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Analyse

Was aus Ottos alternativem Dash-Button geworden ist

Der Otto-Produktassistent im Einsatz. (Foto: Jochen G. Fuchs)

2015 hat Otto einen intelligenten Aufkleber mit NFC-Funktion vorgestellt, der Kunden Service-Infos und Zusatzangebote liefern sollte. Das ist daraus geworden.

Vor eineinhalb Jahren hat Otto einen Produktassistenten vorgestellt, der vielfach als Antwort auf Amazons „Dash-Button“ betrachtet wurde: Ein NFC-Sticker mit aufgedruckter Short-URL, die zu einem webbasierten Produktassistenten führt. Dort stehen Kunden Serviceinformationen und passende Zubehörprodukte zur Verfügung. Jetzt kommt der Produktassistent in der zweiten Runde in einen breit angelegten Pilottest mit zehntausenden Kunden. Die richtige Zeit, um einen Blick auf Ottos „Dash-Button“ zu werfen.

Der Otto-Produktassistent

Er kommt mit einem kleinen Aufkleber, der momentan den Pilotkunden noch per Post separat zugesandt wird, später aber der Bestellung beiliegen soll. Der Produktassistent wird darüber entweder von Hand über eine Kurz-URL aufgerufen oder mit einem NFC-fähigen Smartphone durch einen kurzen „Wink“ über dem Aufkleber. Einen Vorstellung der ersten Version  für euch 2015 veröffentlicht, in der Anwendung hat sich wenig geändert.

Otto-Produktassistent. (Screenshots: Otto.de)

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Im Assistent finden sich mit einem Klick die Bedienungsanleitung des Produktes, es werden passende Ratgeber-Inhalte aus dem Otto-Blog „Updated“ eingebunden – und passende Produkte zum Kauf angeboten. Im Fall unseres Test-Aufklebers für eine Waschmaschine des Typs „Hanseatic HWM510A1“ sind das simple Verbrauchsartikel wie Waschmittel und Weichspüler, Pflegeprodukte wie Reinigungsflüssigkeiten – und in einer weiteren Kategorie ergänzende Artikel vom Bügeleisen bis zum Wäschekorb.

Was hat sich geändert?

Der Otto-Produktassistent ist aktuell für Waschmaschinen, Küchenmaschinen, Geschirrspüler, Notebooks und Kaffeevollautomaten im Test. (Foto: Otto)

Prinzipiell nicht viel. Der Produktassistent an sich funktioniert immer noch so wie 2015 vorgestellt. Der NFC-Aufkleber reagiert allerdings deutlich schneller und sicherer. Die Idee, Serviceinformationen und ergänzendes Zubehör für den Kunden bequem an einer Stelle zu bündeln, ist sinnvoll – wenn auch nicht so „sexy“ wie Amazons Dash-Button, der allerdings auch keine Informationen liefert, sondern nur bestellt. Er fällt also auch nicht ganz in dieselbe Kategorie.

Die wirklichen Neuerungen an diesem Produktassistenten haben unter der Motorhaube stattgefunden. Die von Einbindung von Content, beispielsweise aus Ottos Blog „Updated“, und die Erweiterung auf weitere Produktkategorien zeigt, dass der Assistent tiefer in die Infrastruktur von Otto integriert wurde. Die Idee des Produktassistenten soll laut Informationen von Otto bisher bei 90 Prozent der Nutzer positiv aufgenommen worden sein. Jetzt will Otto herausfinden, ob der Produktassistent neben der positiven Bewertung auch einen wirklichen Kundennutzen bringt.

Zwei Kundengruppen werden nach einem definierten Zeitraum zu ihrer Produktzufriedenheit bei den Test-Produkten befragt: Kunden mit Produktassistent und Kunden ohne Produktassistent. So soll festgestellt werden, ob der Assistent wirklich produktiv etwas zur Zufriedenheit beitragen kann.

Der Otto-Produktassistent: Noch Potenzial vorhanden

Otto hat sich gerade beim Thema Produktbewertungen als Innovationstreiber bewiesen. Schade, dass hier in hanseatischer Zurückhaltung so langsam vorangeschritten wird. Das Konzept hätte mehr Potenzial. Das Pflichtprogramm mit Serviceinformationen, Ratgebern und Zubehörprodukten ist vorhanden, aber die Kür hätte mehr geboten.

Otto konzentriert sich im zweiten Schritt beim Weg zur Einführung des Produktassistenten auf eine breitere Test-Basis, die Einbindung weiterer Produktkategorien und die Weiterentwicklung technischer Details wie etwa den verbesserten und schnelleren Start des Assistenten.

In der Kategorie „Bestellung“ hat Otto zwar extra für den Test des Produkt-Assistenten spezielle Verbrauchsartikel wie Waschpulver ins Sortiment aufgenommen, um die Akzeptanz von ergänzenden Bestellungen im Produktassistenten zu prüfen – baut aber dabei auf die Standard-Lösungen. Ein irgendwie intelligenteres Konzept für Nachbestellungen, wie beispielsweise Abonnements für Verbrauchsartikel und eine schnellere Einzelbestellung für Bestandskunden, wären wünschenswert gewesen, besonders, wenn der Produktassistent eine Art Konkurrenz zum Dash-Button werden soll. Eingeloggte Otto-Kunden kommen zwar direkt in den Bestellprozess, müssen aber wie jeder andere Kunde alle vier Stufen durchlaufen.

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2 Reaktionen
Andreas

Spannend, wenn man bedenkt, dass der Ansatz dann doch recht unterschiedlich zum Dash-Button ist. Wenn ich das richtig verstehe ersetzt dieser kleine unauffällige Chip viel eher die Bedienungsanleitungen und erleichtert einem das Suchen nach Anleitungen auf Youtube, als dass es eine schnelle Bestellalternative für Verbrauchsgüter darstellt. Mich persönlich stört das nicht, zumal der Dash-Button optisch immer recht klobig daher kam. Da klebe ich mir doch lieber so einen schlichten Sticker an den Waschmaschinenrand, als dass ich immer die Anleitungen in Griffweite habe.

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David

Die Idee ist nach wie vor sinnig. Aber wahrscheinlich nutzen es zu wenige und am Ende interessiert es auch keinen so wirklich. Wir sind eben noch lange nicht so digital wie einige glauben und ich weiß auch nicht, ob wir jemals wirklich SO digital werden, dass wir klassische Aufgaben nicht mehr von Hand erledigen möchten. Das wird wohl zumindest noch sehr lange dauern.

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