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ownCloud schließt US-Standort und bekommt Konkurrenz durch Fork „Nextcloud“

(Bild: ownCloud)

Eine Abspaltung von einem der Gründer, die Gründung einer Stiftung, die Schließung der ownCloud Inc. und neue Konkurrenz durch einen Fork namens Nextcloud: viel Aufregung um ownCloud dieser Tage. 

2010 gegründet, um eine Alternative zu Dropbox zu sein, ist ownCloud immer größer und größer geworden. 2011 ist die ownCloud Inc. dazugekommen, die professionellen Support für das Open-Source-Projekt bietet. Inzwischen wird das System auch von vielen großen Unternehmen eingesetzt. In den letzten Wochen gibt es aber viel Wind um die freie Cloud-Alternative.

ownCloud: Was war

Vor vier Wochen gab Mitgründer Frank Karlitschek bekannt, die Firma zu verlassen. Über die genauen Gründe sagte er bis jetzt nichts, gemutmaßt wird aber, dass er den zu hohen Einfluss der Geldgeber und die Entfernung von der Community kritisierte.

Bei ownCloud in Version 9 dreht sich vieles um die Zusammenarbeit in der Cloud. Jetzt gibt es großen Wirbel rund um die Dropbox-Alternative. (Screenshot: owncloud.org)

Daraufhin hat ownCloud angekündigt, eine Stiftung zu gründen, um wieder einen Schritt näher an die Community zu gehen. Die Stiftung setzt sich aber nicht nur aus der Community zusammen und soll nicht die Namensrechte an ownCloud übertragen bekommen. Dazu kommt, dass durch die Zusammensetzung der Stiftung das Stimmrecht der Community nicht grundlegend verbessert wird. Wie Golem.de berichtet, hat es außerdem eine Umlizensierung gegeben, die es der Foundation auch ermöglichen würde, ownCloud nur kommerziell weiterzuentwickeln.

Kurz darauf hat Karlitschek gestern die Gründung von Nextcloud bekanntgegeben: ein Fork von ownCloud, mit dem er aber alle Punkte, die eine stärkere Einbindung der Community betreffen, besser machen will. Zum Beispiel müssen Entwickler keinen Lizenzvertrag mehr unterschreiben, es wird keine unterschiedlichen Lizenzen mehr geben und die Planung neuer Versionen soll nicht mehr hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Durchaus verwundernd ist, dass nicht einmal zwölf Stunden nach Karlitscheks Bekanntgabe von Nextcloud die ownCloud Inc. ihre Auflösung bekanntgeben musste. Dadurch, dass die Geldgeber den Hahn abgedreht haben, müssen acht Mitarbeiter entlassen werden und die Firma mit sofortiger Wirkung ihre Tätigkeit einstellen. Die deutsche ownCloud GmbH ist davon aber nicht betroffen. In einem Tweet gibt sich Karlitschek verwundert, dass die ownCloud Inc. so „fragil“ gewesen sei. Kurz darauf bietet er allen ehemaligen Mitarbeitern an, dass sie zu Nextcloud wechseln könnten – die finanziellen Mittel seien da.

Nextcloud: Das soll der neue Fork können

Mit seinem Fork Nextcloud will Karlitschek mit seinem Team, das zu großen Teilen schon aus ehemaligen ownCloud-Entwicklern besteht, wie oben erwähnt die Entwicklung öffentlich mit der Community vorantreiben. Allerdings sollen auch die beliebtesten Features von ownCloud wie die Kontakte, Mails und der Kalender unterstützt werden. Dazu sollen einige Enterprise-Features in die freie Version wandern. Auch von Nextcloud soll es eine Version für Unternehmen geben, die Enterprise-Features bekommt – allerdings bloß welche, die auch nur Unternehmen brauchen.

Nextcloud soll schon in wenigen Wochen in einer ersten Version erscheinen, die die einfache Migration von ownCloud ermöglicht. (Screenshot: Nextcloud)
Nextcloud soll schon in wenigen Wochen in einer ersten Version erscheinen, die die einfache Migration von ownCloud ermöglicht. (Screenshot: Nextcloud)

Dazu kommt, dass das Team hinter Nextcloud das Produkt erweitern will, um Nutzern noch mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben. Dazu wird zum Beispiel die Open-Source-Software Spreed.ME für (Video-)Kommunikation integriert sein, die auf WebRTC basiert.

In der Anfangsphase sollen Nutzer kostenlose Unterstützung beim Umstieg von ownCloud auf Nextcloud bekommen. Die Nextcloud GmbH will dann, ähnlich wie die ownCloud Inc., kostenpflichtigen Support anbieten und die eben erwähnten Enterprise-Features verkaufen. Allerdings, so Karlitschek in seinem Blog-Artikel, soll die Firma deutlich nachhaltiger aufgebaut sein.

Abwarten, was die Zukunft bringt, ownCloud zeigt sich enttäuscht

In einem Blog-Artikel gibt sich ownCloud überrascht und auch enttäuscht. Karlitschek habe in der Vergangenheit große Arbeit geleistet und man bedaure diese Art der Trennung, kündigt aber natürlich an, den Wettbewerb einzugehen. Eine entsprechende Anfrage bei Frank Karlitschek blieb bis jetzt unbeantwortet.

Die erste Version von Nextcloud soll es schon in wenigen Wochen geben, sie soll unter anderem einen einfachen Wechsel von ownCloud ermöglichen. Einen passenden Vergleich eines solchen Szenarios findet man beispielsweise in der Vergangenheit von LibreOffice, das ein Fork des bekannten OpenOffice.org ist. Es entstand nach der Oracle-Übernahme, die einigen der Mitwirkenden zu viel Einfluss auf das Produkt hatte.

In den kommenden Monaten stehen Nutzer also vor der Wahl, welches der beiden Konzepte sie weiter unterstützen wollen und bei welcher der beiden Softwares sie dauerhaft bleiben wollen. Das wird sich wohl vor allem daran zeigen, in welche Richtung sich die beiden Softwares entwickeln – und die Stiftungen und Unternehmen dahinter.

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