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Kommentar

Paydirekt und Sparkassen: Wer nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird Kunde

Paydirekt verspielt das Vertrauen der Nutzer. (Screenshot: Paydirekt)

Der Paymentanbieter Paydirekt schiebt tausenden Sparkassenkunden sein Nutzerkonto unter. Eine geistige Bankrotterklärung des Datenschutz-orientierten Anbieters, meint t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs.

Der Paymentdienst der deutschen Banken Paydirekt greift jetzt zu völlig verzweifelten Methoden. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Paydirekt Sparkassen-Kunden zu Paydirekt-Nutzern machen möchte. Wie das genau abläuft, ist jetzt bekannt geworden und stellt gewissermaßen eine geistige Bankrotterklärung des Anbieters dar.

Paydirekt schiebt Sparkassenkunden Nutzerkonto unter

Über eine nachträgliche AGB-Änderung beim Girokontenvertrag der Sparkassen werden im November Millionen Sparkassenkunden zu Paydirekt-Nutzern, wenn kein Widerspruch erfolgt. Im Schreiben an die Sparkassenkunden, das t3n vorliegt, heißt es: „Wir bieten Ihnen hiermit als Änderung Ihres Girokontovertrags die Nutzung von Paydirekt ab 06.11.2017 an.“ Diesem harmlos klingenden Satz folgt dann etwas später der lapidare Hinweis: „Ihre Zustimmung zum Änderungsangebot gilt gemäß §675g Abs.2 Satz 1 BGB iV.m Nr.2 Abs.2 unserer AGB als erteilt, wenn sie nicht vor dem vorgeschlagenen Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung (06.11.2017) Ihre Ablehnung angezeigt haben.“

Im Klartext: Wer nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird Paydirekt-Nutzer. Jeder Sparkassenkunde, der bis zum Stichtag nicht widersprochen hat, bekommt automatisch ein inaktives Paydirekt-Nutzerkonto, das nur noch mit einem Klick aktiviert werden muss. Der Stichtag kann dabei variieren, da jedes Sparkassen-Institut selbst über die Umsetzung entscheidet.

Der Welt gegenüber gibt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) an, das im ersten Schritt 2,6 Millionen Kunden das oben zitierte Anschreiben erhalten sollen.

Die Sparkassen rechtfertigen dies mit einem BGB-Paragrafen, der unter anderem Rahmenverträge für Girokonten rechtlich regelt. Dort wird dem Zahlungsdienstleister, in diesem Fall der jeweiligen Sparkasse, die Möglichkeit eingeräumt, Änderungen am Vertrag automatisch wirksam werden zu lassen, insofern der Kunde nicht widerspricht. Die Sparkassen haben einen solchen Passus in ihren AGB und betrachten die Einrichtung der Paydirekt-Funktion im Girokonto, sowie die damit verbundene Vorregistrierung eines Nutzerkontos bei Paydirekt als Änderung des Girokontenvertrages.

In einer heutigen Stellungnahme gegenüber t3n erklärt ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dass der Kunde aus Sicht des Verbandes nur durch die Aktivierung der Vorregistrierung zum Nutzer von Paydirekt würde. Vorher sei lediglich ein vorregistriertes, inaktives Nutzerkonto bei Paydirekt angelegt.

Für den Endkunden dürfte der Effekt derselbe sein. Was bei einem vorregistrierten Konto und einem aktiven Konto gleich bleibt, ist die vorherige Übertragung der Nutzerdaten an Paydirekt.

Ein Vertragverhältnis zu Paydirekt soll laut der Sparkasse dabei in keinem Fall entstehen, die Sparkassen haben eine neue Lösung entwickelt, die vom DSGV wie folgt beschrieben wird: „Der Kunde unterhält vertragliche Beziehungen ausschließlich zu seiner Sparkasse, nicht zur Paydirekt GmbH. Bei dem Online-Bezahlverfahren Paydirekt handelt es sich um eine Funktion des Girokontos. Die Paydirekt GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Kreditwirtschaft, ist  dabei lediglich technischer Dienstleister der Sparkassen, der im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags tätig ist.“

Auch wenn kein direktes Vertragverhältnis entsteht, ein fader Beigeschmack bleibt. Es ist schlichtweg unnötig Stammdaten von Kunden für eine hypothetische Registrierung zu einem Drittanbieter zu senden – wenn der Kunde gar nicht vor hat, den Dienst dieses Anbieters zu nutzen. Dass die Sparkassen Paydirekt vertraglich zum internen Dienstleister erklären, mag den rechtlichen Rahmen für diese Vorgehensweise ebnen, im Kontext der Vorgehensweise stößt die Begründung bitter auf.

