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Analyse

Otto-Gruppe erreicht 75 Prozent Onlineumsatz: Reicht das Wachstum?

Otto steigert sein Wachstum deutlich im abgeschlossenen Geschäftsjahr. (Grafiken: Otto Group, Montage: t3n)

Die Otto-Gruppe hat jetzt ihre diesjährige Bilanz veröffentlicht. Das Wachstum hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, aber reicht das, um gegen Deutschlands E-Commerce-Marktführer Amazon zu bestehen?

Otto verkündet für das vergangene Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 13,6 Milliarden Euro und ein Umsatzwachstum von rund sieben Prozent. Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr hat Otto sein Wachstum jetzt verdoppelt.

Umsatz der Otto-Gruppe wächst stärker als im Vorjahr

In diesem Geschäftsjahr steigerte die Otto-Gruppe ihre Umsätze von 12,5 Milliarden auf 13,653 Milliarden Euro. Damit hat das Unternehmen rund 900 Millionen mehr Umsatz erwirtschaftet als im letzten Jahr.

Auch das Wachstum ist angestiegen. Laut Otto entspräche der Umsatzsprung einer Steigerung von knapp sieben Prozent. Damit hätte die Gruppe ihr Wachstum verdoppelt, im Vorjahr stieg der Umsatz nur um 3,4 Prozent – von 12,1 auf 12,5 Milliarden Euro.

Das Jahresergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beläuft sich auf 450 Millionen Euro. Laut der Finanzvorständin Petra Scharner-Wolff belastete der Verkauf der französischen Konzerngesellschaften Mezzo und Dispeo das Ergebnis, da beim Verkauf noch eine finanzielle „Mitgift“ notwendig war. Das Gewinn vor Steuern (EBT) machte einen Sprung von 262 Millionen auf 629 Millionen – teilweise dem Verkauf des Finanzdienstleisters Ratepay geschuldet. Somit ergibt sich nach Abzug der Steuern ein Gewinn von 519 Millionen Euro für die Otto-Gruppe.

Otto Jahresergebnisse: Katalog, Online und Filialumsatz

75 Prozent aller Einzelhandelsumsätze der Otto-Gruppe kommen aus dem Onlinehandel, 13 Prozent aus dem Kataloggeschäft und zwölf Prozent aus dem Einzelhandel.

E-Commerce-Umsatz der Otto-Gruppe

Beim Onlineumsatz verweist Otto auf ein Wachstum von 10,9 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro,  die E-Commerce-Sparte hatte noch 2017 ein Wachstum von rund zehn Prozent zu verzeichnen. Damals wuchs der Umsatz von rund 6,3 Milliarden auf rund sieben Milliarden Euro.

Die Hoffnungsträger: Die erfolgreichsten Konzerngesellschaften

Neben Otto.de mit einem Wachstum von 8,5 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro Umsatz und About You mit 110 Prozent Wachstum auf rund 280 Millionen spielten die Witt-Gruppe mit 8 Prozent Wachstum auf 818 Millionen und der US-Möbel-Händler Crate and Barrel mit 5,5 Prozent Wachstum auf 1,56 Milliarden Euro eine große Rolle für das Konzernergebnis. Im E-Commerce-Sektor soll Crate and Barrel sogar ein nicht näher beziffertes, zweistelliges Wachstum vorzuweisen haben.

Geschäftsjahresänderung in einzelnen Tochtergesellschaften

Unternehmen können für ihre Jahresabschlüsse festlegen, ob das Kalenderjahr oder ein Geschäftsjahr mit selbstgewähltem Starttermin genutzt werden soll. Innerhalb der Otto-Gruppe nutzten einige Tochterunternehmen noch Geschäftsjahre, die von dem der Gruppe abweichen, das am 28. Februar endet. In diesem Jahr hat das dazu geführt, dass bei manchen Unternehmen ein bis zwei zusätzliche Monate Umsatz in das Geschäftsjahr mit einflossen.

Otto beziffert den Effekt auf 300 Millionen Euro, in allen Zahlen dieses Artikels sind diese Umsätze nicht berücksichtigt worden, damit der Vergleich zum Vorjahr nicht verfälscht wird.

Reicht das Wachstum, um sich am Markt zu behaupten? Otto-Gruppe sieht sich „über Plan“

Das Ziel ist klar definiert: Vorstand Alexander Birken hat 2017 ein jährliches Wachstum von 800 Millionen Euro vorgegeben, damit im Geschäftsjahr 2022/23 ein Umsatz von 17 Milliarden Euro in der gesamten Otto-Gruppe erwirtschaftet wird.  Mit 900 Millionen Euro mehr Umsatz hat die Gruppe das Ziel nicht nur erreicht, sondern um zwei Prozent überschritten. Kann das in den nächsten Jahren so fortgesetzt werden, dann reicht das Wachstum, um den Kurs auf die geplanten 17 Milliarden Euro Umsatz zu halten.

Ob das bisherige Wachstum reicht, um genügend Momentum gegenüber Amazon zu erreichen, ist fraglich. Der US-Konzern wächst in Deutschland nach Berechnungen des Branchenanalysten Jochen Krisch im Moment um rund 20 Prozent.

Das sind Wachstumsraten, die in der Otto-Gruppe so nicht aufzufinden sind – mit einer Ausnahme: Das E-Commerce-Wunderkind About You hebt ab mit einer Umsatzsteigerung von 110 Prozent und verdoppelt somit seinen Umsatz . Zusammen mit der Mytoys-Gruppe, die seit dem Rollout der neuen Plattform-Strategie auch stärker wachsen dürfte, könnte das die Otto-Gruppe langfristig in höhere Wachstumszonen befördern.

Update vom 05. April 2018: In einer früheren Version dieses Artikels wurde der Gesamtumsatz auf 13,2 statt auf 13,4 Milliarden Euro beziffert und dementsprechend die Umsatzsteigerung nur auf 700 statt auf 900 Millionen Euro. Damit hat die Otto-Gruppe ihr Ziel nicht knapp verfehlt, wie ursprünglich berichtet, sondern überschritten.

Update vom 16. Mai 2018: Aktuelle und endgültige Zahlen aus der Bilanz der Otto-Gruppe wurden ergänzt.

Passend zum Thema ein aktueller Kommentar zur Otto-Plattform-Strategie: Der größte Fehler in der Geschichte der Otto Group.

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