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Outbank: Banking-Startup ist insolvent

Outbank-Chefin Anya Schmidt. (Foto: Outbank)

Eine der bekanntesten deutschen Banking-Apps ist pleite: Outbank. Dabei hatte das Startup erst vor wenigen Monaten ein neues Geschäftsmodell vorgestellt. Jetzt soll ein Käufer gesucht werden.

Der Betreiber von Deutschlands wohl bekanntester Banking-App, Outbank, ist pleite. „Trotz stetiger Updates und erster Schritte in Richtung Monetarisierung mussten wir gestern schweren Herzens einen Insolvenzantrag stellen“, teilte das Startup aus Dachau am Dienstag in einem Schreiben an die Kunden mit. Im Zuge der Antragstellung werde nun ein strukturiertes Insolvenzverfahren eröffnet, heißt es.

Outbank ist Deutschlands bekannteste Banking-App. (Bild: Outbank)

Der Fortbestand des ursprünglich 2005 von Tobias Stöger gegründeten Unternehmens hängt nun vom Verhandlungsgeschick der Investoren ab. „Entweder wird ein Käufer gefunden oder Outbank wird langfristig eingestellt“, so Outbank. Mit den Altinvestoren konnte sich das Startup offenbar nicht auf eine Anschlussfinanzierung einigen.

„Es waren viele Parteien in den Prozess eingebunden. Es konnte kein gemeinsamer Weg nach vorne beschlossen werden“, heißt es auf Nachfrage von t3n.de. Vorerst soll sich für die Kunden jedoch nichts ändern. Die App sei weiter ohne Einschränkungen verfügbar und werde auch mit Updates versorgt.

Outbank erklärte Geschäftsmodell für gescheitert

Die Insolvenz von Outbank ist der vorläufige Höhepunkt turbulenter Monate. Erst im Juni hatte die zwischenzeitlich neu installierte Outbank-Chefin, Anya Schmidt, das bis dato auf Abonnements basierende Geschäftsmodell für gescheitert erklärt. „Da kann ich völlig offen sein, weil das Abonnement-Modell wirklich gar nicht funktioniert. Das sage ich mittlerweile auch jedem Investor, mit dem wir sprechen“, sagte Schmidt im Gespräch mit t3n.de. Von den monatlich rund 100.000 aktiven Nutzern hätten demnach weniger als ein Prozent für die App bezahlt.

Outbank unternahm daraufhin wenige Wochen später einen Strategieschwenk: Statt mit kostenpflichtigen Abos wollte sich das Startup künftig als Verbraucherplattform positionieren und über Affiliate-Provisionen – etwa durch Tarifvergleiche bei Versicherungen – zu nennenswerten Umsätzen kommen. Der Erfolg? „Vorerst schleppend“, wie Schmidt gegenüber t3n.de erklärt – ohne Zahlen zu nennen.

„Allerdings war von vorne herein klar, dass es seine Zeit dauern würde.“ Die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf schätzt sie als „sehr gut“ ein. Man verfüge über eine starke Nutzerbasis und ein starkes Team. Alles spräche dafür, dass geeigneter Partner gefunden werde. Denkbar ist offenbar ein Zusammenschluss mit dem Berliner Robo-Adivsor Quirin, über den finanz-szene.de kürzlich berichtet hatte.

Kritik aus Nutzerkreisen

In den vergangenen Jahren hat sich Outbank unter Smartphone-Nutzern einen respektablen, wenn auch nicht immer guten Ruf erarbeitet. Durch häufige Änderungen am Geschäftsmodell zog das Startup regelmäßig den Zorn viele Nutzer auf sich. Vor zwei Jahren stieg unter anderem der DHDL-Investor Frank Thelen in das Unternehmen ein – schon damals galt das Investment als Notrettung.

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6 Reaktionen
Bachsau

Völlig unverständlich, wie man als Entwickler einer solchen App insolvent gehen kann. Was haben die denn für Ausgaben, solange die App nicht weiterentwickelt wird? Selbst wenn der Gewinn nicht üppig ausfällt.

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Sam

Outbank verbinde ich immer noch mit schlechter Qualität. Jahrelang wurden Fehler ignoriert, da wundert mich das nicht.

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FAB

"Alles spräche dafür, dass wir einen geeigneten Partner gefunden werde."
Nicht so deutsch.. ;-)

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Thomas

Als langjähriger Nutzer wundert es mich wenig, dass Outbank Probleme hat. So wurde doch seit langem nicht mehr auf Probleme und Wünsche der Nutzer eingegangen. Bei großen deutschen Banken hat noch nicht einmal die Überweisung funktioniert. Wenn man nachfragte warum das so ist, wurde man vertröstet damit, man solle seine Bank doch mal darauf hinweisen, dass FinTS das richtige Verfahren sei. Als wenn irgendeine Bank sich danach richtet, was Outbank gerne als Verfahren hätte. Da muss man halt einen Wrapper programmieren der die Funktionen übersetzt.

Dann wurde, wie im Artikel beschrieben, mehrfach das Geschäftsmodell verändert. Dann wurde eine vollkommen neue App beworben die noch nicht einmal Kassenbücher unterstützte. Als ich nach Wochen der Nutzung, iOutbank war da inzwischen gelöscht, unterwegs eine Überweisung von einem anderen Konto tätigen wollte, waren die mühsam abgetippten TAN-Listen nicht mehr auffindbar. Erst nach einer Google-Suche fand ich heraus, dass diese nicht mehr unterstützt werden, da Mobile-TAN längst stand der Dinge sind und man doch diese nutzen soll. Sowas geht einfach nicht.

Die App war optisch den anderen immer voraus und ich hatte auch immer das Gefühl, dass die in der technischen Umsetzung einen deut besser waren als die anderen. Aber funktionell war das schon immer etwas zweifelhaft. Mit einer Insolvenz habe ich allerdings nicht gerechnet. Vielleicht hätte man das abwenden können, wenn man mehr darauf gehört hätte was die Benutzer der App wollen. Ich brauche keine App die mir auflistet, dass ich diesen Monat 2 mal bei McDonalds war. Basisfunktionen des Online-Banking zu unterstützen, das wäre nett.

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Timo

Dem kann ich mich nur anschließen: Von einer Banking-App erwarte ich vor allem anderen, dass sie zuverlässig und vertrauenswürdig ihren Dienst tut, und das über Jahre hinweg, ohne Angst um die Daten haben zu müssen... Innovationen brauche ich da nicht, schon gar nicht irgendwelche Angebote basierend auf meinen Bankdaten...

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Mick

Wenn eine App für 99% der Nutzer kostenlos ist, wundert mich eine Insolvenz nicht wirklich. Wo soll das Geld für regelmäßige Ausgaben wie Gehälter herkommen?

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