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E-Commerce

Otto Group schreibt rote Zahlen: „Wir hatten dieses Jahr kein Glück“

Die Otto Bilanz für 2015. (Foto: Otto Group)

Die Otto-Gruppe vermeldet Verluste im laufenden Geschäftsjahr. Mitverantwortlich sollen neben laufenden Investitionen in Umstrukturierungen auch Währungs- und Konjukturschwankungen im Auslandsgeschäft sein. Eine Übersicht über die Otto-Bilanz.

Die Otto-Gruppe hat heute Morgen in Hamburg die Unternehmensergebnisse während einer Pressekonferenz veröffentlicht: Der Umsatz der gesamten Gruppe konnte weltweit lediglich um 0,5 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Besser sieht es im Sektor Onlinehandel aus, mit immerhin 5,1 Prozent Umsatzsteigerung auf 6,5 Milliarden beziehungsweise auf 4,2 Milliarden in Deutschland. Trotz Umsatzsteigerung verzeichnet Otto ein negatives Ergebnis mit 125 Millionen Euro Verlust (EBT – Gewinn vor Steuern). Für den Verlust macht Otto-Chef Schrader neben dem schwachen deutschen Textilmarkt sowohl Umstrukturierungen innerhalb der Gruppe als auch Währungs- und Konjunkturschwankungen bei drei großen Auslandstöchtern.

Hafengeburtstag 2015, Die Einlaufparade  © Axel Kirchhof Jede kommerzielle Nutzung nur nach Absprache
Otto CEO Hans-Otto Schrader gibt die Unternehmensergebnisse bekannt. (Foto: © Axel Kirchhof)

Die Unternehmensergebnisse der Otto Group

Die Umsätze der Otto-Gruppe verteilen sich fast zu gleichen Teilen auf inländische und ausländische Umsätze. Das Ergebnis der Otto-Gruppe fällt in diesem Geschäftsjahr 2014/15 mit 125 Euro Millionen Verlust (Gewinn vor Steuern) negativ aus – Otto CEO Schrader kommentierte das lakonisch mit „Wir hatten dieses Jahr kein Glück“.

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Die Ertragssituation im Vergleich mit den Vorjahren. (Grafik: Otto Group)

Alle Unternehmensbereiche

  • Weltweit: 12,1 Milliarden Umsatz, 0,5 Prozent Wachstum
  • Deutschland 7, 139 Milliarden Euro Umsatz, 1,2 Prozent Wachstum

Nur Onlinehandel

  • Weltweit: 6,5 Milliarden Euro Umsatz, 5,1 Prozent Wachstum
  • Deutschland: 4,2 Milliarden Euro Umsatz, 5,1 Prozent Wachstum

Um die Umsatzgrößen plastischer darzustellen, bricht Schrader die Umsätze der Otto-Gruppe auf fassbarere Größen herunter: stündlich 500.000 Euro und täglich 12 Millionen Euro Umsatz werden eingefahren.

In Deutschland erklärt sich die Otto-Gruppe zum Online-Marktführer in den Bereichen Mode und Möbel mit einem 30-prozentigen Marktanteil, für die Bereiche Weiße Ware (Küchen-Elektro-Großgeräte) und Spielsachen spricht CEO Schrader von einer führenden Position.

Gründe für die Verluste der Otto Group

Neben dem aus Sicht der Otto Gruppe schwachen Textilmarkt in Deutschland macht Otto die laufende Umstrukturierung des Konzerns, die dadurch notwendigen Investitionen in IT und Logistik-Infrastrukturen und das schlechte Auslandsgeschäft verantwortlich.

Unter anderem ist der ehemalige Katalog-Versander 3Suisse komplett auf digitale Vertriebswege umgestellt worden – was Umsätze gekostet haben soll. Auch das Russlandgeschäft trägt mit alleine rund 60 Millionen Verlusten aus Währungsschwankungen bei – bedingt durch den Waren-Einkauf in Devisen und Verkauf in Rubeln.

Für das kommende Geschäftsjahr hat Otto-CEO Hans-Otto Schrader eine Prognose aufgestellt: drei Prozent Umsatzwachstum und zurück in die Gewinnzone.

Das Otto-Portfolio und die Verteilung der Umsätze und Verluste

Besonders hervorgehoben hat Schrader zwei Unternehmensbereiche: „Re-Invest Business“ für Unternehmen, die sich gerade in einer Transformationsphase befinden und eher defizitär sind, und das als „Core Business“ bezeichnete Kerngeschäft, das immer noch stabil Renditen abwirft. Abgeschlossen wurde die Unternehmenübersicht mit den Bereichen „Create Business“, was für die Schaffung von neuen Geschäftsmodellen steht.

Umsatzverteilung innerhalb der Gruppe

Re-Invest
Die aktuell schwächelnden Unternehmen sind für 25 Prozent des Konzern-Umsatzes verantwortlich und alle defizitär. (Grafik: Otto Group)
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Das Kerngeschäft trägt rund 60 Prozent zum Konzern-Umsatz bei und wirft durchgehend Rendite ab. (Grafik: Otto Group)
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Der Bereich „Create Business“ bei Otto beinhaltet Beteiligungsgesellschaften, Predicitve-Analytics und E-Commerce-Startups. Schnellwachsend, aber noch nicht durchgehend in der Gewinnzone. (Grafik: Otto)

Die Beteiligungsgesellschaften und neu gegründeten Unternehmen mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen sind noch nicht für signifikante Anteile des Umsatzes verantwortlich – wachsen aber überproportional. Alleine das E-Commerce-Startup-Collins soll Europas schnellwachsendstes Startup sein, der brasilianische Marktplatz posthaus ist im zweiten Geschäftsjahr in den schwarzen Zahlen und kann ein 20-prozentiges Umsatzwachstum vorweisen.

Portfoliomanagement: Anpassung der Geschäftsmodelle, neue strategische Partner oder Verkauf

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Die Unternehmen der Otto Group. (Grafik: Otto Group)

Otto-CEO Schrader verspricht ein langfristiges und aktives Portfoliomanagement. Alle Geschäftsmodelle würden auf Zukunfssicherheit untersucht und anhand der Prognosen entschieden ob Strategiewechsel nötig sind. Um strategische Verbesserungen zu erlangen, kann für einzelne Unternehmen auch ein Teilverkauf angestrebt werden. Unternehmen, die nicht gar zu den Kernkompetenzen der Gruppe passen, wie gerade der 200-Millionen-Umsatz schwere Otto-Office-Versand werden verkauft.

Zwar sind aktuell aus dem Bereich „Re-Invest“ definititv keinerlei Verkäufe geplant, aber Schrader wollte während der Konferenz diese Option nicht vollständig für alle Zeiten ausschließen.

Ein Verkauf soll grundsätzlich nachhaltig abgewickelt werden, also an den bestmöglichen Eigentümer abgegeben werden, so soll sichergestellt werden, dass die Zukunft der verkauften Unternehmen sichergestellt ist – einen Equity-getriebenen Verkauf schließt Schrader aus.

Lest auch Kommentar zum Umsatzrückgang und Verlust bei Otto unseres Redakteurs Jochen G. Fuchs.  

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3 Reaktionen
Dennis

Wenn Ihr das Komma bei den täglichen 1,2 Millionen rausnehmt, dann stimmts.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Dennis,

danke für den Hinweis, das Komma hat sich da wohl verlaufen. Hab's gerade korrigiert.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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Woldemar Junker

Kopf hoch, jeder hat mal ein schlechtes Jahr - mit Herrn Tarek Müller habt Ihr Euch ja einen sehr kompetenten Neuzugang an die Seite geholt! :-)

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