Geschäftsbereich um 8,8 Prozent auf 6,5 Milliarden. Der Gewinn vor Steuern (EBT) ist gegenüber dem Vorjahr von 44 um mehr als das vierfache auf 187 Millionen angestiegen. Das Ergebnis liegt, die aufgegebenen Geschäftsbereiche bereits ausgerechnet, bei 90 Millionen Euro. Aufgrund der internationalen Buchführungsregeln (IFRS) fallen in diesem Geschäftsjahr die operative Verluste, Kosten für Restrukturierungen, Abfindungen, und Abschreibungen der nicht weiter fortgeführten Geschäftsbereiche der 3SI Groupe aus den letzten Jahren in Höhe von 280 Millionen Euro an. Diese außerordentliche Belastung der Bilanz führt zu einem Fehlbetrag von 190 Millionen Euro – gegenüber 196 Millionen im Vorjahr.

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Umsätze der Otto Group im Geschäftsjahr 2015/16. (Grafik: Otto Group)
(Grafik: Otto Group)
Ergebnisse der Otto Group im Geschäftsjahr 2015/16(Grafik: Otto Group)

Die Transformation der Otto Group ist immer noch im Gange

Die Otto Group sieht Restrukturierungen und Portfoliostraffungen als gelungen an. Auch das Ziel der sozialen Partnerschaft mit den Mitarbeitern. In Deutschland beschäftigt die Otto Group 25.823, nur 385 Stellen wurden abgebaut – in geschlossenen Geschäftsbereichen. Die restlichen „verschwunden“ Vollzeitstellen erklärt Otto mit den verkauften Geschäftsbereichen, dort sei jedoch darauf geachtet worden, dass die Stellen der Mitarbeiter erhalten blieben. Betroffen vom Stellenabbau war mit 65 Stellen in Hamburg auch das gescheiterte Payment-Startup Yapital.

Die 3SI Group beschäftigte zuletzt insgesamt rund 2200 Mitarbeiter, der Mitarbeiterstamm war in den letzten Jahren von ursprünglich 5500 Mitarbeitern zu 3SI-Hoch-Zeiten, bis auf diesen Tiefstand von 2200 zum Zeitpunkt der Otto-Übernahme zusammengeschmolzen. Die verbliebenen rund 700 Mitarbeiter gehören zu den weiterhin in der Otto Group verbleibenden Geschäftsbereich E-Commerce-Dienstleistungen von 3SI. Dazu gehören beispielsweise die Logistikunternehmen Mondial Relay und Dispeo in Frankreich. Finanzvorstand sprach klare Worte zu 3SI: „Wir möchten unter das Kapitel 3Si einen verbindlichen Schlussstrich ziehen. Wir wollen klar Schiff machen.“

„Der Kunde als Kompass“ ist die zentrale Strategie, und: Technologie, Technologie, Technologie

Ein kundenzentriertes Denken stellt Schrader zusammen mit dem Ausbau der Digitalkompetenz als stetigen Prozess in den Mittelpunkt der Otto-Strategie. Ein ganz besonderes Augenmerk gilt technologisch dem Mobile Commerce, denn die großen Marken bei Otto holen rund 50 Prozent ihres Traffics und rund 30 Prozent ihres Umsatzes mobil – und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. „Mobile ist das neue Onlineshopping“, betont Schrader. Das im letzten Jahr geschaffene Mobil Lab soll die kleinen bis mittleren Untenrehmen der Otto Gruppe beim Strategiefokus auf M-Commerce unterstützen.

In diesem Geschäftsjahr wurde mit dem sogenannten „Sprint-Projekt“ der IT-Infrastruktur von 100 Unternehmen in der Gruppe komplett erneuert, rund 500 Mitarbeiter waren n diesem Projekt beteiligt. Damit endet der Prozess aber nicht, denn auch in diesem Jahr wird Otto wieder in Technologie investieren: Mit einem dreistelligen Millionenbetrag in neue Services bei Hermes, wie einem stundengenauen Zustellungszeitfenster und einem anbieterunabhängigen Paketkasten, in die digitale Transformation von Einzelgesellschaften, ein erheblicher Investin BonPrix und generell in Technologie und Mobile Commerce.

Besonders hervorgehoben wurde Collins mit AboutYou, die neue Dimensionen erreichen sollen. Nähere Details werden nächste Woche von Collins enthüllt.

Schrader geht, Birken kommt: Abschied und Begrüßung der Vorstandsvorsitzenden

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(Foto: Otto Group)

Hans-Otto Schrader hat in langen Jahren das Bild der Otto Group geprägt. Während seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz erklärte Schrader seinen Leitsatz und sein Vertrauen in seinen Nachfolger: „Es war mir immer sehr wichtig, dass wir eine dem Menschen zugewandte Kultur bei Otto haben. Ich bin sehr überzeugt, dass diese Kultur bei Alexander Birken in den besten Händen liegt.“

Schrader erklärt dass Otto aktuell eine agile Unternehmenskultur mit der internen Initiative „Unternehmenskultur 4.0“ errichten möchte und Hierachien und Bereichsgrenzen niederreißen will, was für mehr Offenheit sorgen soll. Mittlerweile kann jeder Mitarbeiter den Vorstand duzen, was Schrader nicht als eine populistische Aktion verstanden wissen will. Ein plumpes „Hey, sagt Horst zu mir“, sei nicht das Ziel. Sondern die Geschäftsführung wolle das „Wir-Gefühl“ stärken und so die Grenzen zwischen Geschäftsführung und Personal verwischen. „Der weg vom „ihr“ zum „wir“ führt nun mal über das „du“ schließt Schrader seine Ausführungen.

Birken tritt sein Amt im Januar an, wir haben mit dem neuen Chef der Otto Group ein Interview über seine Handels- und Führungsansichten geführt, das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird.

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