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Pendlerstudie zeigt: Nichts ist gesünder, als mit dem Rad zur Arbeit zu fahren

Fahrrad statt Auto: Pendler, die sich bewegen, leben gesünder. (Foto: Shutterstock)

Lieber mit dem Rad statt dem Auto zur Arbeit: Pendelnde, die auf das Fahrrad setzen, leben gesünder und meist länger. In welchem enormen Ausmaß, zeigt diese britische Studie.

Die Corona-Pandemie hat zur Folge, dass viele Städte gerade ihre Verkehrsstrategie neu denken. Autospuren werden zu Fahrrad- und Fußwegen umgebaut, um den Mindestabstand unter der Bevölkerung zu gewährleisten. Denn immer mehr Menschen verzichten dieser Tage auf Bus und Bahn. Mit dem Auto in die Stadt zu fahren, das haben sowieso schon viele Berufstätige auch vor Corona sein lassen. In New York, Mexico City, Berlin und Budapest sind jetzt autofreie Nebenstraßen eingerichtet worden. In London haben die Stadtplaner die größte autofreie Zone der Welt in einer Metropole ausgerufen. Doch auch ohne die Abstandsregeln waren sich Stadtplanende bereits einig, dass der Raum zugunsten von klimafreundlichen Mobilitätskonzepten neu verteilt werden muss: mehr Fahrrad, weniger Auto. „Das ist die größte Herausforderung für uns“, kommentierte Londons Bürgermeister Sadiq Khan den Umbau der Verkehrsnetzes gegenüber The Guardian.

300.000 Pendler, 25 Jahre: Radfahrer sind gesünder

Mit dem Rad zur Arbeit: Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, ist bei Radfahrenden um 24 Prozent geringer als bei Autofahrenden. (Foto: Shutterstock)

Was für einen Einfluss eine weitestgehend autofreie Stadt haben könnte, in der Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren oder zu Fuß ins Büro gehen, zeigt jetzt eine umfangreiche Gesundheitsstudie aus Großbritannien. Die Cambridge University und das Imperial College London haben Daten von über 300.000 Pendlerinnen und Pendlern in England und Wales von 1991 bis 2016 ausgewertet. Das Ergebnis: Nichts ist laut den Forschern gesünder, als mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Zu Fuß zur Arbeit zu gehen, toppe die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Auto ins Büro zu fahren, hätte den schlechtesten Einfluss auf die Gesundheit der Probanden gehabt. In Zahlen heißt das konkret: Radfahrende hätten im Vergleich zu Autofahrenden eine um 20 Prozent verringerte Frühsterblichkeitsrate aufgewiesen. Viele weitverbreitete Krankheitsbilder seien unter den Teilnehmenden signifikant weniger aufgetreten.

„Unser Körper lebt von der Bewegung: Wenn wir uns bewegen, läuft alles rund.“

Allein das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, soll bei Radfahrenden um 24 Prozent geringer sein als bei Autofahrenden. Dazu zählen Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das Risiko, an Krebs zu sterben, sei um 16 Prozent geringer. Generell hätten Radfahrerinnen und Radfahrer elf Prozent weniger Krebsdiagnosen als Autofahrerinnen und Autofahrer aufgewiesen. „An dem Sprichwort ‚Wer rastet, der rostet‘ ist etwas absolut Wahres dran“, erklärt auch die Gesundheitswissenschaftlerin Maria Schumann im t3n-Gespräch. „Unser Körper lebt von der Bewegung: Wenn wir uns bewegen, läuft alles rund. Es ist ein System, das sich selbst repariert und nur kaputt geht, wenn wir es nicht benutzen.“ Zudem würden Menschen für den Körper schädliche Stresssymptome abbauen, wenn sie sich bewegen. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum gibt es viele Indizien dafür, dass negativer Stress die Krebsentwicklung fördert.

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Dem entgehen stehen jedoch viele Unfallopfer. Mit dem Fahrrad in der Stadt zu fahren, birgt noch immer Gefahren. So starben 2019 zwar weniger Menschen auf deutschen Straßen als im Vorjahr. Innerhalb der Gruppe der Verkehrstoten sticht die Gruppe der Radfahrenden jedoch heraus. Demnach kamen insgesamt 158 Menschen im ersten Halbjahr 2019 ums Leben, was einen Anstieg um 11,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum ausmacht. Abschließende Zahlen für das vergangene Jahr hat das Statistische Bundesamt noch nicht veröffentlicht. Im Jahr 2018 starben 445 Radfahrende bei Unfällen. Im Jahr 2017 waren 382 Radfahrerinnen und Radfahrer umgekommen. In einer vorläufigen Prognose rechnen die Analysten der Bundesbehörde jedoch damit, dass der Trend wohl weiter ansteigen dürfte. Vor allem in den engen Straßen der Städte ist das Unfallrisiko für Radfahrende enorm.

Weiter mit dem Rad zur Arbeit

Auch deshalb sind die mit der Coronakrise neu erdachten Mobilitätskonzepte vieler Städte erfreulich. Breite und abgegrenzte Radwege, die nicht durch fahrende Autos mitbenutzt oder durch parkende Autos versperrt werden, senken das Unfallrisiko enorm. Durch die neue Bewegungsfreude und bessere Luft können zudem viele Gesundheitsrisiken in der Bevölkerung gesenkt werden. Die aktuelle Covid-19-Pandemie führt dazu, dass vielerorts zugunsten von Radfahrerinnen und Radfahrern Raum bereitgestellt wird. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan ist überzeugt, dass die dauerhafte Einschränkung der Autonutzung und der Vorrang der Interessen von Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern die Lebensqualität in den Städten deutlich verbessern wird. In welchem Ausmaß, das lässt die Gesundheitsstudie der Cambridge University und das Imperial College London schon jetzt erahnen.

Richtig naschen: Gesunde Snacks für den Büroalltag
Frischer Naturjoghurt unterstützt die Verdauung. Joghurt enthält viel Kalzium und wirkt durch aktive Milchsäurebakterien probiotisch. Das stärkt die Darmflora und das Immunsystem. Sogar mit einer leichten Laktoseintoleranz verträgt man Joghurt meist noch ganz gut. Wer mag, kann noch Früchte oder Haferflocken dazugeben. (Foto: Shutterstock)

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