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Analyse

Paypals neue Kooperation mit Visa ermöglicht einen Riesenschritt in die Offline-Welt

Paypals strategische Kooperation mit Visa könnte den US-Anbieter in die Offline-Welt katapultieren. (Foto: © Andrey Armyagov - Fotolia.com)

Paypal geht eine strategische Kooperation mit Visa ein. Das eröffnet viele Möglichkeiten: Von der Paypal-Kreditkarte bis zur Zahlung mit der App an der Supermarkt-Kasse.

Der Online-Bezahldienst Paypal hat eine umfangreiche und zukunftsträchtige Vereinbarung mit Visa abgeschlossen und könnte damit weiter in das Kerngeschäft der Banken eingreifen: den Zahlungsverkehr. Theoretisch ermöglich die Kooperation Paypal, Kreditkarten herauszugeben, die direkt mit dem Paypal-Account gekoppelt wären. Auch könnte der US-Paymentanbieter kontaktloses Bezahlen über Visa-Akzeptanzstellen mit der Paypal-App ermöglichen. Damit könnte der Deal Paypal zum einen auf eine gute Ausgangsposition in den zukünftigen Mobile-Payment-Markt katapultieren, und zum anderen könnte Paypal sich so als Zahlungsanbieter für die Offline-Welt positionieren.

Wie eine Paypal-Kreditkarte aussehen könnte

Paypal vertreibt seit Jahren eine Prepaid-Mastercard für Endkunden und eine weitere für Unternehmen; die Karten werden ausgegeben von der The-Bankcorp-Bank. Die Visa-Karte in den USA ist  zwar Paypal-gelabelt und wird mit Paypal aufgeladen – greift aber nicht direkt auf das Paypal-Wallet zu. Die Kreditkarte hat ein eigenes Guthabenkonto.

Direkt mit Paypal-Guthaben bezahlen? In den USA bietet Paypal bisher trotz bestehender Visa-Kooperation nur eine Mastercard für Geschäftskunden an, die auf das Paypal-Guthaben zugreifen kann. Ohne NFC. (Screenshot: Paypal)

Hier liegt auch schon der große Unterschied in der Erweiterung der Kooperation in Europa: Paypal hat die Möglichkeit, die Karten in Europa selbst auszugeben, wäre also als Bank ein sogenannter „Emittent“. Gegenüber Bloomberg deutete Paypal die Möglichkeit von Karten an, die direkt in den Paypal-Account integriert sind und sowohl das Paypal-Guthaben nutzen als auch auf bei Paypal hinterlegte Zahlungsmethoden wie das Lastschriftverfahren zurückgreifen würden.

Die direkte Nutzung des Paypal-Guthabens zur Zahlung mit einer Kreditkarte war in den USA bisher nur Unternehmen mit einer speziellen Paypal-Mastercard möglich. Diese Möglichkeit könnte auch nach Europa kommen.

Paypal bringt sich in der Offline-Welt in Stellung

Paypal hat vom Kartenlesegerät bis zu verschiedenen Zahlungsverfahren über QR-Codes oder Bluetooth-Beacons schon einiges erprobt oder in den stationären Handel gebracht. In wenigen Akzeptanzstellen kann in Deutschland so heute schon mobil bezahlt werden. In den USA ist der Anbieter dort mit seinem direkten Akzeptanzstellen ein wenig weiter – aber immer noch weit entfernt vom Akzeptanzstellen-Netz eines Kreditkartenanbieters wie Visa.

In der Pressemeldung betonen beide Unternehmen, dass Paypal am „Visa Digital Enablement Program“ (VDEP) in Europa teilnimmt. VDEP bietet den Partnern von Visa Zugang zu Technologien, die in den Visa-Akzeptanzstellen verwendet werden. Auch die kontaktlose Verbindungstechnik NFC, die in Kreditkarten zum Einsatz kommt, gehört dazu. Laut Paypal soll dies dazu beitragen, die Verwendung von Paypal auf Unternehmen auszuweiten, die Visa am Point of Sale akzeptieren.
Würde Paypal seine Möglichkeiten aus dieser Partnerschaft konsequent ausschöpfen, stünden mit einem Schlag in Deutschland rund 60.000 kontaktlose Akzeptanzstellen zur Verfügung. Bis 2020 müssen alle Zahlungsterminals über kontaktlose Bezahlungsmöglichkeiten verfügen, Mastercard und Visa schalten zu diesem Zeitpunkt alte Terminals ab. Verbindet Paypal die große Anzahl an Akzeptanzstellen mit einer entsprechenden Endkunden-Kampagne, könnte das ab 2020 zu einer wesentlichen Präsenz von Paypal in der Offline-Welt führen.
Im Gespräch mit t3n betont eine Unternehmenssprecherin von Paypal, dass keine konkreten Pläne für einen Produktlaunch einer Kreditkarte oder für eine NFC-Funktion der Paypal-App vorliegen. Wann mit einer Paypal-Kreditkarte und einer Ausweitung der Akzeptanzstellen auf das gesamte Visa-Netzwerk zu rechnen ist, ist unklar.
In den USA haben Visa und Paypal dieselbe Kooperation schon im letzten Jahr angekündigt. Bisher sind noch keine Produkte in Sicht, es ist also möglich, dass Händler und Kunden sich noch eine Weile gedulden müssen. Dass sowohl die Kreditkarten als auch das „Visa Digital Enablement Program“ explizit erwähnt werden, deutet aber daraufhin, dass Paypal beim Abschluss der Kooperation langfristig auf einen Produktlaunch hinarbeiten dürfte.

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Eine Reaktion
MacMc

Klar, ein Unternehmen wie PayPal entscheidet über meine KK-Buchungen.

Dürfte folgendes ergeben:

Offensichtlicher KK-Betrug zu meinen Lasten. PP entscheidet sich aber, völlig intransparent, gegen mich.
Niemand antwortet auf Rückfragen, sinnlose Baustein Mails, Hartz 4

Besten Dank, nie im Leben. Das ja fast so krank wie ein Konto bei der Postbank.

Antworten

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