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Otto Group: „Wir vernichten kaum Retouren“

(Foto: Otto)

Wie viele Retouren werden im Onlinehandel vernichtet? Diese Frage wird aktuell stark diskutiert – und deutlich wird, dass das Problem weniger umfangreich ist als befürchtet. Die Otto-Gruppe hat jetzt eine interessante Zahl genannt.

Die Diskussion um die Verwendung von Retouren im Onlinehandel ist durch die Absichtserklärung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), man wolle Händler dazu zwingen, Waren zu spenden oder weiterzuverkaufen, neu entfacht worden. Jetzt wird deutlich: So viel, wie von Kritikern vermutet, wird offenbar gar nicht in den Schredder oder in die Schrottpresse befördert. 92 Prozent kommen laut dem Retourentacho der Universität Bamberg als A- oder B-Ware wieder in den Verkauf und gerade einmal 3,9 Prozent der zurückgegebenen Waren müssen entsorgt werden.

Bei dem Umfang, den der E-Commerce inzwischen erreicht hat, ist das zwar immer noch eine Menge Zeug, aber immerhin noch ein geringer Prozentsatz. Jetzt wird sogar deutlich, dass bei bestimmten Händlern der Anteil im Promillebereich liegt. So erklärt beispielsweise die Otto-Gruppe gegenüber dem Berliner Tagesspiegel, man vernichte zwar mehrere Tausend Artikel im Jahr, was aber angesichts der täglich 120.000 Pakete allein im Lager Haldensleben ein marginaler Anteil sei.

Otto-Gruppe will bald mehr FMCG-Waren versenden

Man sehe hier derzeit keinen Handlungsbedarf, heißt es. Das könnte sich allerdings etwas ändern, wenn Otto mehr Artikel aus dem Supermarkt- und Drogeriebereich liefert, wie es das Unternehmen dem Vernehmen nach plant. Das Unternehmen hat eine Kooperation mit dem Mall-Betreiber ECE abgeschlossen und will mehr Same-Day-Delivery-Services anbieten – ähnlich wie Amazon das bereits im bestimmten Ballungsräumen tut.

t3n meint: Wird ein Retourengesetz dieses Problem lösen? Wohl eher nicht. Denn gerade bei Produkten des täglichen Lebens ist es auch im stationären Handel üblich, dass Waren nicht rechtzeitig verkauft werden und abgeschrieben werden müssen. Es dürfte also schon im Interesse der Händler liegen, Waren in irgendeiner Weise zweitzuverwerten. Allerdings könnte die Bundesregierung durch entsprechende Steuergesetze dafür sorgen, dass eben nicht nur durch die Vernichtung eine Abschreibung möglich wird. Tobias Weidemann

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Ein Kommentar
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Siehe Frankreichs Gesetzgebung (gegen Lebensmittelverschwendung, aber auch bald sowas): Das Gesetz wirkt. Es senkt den Anteil von Müll, steigert den von werthaltigen Produkten in der Zweitverwertung für Konsumenten, die darauf auf dem ersten Markt eh nicht zugegriffen hätten und bietet den Unternehmen attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten – und bei Zuwiderhandlung deftige Strafen.

Also… wird es bei uns nicht kommen.

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