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Podcast

Outfittery-Gründerin: „Viele glauben, dass wir keine echten Stylisten beschäftigen“

Outfittery-Gründerin Anna Alex. (Foto: Outfittery)

Anna Alex gehört zu den bekanntesten Köpfen in der deutschen Gründerszene. Mit Startup Notes sprach die Outfittery-Erfinderin über Amazon als Konkurrenz und gutes Storytelling.

Seit 2012 sind Anna Alex und ihre Mitgründerin Julia Bösch dabei, die Modeindustrie umzukrempeln. Ihr Startup Outfittery bietet Männern eine individuelle Einkaufs- und Stilberatung an, der dann eine Versandbox mit professionell ausgewählten Outfits folgt. Was gefällt, behält und bezahlt man, der Rest wird zurückgeschickt. Mittlerweile ist Outfittery in acht europäischen Ländern aktiv, hat rund 300 Mitarbeiter und konnte seit der Gründung knapp 50 Millionen Euro Risikokapital einsammeln.

Outfittery will Stilberatung automatisieren

Nach Jahren des Wachstums befindet sich das Startup laut Alex nun in einer Phase, in der es vor allem darum geht, bestehende Prozesse zu optimieren und die eigene Profitabilität zu steigern. So müsse vor allem die richtige Balance zwischen Technologie und individuellem Kundenservice durch Mitarbeiter gefunden werden. Ein Ansatz, der Alex zufolge manchmal für Verwirrung sorgt: „Viele Leute glauben, dass wir keine echten Stylisten beschäftigen. Dabei machen diese etwa die Hälfte unserer Mitarbeiter aus“, sagt sie im Gespräch mit der Podcast-Reihe Startup Notes.

Trotzdem versucht das Unternehmen, bestimmte Teile des Beratungsgeschäfts zu automatisieren. Stichwort: Machine Learning. „Wir haben die Technologie von Anfang an intensiv eingesetzt. Um daraus einen Nutzen ziehen zu können, muss man früh anfangen, die richtigen Daten zu sammeln“, sagt Alex.

So berücksichtigt Outfittery nicht nur historische Kaufdaten des Kunden, sondern fragt über die Beratung per Telefon auch unstrukturierte Daten zur Persönlichkeit des Kunden ab – beispielsweise ob er Fußball mag, einen Hund hat oder sich beim Kleidungsstil an prominenten Vorbildern orientiert. Die Daten werden anschließend maschinell verarbeitet und fließen in den Auswahlprozess des Stylisten ein. Als Tech-Firma, die Mode für Männer mit einem individuellen Ansatz verkauft, will Outfittery künftig noch mehr Kapazitäten im Machine-Learning-Bereich aufbauen. „Wir suchen dringend nach mehr Entwicklern und Spezialisten in diesem Bereich“, sagt Alex.

Wie groß ist die Konkurrenz durch Amazon?

Auch wenn die Zukunft des Modemarkts laut Alex zunehmend von Technologie geprägt sein wird, glaubt sie nicht daran, dass der Mensch im individuellen Shopping-Erlebnis in absehbarer Zeit durch Maschinen ersetzt wird.  Eine Ansicht, die Outfittery von anderen Marktteilnehmern unterscheide – insbesondere Amazon. Zwar sei die Einführung des Sprachassistenten Amazon Echo ein strategisch kluger Schachzug gewesen, um noch mehr individuelle Datenpunkte seiner Kunden erheben zu können. Dies führe jedoch nicht zwangsläufig zum besten Kundenerlebnis.

„Wir glauben, dass Maschine und Mensch zusammen besser sein können als jeder einzelne von ihnen allein“, so Alex. „Was du trägst, wer du bist, was du damit repräsentierst – Mode ist ein sehr, sehr emotionales Thema. Und wir glauben, dass es zumindest im Moment nicht möglich ist, dies vollständig mit Technologie zu ersetzen.“

Ihr könnt den Podcast von Startup Notes auf iTunes oder SoundCloud abonnieren.

 

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Eine Reaktion
Hendrik

Optimierung durch Machine Learning, Sprich: Wir beschäftigen dutzende Stylisten und andere, die werden uns zu teuer. Also KI her und Beschäftigtenzahl abbauen.

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