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Pilotprojekt – 1.000 Elektroladepunkte an Berliner Laternen

Der Ladestecker von Ubitricity.
(Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Bislang hat sich der Berliner Senat gegen eine umfangreiche Ausstattung von Laternen mit Ladepunkten von Ubitricity gesperrt. Nun soll ein Pilotprojekt in zwei Bezirken für das Laden von Elektroautos getestet werden.

Berlin testet in einem Pilotprojekt die massenhafte Ausstattung von Straßenlaternen mit Ladesteckdosen. Für das Sofortprogramm „Saubere Luft 2017 bis 2020“ sollen bis zu 1.000 Laternenladepunkte in den Berliner Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf errichtet und erprobt werden, wie das Unternehmen Ubitricity mitteilte. Der Berliner Senat wolle damit untersuchen, „wie der Aufbau öffentlicher Ladepunkte für Anwohnerinnen und Anwohner ohne dauerhaften und gesicherten Zugang zu privaten Parkplätzen erfolgen kann“, sagte Jan Thomsen, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Ubitricity entwickelte in den vergangenen Jahren ein Ladesystem, mit dem Straßenlaternen ohne großen Aufwand zu Ladepunkten umgerüstet werden können. Mit einem speziellen Ladekabel, in das ein geeichter Zähler integriert ist, kann ein Auto die Steckdose in der Laterne freischalten und den Verbrauch direkt mit dem Stromanbieter abrechnen. Ein solcher Ladepunkt ist günstiger als eine Wallbox oder Ladesäule mit eigener Abrechnungsfunktion. Auf diese Weise stattete Ubitricity in London schon ganze Straßenzüge aus. Der Nachteil: Steckdosen an Laternen ermöglichen nur einphasiges Laden mit bis zu 3,7 Kilowatt.

Ladepunkte sollen für alle Nutzer zugänglich sein

In Berlin installierte Ubitricity bereits mehr als zwei Dutzend Ladepunkte. Allerdings sind diese schwer zu nutzen, da der Senat für das System keine Parkplätze reservieren will. Die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz teilte golem.de im Juni 2018 mit: „Wir stimmen ab, ob und welche Straßenlaternen als Ladesäulen in Frage kommen. Wichtig ist uns dabei, dass keine proprietären Systeme entstehen, sondern dass alle Nutzerinnen und Nutzer die Ladesäulen – ob in Laternen, ob als Ladesäule im öffentlichen oder im halb-öffentlichen Raum – nutzen können.“

Inwieweit für das Pilotprojekt öffentliche Parkplätze reserviert werden, steht nach Angaben von Ubitricity noch nicht fest. Details sollten in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden, sagte Pressesprecherin Alexa Thiele golem.de. Die ersten Ladepunkte könnten im vierten Quartal dieses Jahres installiert werden. Künftig soll es möglich sein, die Ladepunkte nicht nur mit dem Ubitricity-Kabel zu nutzen. Das Laternenprojekt solle in das Berliner Ladesäulenmodell integriert werden, das eine diskriminierungsfreie Nutzung für alle Betreiber vorschreibt.

Neben den 1.000 öffentlichen Punkten will der Berliner Versorger Gasag 600 private Ladepunkte in Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäusern installieren. Das Projekt soll künftig auch als Modellprojekt für andere Kommunen dienen und wird wissenschaftlich begleitet. Ubitricity gewann im vergangenen Jahr einen erstmals ausgelobten Klimaschutz-Wettbewerb der Stadt New York und kann sein Konzept in allen fünf New Yorker Bezirken testen.

Autor des Artikels ist Friedhelm Greis.

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