Geistige Bankrotterklärung für den selbsternannten Datenschutzkönig Paydirekt

Die Banken und Paydirekt betonen grundsätzlich den „besseren“ Datenschutz ihres Zahlungsverfahrens im Vergleich mit anderen Anbietern. Das sichere Zahlungsverfahren der deutschen Banken, das auf die Weitergabe von sensiblen Daten verzichtet.

Die „Zwangsregistrierung“ der Sparkassenkunden bei Paydirekt führt bei einem Ausbleiben des Widerspruchs dazu, dass „vorliegende Stammdaten“, wie es in dem Sparkassen-Schreiben heißt, an Paydirekt übertragen werden. Mit diesem ungeschickten Vorgehen beschädigt Paydirekt sein einziges Alleinstellungsmerkmal schwer: den Datenschutz. Laut der Lebensmittelzeitung ruft das Vorgehen schon Datenschutzbehörden auf den Plan, die das Vorgehen kritisch betrachten und das Verfahren jetzt prüfen wollen.

Das Ergebnis: Vollkommen nutzlose Benutzerkonten

Die Komfortregistrierung, wie die Zwangsverpflichtung euphemistisch bezeichnet wird, ist darüber hinaus vollkommen nutzlos. Der Kunde muss das Benutzerkonto nämlich nicht nur besitzen und aktivieren – sondern aktiv nutzen.

Tausenden Sparkassenkunden ungewollt ein Paydirekt-Konto unterzuschieben, verärgert bestenfalls die Kunden – bringt aber keine aktive Nutzung. Dazu hätten die Paydirekt-Konten aktiv von Beratern in der Filiale an den Mann gebracht werden müssen. Letztlich wäre das auch die weisere Vorgehensweise gewesen, so wird das nichts.

Update vom 24. August: Wir haben den Artikel um die Stellungnahme des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes erweitert.

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25 Reaktionen
Wolfram

Hallo Jochen,

ich finde Deinen Artikel gut und mag besonders, wie sachlich Du auf Anmerkungen eingehst.

Freundliche Grüße aus Köln!

Wolfram

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Wolfram,

vielen Dank für das Lob.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten
Marko

Sehr geehrtes t3n-Team,

bitte sauberer berichten. "Die Sparkasse ..." - es gibt in Deutschland knapp 400 verschiedene Sparkassen, welche grundsätzlich alle individuelle Entscheidungen treffen.

Es ist richtig, dass einige Institute den dargestellten Weg gehen, jedoch gibt es auch genügend, die sich dagegen entschieden haben. Eine Pauschalisierung ist daher nicht angebracht. Mit einem derartigen Artikel wird unnötig Unruhe in Angelegenheiten gebracht, welche zum Großteil überhaupt nicht zur Debatte stehen.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Lieber Marko,

von unnötiger Unruhe kann in dieser Angelegenheit nicht gesprochen werden, das Vorgehen ist sehr diskussions- und kritikwürdig. Die Datenschutzbehörden prüfen derzeit auch ob ein datenschutzrechliches Vergehen vorliegt.

Von einer Pauschalisierung zu sprechen ist eine verniedlichende Relativierung. Diese Angelegenheit stehen zum Großteil sehr wohl zur Debatte. Der DSGV, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, hat gegenüber der Welt klar ausgedrückt dass über 2,6 Millionen Sparkassen-Kunden dieses Schreiben erhalten.

