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Peter Altmaier: „Geben wir uns damit zufrieden, dass Elon Musk die Gigafactory baut?“

(Quelle: dpa)

Auf der Dehub-Pitchnight sollten eigentlich die Startups der Digital-Hub-Initiative im Fokus stehen. Doch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stahl den Gründern die Show. 

Peter Altmaier redet gar nicht erst lange drum herum. „Ich habe diese Initiative bis heute Mittag nicht gekannt“, sagt er direkt zu Beginn, als er am Mittwochabend die Pitchnight der Digital-Hub-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums eröffnet. Seit einer Woche ist der CDU-Politiker im Amt, seitdem hat er schon die ersten Fernsehauftritte absolviert und zweimal den Atlantik überflogen. Sein erster öffentlicher Auftritt in Deutschland (außerhalb des Bundestages) führt ihn in den Holzmarkt am Berliner Ostbahnhof, zehn Startups aus dem Dehub-Projekt dürfen dort ihre Geschäftsideen vorstellen. Altmaier hält die Keynote.

Peter Altmaier: „Sie sind die Hoffnung unserer Wirtschaft, Sie haben die Ideen“

Die Initiative geht auf das Bundeswirtschaftsministerium zurück, sie wurde 2016 ursprünglich mal von Sigmar Gabriel angestoßen. Bisher vereinigt sie 350 Startups, 150 Unternehmen und 45 Universitäten. In zwölf Städten bundesweit haben sich Hubs zu bestimmten Themen gebildet – in Köln gibt es den Insurtech-Hub für Versicherungsstartups, in München einen Mobilitätsschwerpunkt, in Karlsruhe dreht sich alles um künstliche Intelligenz. Die Pitchnight ist die erste ihrer Art der Dehub-Initiative. Auch wenn Altmaier bis vor wenigen Stunden noch nichts von dem Projekt gehört hat, verspricht er eines: Wenn das Modell gelinge, dann werde man es weiter ausbauen.

In seiner kurzen Rede konzentriert er sich ansonsten auf Vorzeigebeispiele und Herausforderungen der Digitalisierung, er spricht von Elon Musk und Estland, von Bosch und Thyssen-Krupp, von Jobwegfall durch Automatisierung und neuen Jobs durch Automatisierung. Entscheidungen wie die von Bosch, keine Batteriezellen für E-Autos herzustellen, weil das zu teuer ist, bewertet er beispielsweise kritisch. Als Bundeswirtschaftsminister will er das nicht so stehen lassen: „Geben wir uns damit zufrieden, dass Elon Musk die Gigafactory baut?“

Der Wirtschaftsminister plädiert in seiner Rede auch deshalb für Startups: „Sie sind die Hoffnung unserer Wirtschaft, Sie haben die Ideen“, sagt der CDU-Politiker an die Gründer gewandt. Trotzdem warnt er davor, die deutsche Industrie zu unterschätzen. Noch vor wenigen Jahren sei Deutschland der kranke Mann Europas gewesen. Heute hingegen werde die Bundesrepublik überall bewundert. „Wir können Globalisierung, wir können Wettbewerbsfähigkeit“, sagt der Wirtschaftsminister. Die digitale Revolution fordere die Industrie nun dazu heraus, sich erneut zu modernisieren.

Auch die Politik muss seiner Ansicht nach dazu lernen. Er verweist auf Estland, wo schon heute alle Daten eines Bürgers nur ein einziges Mal abgefragt werden. Das wünscht er sich auch für Deutschland. Bisher lägen die Daten nur in einem Bürgerbüro in Itzehoe oder Pinneberg. Eines des wichtigsten Projekte der Bundesregierung sei daher ein Bürgerportal, das alles zentralisiere bis auf „Tod, Eheschließung und Scheidung“.

Gesprächsthema des Abends

Die Rede von Peter Altmaier wird noch den ganzen Abend Gesprächsthema bleiben. Mehrere Gründer beziehen sich in ihren Vorträgen auf die Worte des Bundeswirtschaftsministers. Adam Probst, Gründer des Startups Maiot, bedankt sich bei seinem Pitch für die Einleitung zu Predictive Maintenance – genau das bietet er nämlich für Flottenbetreiber von Lastwagen an. Nikolas Noetzel vom digitalen Krankenversicherer Karlsson bezieht sich auf Altmaiers Aussage, dass Daten überall verfügbar sein sollten. Und Stephan Rohr vom Unternehmen Twaice nutzt den Kommentar des Ministers zu Bosch, um seine Idee präsentieren, mit der sich zellschädigende Effekte auf eine Batterie online diagnostizieren lassen.

Man könnte sagen: Der Pitch von Peter Altmaier war der erfolgreichste des Abends.

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