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Interview

Otto-Chef mit Kampfansage an Amazon: „Bei uns gibt es keine Grauzonenhändler aus China”

Otto-Chef Alexander Birken während einer Pressekonferenz in Hamburg. (Foto: dpa)

Otto präsentiert sich als faire Marktplatzalternative – unausgesprochen auch als Amazon-Alternative. Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, spricht im t3n.de-Video-Interview über die Plattformstrategie und deren Vorteile für Händler.

Die Otto Group ist mit Otto.de, About You und Mytoys auf dem Weg zur Plattform. Die Marktplätze der zugkräftigen Marken sollen zu attraktiven Alternativen der etablierten Marktplätze ausgebaut werden. Dabei will Otto, auch wenn es kein einziges Mal ausgesprochen wird, auf jeden Fall eine Alternative zum Marktplatz des Marktführers Amazon sein. Die Seitenhiebe sind zu deutlich: Keine chinesischen Händler als Konkurrenz, die dann sowieso ihre Umsatzsteuer nicht abführen, feste Garantien für Provisionsvereinbarungen – all das spielt auf Probleme an, die Händler besonders bei Amazon kennen. Im Unterschied zu Amazon kann bei Otto nicht jeder Händler ein Konto anlegen. Da ist es für die deutsche Nummer Zwei im E-Commerce auch leichter, den Türsteher zu spielen und unliebsame Gäste abzuweisen.

Wieso die Otto Group eine Plattform-Strategie braucht: Otto ist mehr als nur Otto.de

Otto besteht aus vielen Konzerngesellschaften. Neben den oben erwähnten Plattformen Otto.de, About You und Mytoys gehören dazu unter anderem auch die Logistik-Dienstleister Hermes und Liefery, die Finanzdienstleister EOS und Risk Ident sowie viele weitere Marken wie Witt, Bonprix oder auch der US-amerikanische Home-and-Living-Spezialist Crate & Barrel. Speziell für Händler hat die Unternehmensgruppe auch jede Menge Dienstleister im Portfolio, wie etwa das Predictive-Analytics-Unternehmen Blue Yonder, die Werbeplattform Otto-Group-Media oder den IT-Dienstleister Otto-Group-Solution-Provider. All diese Unternehmen müssten theoretisch miteinander verzahnt werden – wo es Sinn macht – damit Händler und Otto Group die Synergieeffekte innerhalb der Unternehmensgruppe gleichermaßen erzeugen wie ausnutzen können. Dazu benötigt Otto eine Plattformstrategie.

Im Interview erklärt Alexander Birken, wie Otto dabei vorgeht.

Ottos Versprechen an Kunden und Händler: Fairness, Transparenz und kein Wettbewerb zu Lasten von Mensch und Natur

Otto positioniert sich klar und will sich zu gesellschaftlichen Werten bekennen, die für Otto in der gesamten Wertschöpfungskette zu finden sein müssen: „auf dem Baumwollfeld, beim Holzanbau, der Energieerzeugung und dem -verbrauch sowie bei den Menschen in den Fabriken“. Gerade in der Textilindustrie, die einen nicht unbeträchtlichen Teil des Otto-Umsatzes generiert, ein wichtiges Thema: faire Löhne, nachhaltige Stoffe. Aber auch den Händlern gegenüber will Otto mit seinen Plattformen ein faires Zuhause bieten – diese aber ebenso in die Pflicht nehmen. Händler, die T-Shirts aus Sweatshops vertreiben, werden bei Otto kein Zuhause finden.

Alexander Birken im Video-Interview: Die Plattformstrategie der Otto-Gruppe und was sie für Händler bedeutet

Alexander Birken während der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Hamburg am 16. Mai 2018 im Gespräch mit t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs.

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Eine Reaktion
scope

Birken hält die Logistik für "enorm wichtig". Das muß ihm gerade eben erst eingefallen sein, denn unzählige Nutzerlebnisse mit der Otto-Tochter Hermes sagen seit Jahren mit steigender Tendenz genau das Gegenteil.
Hermes hat keinerlei Kompetenz im Kundenmangement.
Beispiel "Service":
- unsinnige und damit ärgerliche 20-Cent-Pauschale bei Anruf
- Warteschleife mindestens 20 Minuten, meist über 40 Minuten
- Antworten selten dienlich, Zusagen werden nicht eingehalten
- verzweifelte Mitarbeiter im Callcenter
- nicht in Deeskalierung geschult
- Mailverkehr läuft grundsätzlich ins Leere
- sinnfreie Eingangsbestätigung ohne Wiedergabe des Urtextes
- Anschreiben bleiben ohne Antwort
Hermes hat also keinen Service, womit dem Logistiker eine Kernfunktion fehlt.
Birken sollte Fakten kennen oder wenigstens erkennen, statt zu fabulieren.
Der typische Manager, der in Visionen schwelgt und die Trümmerhaufen an der Basis negiert.

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