Analyse

Pakete ins Ausland könnten bald günstiger werden

Bislang bestellen nur wenige Verbraucher Waren aus dem Ausland. (Bild: Narong Jongsirikul / Shutterstock)

Das Porto für Pakete innerhalb der Europäischen Union steht auf dem Prüfstand, wenn es nach dem Willen der Mitgliedsstaaten geht. Das könnte dem Binnenmarkt gut tun.

Erklärtes Ziel des Europäischen Rates und der EU-Kommission ist es, den Handel zwischen den europäischen Staaten zu intensivieren. Dazu sollen die Preise für grenzüberschreitende Sendungen transparenter werden und langfristig gesenkt werden. Die Tarife, die die Postdienste für den Versand eines Pakets verlangen, seien (bei ähnlicher Größe und Gewicht der Sendung) bis zu fünfmal höher als die entsprechenden Inlandstarife.

Ein erster Schritt soll daher eine Website sein, die darüber informiert, welche Tarife für grenzüberschreitende Lieferungen von Paketdiensten erhoben werden. Die Informationen hierüber sollen von den jeweiligen nationalen Behörden kommen, die nach dem Willen der EU auch weitere Informationen über die Paketdienste sammeln könnten. Verbraucher könnten so besser die Kosten vergleichen.

Ob daraus mittelfristig ähnliche Regulierungsbestrebungen entstehen, wie wir sie beim Mobilfunk-Roaming gesehen haben, bleibt abzuwarten, denkbar wäre es jedoch im Sinne eines tatsächlichen gemeinsamen Binnenmarktes. Laut einer EU-Statistik bestellen nämlich bislang lediglich 15 Prozent der Verbraucher auch Waren aus einem anderen EU-Land online, während dies immerhin 44 Prozent der Verbraucher im eigenen Land tun.

Nur 53 Prozent der Amazon.de-Händler aus Deutschland

Dass der Trend zu einer Internationalisierung bereits heute da ist, sieht man, wenn man beispielsweise die Herkunft der Händler bei Amazon auswertet, wie dies Handelsexperte Mark Steier für Wortfilter gemacht hat: Demnach sind von den 135.000 aktiven Händlern bei Amazon.de nur 53 Prozent aus Deutschland. Es folgen England mit 21 Prozent und China mit knapp fünf Prozent. Da die Zahlen von 2015/16 sind, dürfte inzwischen gerade der Anteil der chinesischen Händler noch größer sein. Aus den angrenzenden EU-Ländern kommen hingegen jeweils deutlich weniger als fünf Prozent der Händler, was auch mit den Transport- und Portokosten zu tun haben könnte.

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