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Peter Thiel verlässt das Silicon Valley

Peter Thiel beim Parteitag der Republikaner in Cleveland. (Foto: Kevin Dietsch/dpa)

Paypal-Gründer Peter Thiel will sich aus dem Tech-Tal der USA zurückziehen. Ein Grund dafür soll die liberale Haltung im Silicon Valley sein.

Dass Peter Thiel ein eher schwieriges Verhältnis zum Silicon Valley pflegt, daraus macht der Investor kein Geheimnis. „Das Silicon Valley ist ein Ein-Parteien-Staat“, sagte der Techinvestor im Januar auf einer Veranstaltung der Stanford-University. Wenn alle politisch auf einer Seite stünden, gerate man als Gesellschaft in Schwierigkeiten. Damit kritisierte er die dominante liberale Haltung im Tech-Tal. Der Paypal-Gründer selbst steht den Republikanern nahe: Bei der Präsidentschaftswahl 2016 unterstützte er als einziges bekanntes Gesicht aus dem Silicon Valley Donald Trump.

Die politischen Differenzen bewegen Peter Thiel nun offenbar zu einer ungewöhnlichen Entscheidung: Der Investor will das Silicon Valley verlassen und von San Francisco nach Los Angeles ziehen. Das schreibt das Wall Street Journal unter Berufung auf anonyme Quellen. Demnach sollen auch seine Investmentfirmen Thiel Capital und Thiel Foundation im Laufe des Jahres in das neue Hauptquartier in Los Angeles umziehen. Seine Tätigkeiten in der Startup-Szene will der 50-Jährige zudem reduzieren.

Peter Thiel wollte Facebook-Aufsichtsrat verlassen

Thiel soll auch darüber nachgedacht haben, sich aus dem Facebook-Aufsichtsrat zurückzuziehen, entschied sich aber letztlich dagegen. Auch in diesem Fall dürften politische Differenzen der Auslöser für die Überlegungen gewesen sein. Als Thiel 2016 Donald Trump unterstützte, sorgte das für Ärger innerhalb des Unternehmens. Netflix-Chef Reed Hastings, ebenfalls im Aufsichtsrat von Facebook, bescheinigte dem Investor ein „katastrophal schlechtes Urteilsvermögen“ und stellte infrage, ob Thiel überhaupt in das Kontrollgremium passe. Der Vorfall beschäftigte schließlich sogar Mark Zuckerberg.

Peter Thiel war einer der ersten Investoren, die Mark Zuckerberg in den Anfängen von Facebook für die Idee gewinnen konnte. (Foto: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com)

In den vergangenen Jahren ist Thiel im Silicon Valley immer wieder angeeckt, auch abseits seiner politischen Haltung. Er unterstützte etwa heimlich eine Klage des Ex-Wrestlers Hulk Hogan gegen die Gossip-Seite Gawker, weil diese ihn einst als schwul geoutet hatte. Als das Portal insolvent ging, wollte Thiel um die Website mitbieten. Seine Anwälte argumentierten, dass er der „fähigste und logischste Käufer“ für Gawker sei, dass seine Anträge auf Teilnahme am Verkaufsprozess aber bislang verweigert wurden.

Trotz solcher Geschichten galt Peter Thiel als einer der wichtigsten Köpfe im Silicon Valley. Gemeinsam mit Elon Musk gründete er 1998 den Online-Bezahldienst Paypal, 2004 investierte er in Facebook und erlangte für eine halbe Million US-Dollar zehn Prozent der Anteile. Seit 2005 ist er auch Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Zudem hat er Anfang des Jahres angekündigt, Millionen auf Bitcoin zu wetten.

Der Tech-Investor und seine neuen Pläne

Mit seinem Umzug verabschiedet sich der wahrscheinlich prominenteste konservative Tech-Vordenker aus dem Silicon Valley. Aber Peter Thiel wäre nicht Peter Thiel, wenn er nicht längst das nächste Projekt ins Auge gefasst hätte: Dem WSJ zufolge will er eine Medienseite aufbauen – auf der die Leser konservative Themen diskutieren können.

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