Dass sich einzelne Sparkassen gegen diese Vorgehensweise entscheiden ist theoretisch möglich, da haben sie recht. Das ist aber höchst unwahrscheinlich, sondern vermutlich eher der technischen Grundlage für das Online-Banking der jeweiligen Sparkasse zuzuschreiben, soweit ich das dem Welt-Artikel und aus dem dortigen Statement des DSGV interpretieren kann. https://www.welt.de/wirtschaft/article167549100/So-wollen-die-Sparkassen-Kunden-von-Paydirekt-ueberzeugen.html

Im Artikel ist oft genug von den „Sparkassen“ die Rede, daher möchte ich den Vorwurf des „unsauberen“ zurückweisen. Wenn der DSGV mit Paydirekt eine Vereinbarung erstellt, die dann im ersten Schritt schon für Millionen Kunden umgesetzt wird und die Kommunikation ganz deutlich darauf abzielt, dass am liebsten alle Sparkassenkunden so an Bord geholt werden sollen – dann halte ich es für angemessen von der Sparkasse als ganzem zu sprechen. Ich ergänze aber gerne an der einen, einzigen Stelle, an der „Die Sparkasse“ zu lesen ist, noch ein „n“.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten
Peter Pan

Ist schon echt bitter wie der "Redakteur" seinen Klickbait rechtfertigen will.

Armselig.

Jochen G. Fuchs

Hallo Peter Pan,

Wenn du etwas sachliches zur Diskussion beitragen möchtest, setze ich mich gerne damit auseinander.

Bis dahin viele Grüße an Wendy
Jochen

Marko

Ich selbst bin bei einer Sparkasse tätig und unser Institut hat sich gegen eine Teilnahme an der Aktion entschieden. Dies ist problemlos möglich gewesen und wurde auch von mehreren Instituten wahrgenommen.

ENRICO BERGIUS

OHNE WORTE-BRINGT GROSSE FREUDE

Antworten
Nedo

Hallo
Deutsche Bank die Mastercard Plus. Kostenlos bezahlen auf Guthaben Basis deine Kontos. Also kein Prepaid aufladen. Das Girokonto wird abgefragt und wenn das Limit das jeder hat nicht überschritten ist wird das eigene Konto sofort belastet, habe in China oder USA schon einiges damit gekauft. Das Kostet gar nichts selbst wenn man in Dollar zahlt.
Bin Richtig begeistert.
Was will man mehr...
PayPal oder Pay Direkt sind meiner Meinung nach doch zwei unterschiedliche Unternehmen. Oder liege ich da falsch? Pay Direkt bieten die Banken schon einige Zeit von sich selbst an. Während Pay Pal doch zunächst überprüfen muss ob die Bankdaten korrekt sind, so war es mal zumindest?
Vielleicht klärt mich jemand auf.
Grüße

Antworten
Ludwig Jäschke

Liebes t3n-Team,

ich habe gerade mal in mein ePostfach der Saalesparkasse geschaut und festgestellt das der Stichtag abweichen vom 06.11.2017 ist.

Bei mir findet dieser bereits zum 25.10.2017 statt!

Gruß

Antworten
Jochen G. Fuchs

Lieber Ludwig,

danke für den Hinweis. Das Zitat im Artikel soll nicht daraufhinweisen, dass dies der Stichtag für alle Kunden ist. Das variiert von Institut zu Institut.

Ich werde das klarer darstellen. Danke!

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten
Sebastian

Hmm, erst der vollkommen übertriebene Buy-In bei Otto.de und jetzt das ... sieht für mich stark nach den letzten Strohhalmen aus, nach denen PD gerade greift... Wie mies muss die Strategie und die Entscheidungen sein, wenn man es mit solche einem USP und einer solchen (potentiellen) Nutzerbasis nicht schafft, Fuß am Markt zu fassen!

Antworten
Ingo

Soviele Stimmungsverstärker und irgendwie ein ziemlich vermurkster Artikel. Da springt der Autor einfach mal auf den Zug, auf den alle so abfahren. Sparkassen mit dem Geschäftsgebahren von Facebook zu vergleichen bringt sicher Leser. Dies sind nur meine 2cents

Antworten
Jochen G. Fuchs

Keine Ahnung, ob es Leser bringt, die Sparkassen mit Facebook zu vergleichen. Ich habe die Sparkassen nämlich nicht mit Facebook verglichen.

Gibt's noch sachliche Hinweise, was vermurkst ist? Dann gehe ich gerne darauf ein.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten
Dominik

Hallo,

als Sparkassenkunde für mich eigentlich am wichtigsten: Wann erhalte ich wie (nur elektr.?) dieses Schreiben und wo und wie kann ich widersprechen? Isch möschte das nischt!

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Dominik,

das ist von Institut zu Institut unterschiedlich, anscheinend soll es aber im dritten Quartal überall, wo technisch umsetzbar, auch umgesetzt werden.

