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New Pay: Lasst uns über Geld reden!

Wie viel verdienst Du? Diese Frage wird selbst unter Freunden selten gestellt und ungern beantwortet. (Grafik: Shutterstock /cougarsan)

Über Geld spricht man nicht – oder doch? Immer häufiger steht das Gehalt jetzt in der Diskussion. Wer kriegt was für welche Arbeit? Und wer entscheidet darüber?

New Work ist in aller Munde, der Wunsch, Organisationsprozesse zu optimieren, überall groß. In vielen Unternehmen entsteht eine neue Diskussionskultur und jeder kann mitreden – außer beim Geld. Dabei liegt es doch nah, dass wir im Rahmen von New Work auch über New Pay und transparentere Gehaltsstrukturen sprechen müssen, oder nicht? Das Schweigen zu brechen, fällt dennoch schwer, aus Angst vor emotionalen Grundsatzdebatten und heftigen Konflikten. Nicht nur im Familien- und Freundeskreis, sondern vor allem unter Kollegen. Wenn Geld aber nach wie vor ein Tabu-Thema ist, kann damit überhaupt eine faire Entlohnung gewährleistet werden?

Für die meisten Unternehmen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, ist die Gehaltsfrage eng an die Umstellung zu immer eigenverantwortlicherem Arbeiten geknüpft. Sven Franke, der mit seiner Agentur Co:X Organisationen bei Veränderungsprozessen berät, sieht allerdings, dass noch viel Nachholbedarf besteht: „Einerseits werden Strukturen massiv umgebaut. Andererseits bleiben Vergütungsmodelle und die Kultur, wie mit Gehalt umgegangen wird, im klassischen Muster.“ Das heißt also: Wenn hierarchische Strukturen in Unternehmen abgebaut werden, sollte das auch beim Gehalt sichtbar werden.

Was empfinden wir als faire Bezahlung?

Wird die Unternehmenskultur allerdings offener, die Grenzen von Positionen fließender, wer bekommt dann letztlich welches Gehalt? Und was empfinden wir als faire Bezahlung? Gerechtigkeitsforscher unterscheiden zwischen Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit. Ist das Verfahren, nach dem das Gehalt für alle festgesetzt wird, nachvollziehbar, transparent und für alle gleichermaßen reglementiert, fällt es den Menschen normalerweise leichter, die daraus resultierende Verteilung als gerecht zu akzeptieren.

Gesünder arbeiten, länger leben: t3n 58 zeigt, wie das geht! (Grafik: t3n.de)

Bei New Pay geht es also oft erst einmal darum, überhaupt offen darüber zu sprechen, wie die Gehälter der Einzelnen zustande kommen. Wenn das allen klar ist, kann geschaut werden: Wer entscheidet denn eigentlich, wie im Unternehmen Leistung bewertet wird und wer wie viel verdient? Der Chef? Alle? Ein gewähltes Gremium? Das muss wohl jedes Unternehmen immer noch für sich selbst festlegen.

Gute Beispiele, wie mit der Gehaltsfrage besser umgegangen werden kann, zeigt Autorin Sarah Sommer in der t3n 58. Sie hat mit Unternehmen über Lösungen für ein neues Vergütungssystem gesprochen, von denen sich jeder eine Scheibe abschneiden kann.

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Ein Kommentar
Karin Schwaer

Sehr wichtiger Artikel – vielen Dank dafür.

Schon jetzt gilt für gewöhnlich „wer nicht fragt, bekommt auch nichts“.

Doch im „neuen“ System wird es wohl noch viel mehr darauf ankommen, seine Leistungen für andere sichtbar zu machen und sich gute Verhandlungskompetenzen anzueignen.

Viele Grüße
Karin Schwaer

Antworten

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