Im Zweifelsfall würde ich deinen Bankberater in der Filiale fragen

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten
Carlo

Ich finde das nicht so dramatisch. Zum einen wird oft gemeckert, das alle digitalen Produkte (Ökosysteme) aus den USA kommen.
Hier gibt es eine Alternative - ist doch super. Doof, dass die Umsetzung nicht klappt.
Dann glaube ich auch, dass so ein Schachzug von Paypal gefeiert worden wäre - egal ob langfristig schlau oder Hilfeschrei. Weil Paypal halt aus den USA kommt und das ja häufig alles super cool und toll ist, was die machen (können, weil hier in EU / D andere Regeln gelten).

Antworten
Andreas

Dem kann ich nur zustimmen. Wie war das denn damals, als Paypal noch zu ebay gehörte? Mussten sich die ebay Nutzer nicht ein Pflicht-Paypal account zulegen?

Ich finde es einen Service der Banken und Sparkassen bei dem System angemeldet zu werden. Es gibt heute ja auch wahrscheinlich die Zwangs-Anmeldung zum Online Banking. Ist halt ein weiterer Service. Kann man sicherlich noch vereinfachen indem die Zugangsdaten zu Online Banking und paydirekt identisch sind.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Ja und Nein. Also zum einen feiere ich absolut nicht alles, was Paypal macht. Und erst recht nicht alles, was aus den USA kommt. (Es sei denn es ist Snapple Eistee, da bin ich voreingenommen.)

Im Prinzip finde ich die Idee einer einfacheren Komfortregistrierung auch gut. Das wäre aber technisch auch so umsetzbar gewesen, dass jedem Kunden angeboten wird, das erst mit dem sowieso notwendigen Klick für die endgültige Kontoeröffnung die Stammdaten an Paydirekt übertragen werden.

Hier wird ja im Prinzip ein neuer Nutzungsvertrag mit einem Drittanbieter über eine stillschweigende Zustimmung eingeholt. Auch falls sich das als rechtlich einwandfrei erweisen sollte, ist das keine schöne Vorgehensweise.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Emily

So kann Paydirekt sich damit rühmen, X Mio. (Neu-)Kunden zu haben. Ob diese das Angebot auch tatsächlich nutzen, spielt keine Rolle. Hauptsache ist, dass man sich ob der gefälschten Wachstumsraten auf die Schulter klopfen und einreden kann, irgendwann ein ernsthafter PayPal-Konkurrent zu werden.

Antworten
Ingo

Oder aber die Bankkunden haben ein zusätzlichen Feature bekommen. Die theoretisch x Mio Neukunden sehe ich ja auch, aber mich wundert es ohnehin nicht, dass alle Unternehmen angeblich x Mio Kunden haben. Oder aber Deutschland hat 1 mrd Einwohner mit 20 Handys pro Einwohner...

Antworten
Paul

Ich bin mit dem Fazit absolut nicht einverstanden. Der Herr Fuchs hat wohl nicht durchschaut, dass der im Artikel genannte Kunde auf dem Markt völlig irrelevant ist. Die echten Kunden von Paydirekt sind die Shops! Der Vorschlag Kunden durch "Berater in der Filiale" zu Paydirekt zu locken ist einfach lächerlich. Pro Kunde verdient der Zahlungsdienstleister nur wenige Cent. Kunden mit Manpower zu werben ist so effizient wie ein gigantisches Werbebanner auf der Rückseite des Mondes zu platzieren. Es geht ausschließlich um die Shops! Und die gewinnt man nur, wenn man Millionen potentielle Kunden vorweisen kann. Außerdem ist das Alleinstellungsmerkmal von Paydirekt die Zahlungsgarantie und nicht der Datenschutz.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Paul,

du widersprichst dir selbst, zuerst ist der Kunde irrelevant – dann kommt doch die Erkenntnis, dass die Händler nur mit einer großen Kundenbasis zu gewinnen sind. Es geht eben nicht ausschließlich um Shops. Sondern um aktive Kunden, um Transaktionen. Um die Akzeptanz der Bezahl-Methode.

„Millionen potentiellen Kunden“ gewinnt Paydirekt nicht mit dieser Aktion, sondern Millionen potentielle Karteileichen. Das lockt keine Händler an, die durchschauen diesen Mumpitz.

Wieso das aktive Werben durch den Berater lächerlich sein soll, erschließt sich mir aus deiner Argumentation nicht. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat in über 20.000 Geschäftsstellen gut trainierte Verkäufer, die in regelmäßigen Zyklen ihren Kunden neue Bankprodukte anbieten oder bestehende aktualisieren. In diesem Rahmen kann auch ein Paydirekt-Dienstleistungsvertrag angeboten werden. Kombiniert mit einem Werkebkostenzuschuss für jeden Kunden, in Form eines 10€-Einkaufsgutscheins (eine Praxis, die Paydirekt bei Onlinehändlern bereits anwendet) hätte das für Kunden gesorgt, die den Dienst auch genutzt hätten.

25 Kunden pro Geschäftsstelle und die erste halbe Million echter Kunden wäre da.

Die Zahlungsgarantie ist kein Alleinstellungsmerkmal, das hat jeder andere vergleichbare Anbieter, wie Sofort oder Paypal ebenfalls. Das ist ein Hygienemerkmal.

Viele Grüße
Jochen

Antworten
Ingo

Hallo Jochen,

für den Sparkassenkunde ist das ggf. eine nette Alternative zu den USA-Alternativen mit mangelndem Datenschutz.
Die Kunden der Shops bringen die Quantität.
Was bleibt ist halt einfach nur ein billiger Vergleich in dem Artikel mit wenig Tiefgang. Einer Sparkasse würde ich mehr Vertrauen entgegenbringen als Steuerloch Commerzbank und all den USA-Datenschutzverneblern mit SuperMarketing und Risikoinvestoren.

Wieso nicht einfach mal deutsche Unternehmen stützen, anstatt USA-Software in den Himmel zu loben?

Was die 20.000 Geschäftsstellen angeht, so ist das sicher leicht schön gerechnet mit den 25 Kunden pro Filiale.
Die Jungenbankkunden landen per App bei sehr merkwürdigen Banken über Fintechs wie N26. Die weniger hippen müssen erstmal Vertrauen in die ganze Technik bekommen. Dann addiere man mal noch diesen Bankenkrisenzirkus, die Null-Zins-Phase, Überregulierung usw hinzu.

Wenn es t3n besser machen kann, dann beratet doch die Sparkassenzentrale und schreibt hier nicht so Hypezeuch

Jochen G. Fuchs

Hallo Ingo,

wie ich Marko schon oben geschrieben habe, halte ich es weder für Hype noch für unangemessen, zu kritisieren dass mindestens 2,6 Millionen Sparkassenkunden per stillschweigender Zustimmung zu Paydirekt-Kunden werden sollen.

Der Datenschutz, den du ansprichst, ist da ja gerade der Kritikpunkt. Du möchtest deine Kundendaten nicht bei der Commerzbank haben? Shit happens, wenn du der Paydirekt-Ankündigung nicht widersprichst, dann landen deine Kundendaten bei einem Unternehmen an dem die Commerzbank als Anteilseigner beteiligt ist. Außerdem noch die Deutsche Bank, die Hypovereinsbank und weitere große deutsche Privatbanken. Ich spreche von Paydirekt, falls das nicht klar geworden sein sollte.

Sind wir mal ehrlich: Das elektronische Postfach, dass im Onlinebanking herumgammelt und zur Verbreitung dieser Paydirekt-Ankündigung genutzt wird, nutzen sehr viele Kunden nicht. Was da drin landet, liest kaum jemand.

Ich wüsste jetzt nicht wo ich irgendeinen billigen Vergleich verwendet habe. Da musst du schon genauer werden, sonst kann ich nicht darauf eingehen. Ich habe nirgendwo in diesem Artikel US-Software gelobt. Ich habe auch nichts gegen Paydirekt, sondern gegen diese konkrete Vorgehensweise des Unternehmens. (Ich habe sogar mal ein Plädoyer für Paydirekt geschrieben: https://t3n.de/news/plaedoyer-fuer-paydirekt-816180/)

Ich bin Redakteur und kein Consultant (mehr), aber ich halte es aufgrund meiner Erfahrung im Direktvertrieb nicht für unmöglich, mit einem Vertriebsnetz in dieser Größe in 2-3 Monaten 25 Kunden pro Filiale zu werben. Das ist eine lächerlich geringe Quote im Vergleich zum Kundenpotential. Etwas Incentivierung für die Mitarbeiter, ein Ausprobier-Gutschein für die Kunden. Fertig.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

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